Nachbarschaftshilfe für Flüchtlinge

Nachbarschaftshilfe: "Da muss man was tun"

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Erster Begegnungsnachmittag im „Fluchtpunkt Kürten“.

Landkreis - Nachbar Hilger Müller ist ein tatkräftiger Mann. „Als ich erkannte, in welcher Lage sich die Asylbewerber befinden, war mir klar: da muss man was tun!“

Müller gründete die Willkommensinitiative „Fluchtpunkt – Kürten“. Und viele machen mit. Denn es gibt sie: solidarische Nachbarschaften!

Hilger Müllers Initiative ist es zu verdanken, dass „der Fluchtpunkt – Kürten“ heute die Hilfe von 80 Freiwilligen koordiniert und 150 Flüchtlinge betreut. 13 ehemalige Lehrer geben den Flüchtlingen Deutschkurse, andere organisieren Begegnungsnachmittage oder Reparatur-Werkstätten für alte Fahrräder. Wirkliche Konflikte gab es laut Hilger Müller nie – weder mit den Flüchtlingen, noch unter den Nachbarn.

Hilfsbereitschaft bundesweit

Nachbar Müller teilt die positiven Erfahrungen mit vielen Anwohnern von Flüchtlingsunterkünften. Bundesweit gibt es mittlerweile weit über 100 Willkommensinitiativen. Auch das „Eilendorfer Bündnis“ aus Aachen macht sich für seine neuen Nachbarn stark – und konterte die Proteste von Anwohnern, die sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen im Wohnumfeld aussprachen. Gemeinsam mit den Flüchtlingsfamilien veranstalten die Eilendorfer Sprachunterricht und leisten auf vielfältige Art Alltagshilfe. Auch im gutbürgerlichen Hamburger Stadtteil Harvestehude formierten sich viele Anwohner zur Willkommensinitiative – noch kämpfen sie gegen den Widerstand einiger Gegner, die juristisch gegen die von der Stadt geplante Asylunterkunft vorgehen. Erdtrud Mühlens von Netzwerk Nachbarschaft beobachtet, dass die Hilfsbereitschaft überall zunimmt. „Wir wollen, dass diese Beispiele nachbarschaftlicher Solidarität Schule machen. Denn die Anwohner haben es in der Hand, dass Asylbewerber-Unterkünfte auf eine gute Nachbarschaft treffen, die sie willkommen heißt.“ Mit Spendenaktionen für eine Tischtennisplatte oder Spielsachen für die Flüchtlingskinder, dem Verschenken von Bilderbüchern, ungenutzten aber gut erhaltenen Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen, Sportsachen und Kleidung.

Flüchtlingshilfe gewinnt

Mit dem Wettbewerb „Die schönsten Nachbarschafts-Aktionen 2015“ lädt das Netzwerk Nachbarschaft alle Willkommensinitiativen ein, sich zu bewerben. Bis heute hat das Netzwerk 60 Preise gesammelt, die den Nachbargemeinschaften zugute kommen. Infos zur Anmeldung und viele Anregungen unter www.netzwerk-nachbarschaft.de/wettbewerbe

Pressemeldung Netzwerk Nachbarschaft

Quelle: rosenheim24.de

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