Jetzt doch kein Parteiausschluss

Rauswurf drohte: Das sagen regionale AfD-ler über Höcke

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von links: Franz Bergmüller, Kreisvorsitzender der AfD-Rosenheim, der umstrittene Björn Höcke und Oliver Multusch, AfD-Kreisvorsitzender Mühldorf
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Landkreis - Es war eng für den thüringischen AfD-Landeschef Björn Höcke: Eine Mehrheit des Parteivorstands wollte ihn aus der Partei ausschließen.

Wie berichtet, haben sich am Freitag auf einer Sitzung des Bundesvorstands acht von elf Mitgliedern für ein Ausschlussverfahren ausgesprochen. Insbesondere die AfD-Vorsitzende Frauke Petry strebte zunächst einen Rauswurf Höckes an, nachdem er mit Aussagen zum Holocaust-Gedenken für bundesweite Empörung sorgte. Er sei eine "Belastung für die Partei" 

Am Montagmittag meldete die BILD dann die Kehrtwende: Der AfD-Parteivorstand beschloss am Montag nach einer dreistündigen Telefonkonferenz, dass lediglich "Ordnungsmaßnahmen" eingeleitet werden. Also ein Rüffel, statt einem Rauswurf. 

In einer Rede in Dresden sagte er zum Holocaust-Mahnmal in Berlin: "Wir Deutschen (...) sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Er sprach außerdem von einer "dämlichen Bewältigungspolitik" und forderte eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" - ließ jedoch offen, was das konkret bedeuten soll. 

Multusch: Kein völkisches Gedankengut im Kreisverband Mühldorf

Der Mühldorfer AfD-Kreisvorsitzende Oliver Multusch bezeichnete die Ansichten von Björn Höcke als "völkisch" und lehnt diese ab. Auf Anfrage von innsalzach24.de sagte er jedoch, dass er in seinem Kreisverband niemanden kenne, der sich in dieser Art äußere.

Der Parteiausschluss sei eine "sehr extreme Strafe", so Multusch. Die Frage sei, ob man Höcke davon überzeugen könne, seine Positionen zu überdenken. Da er ihn nicht persönlich kenne und das somit nicht einschätzen könne, wollte Multusch auch keine abschließende Meinung zum Parteiausschluss abgeben. 

Zweigeteilt zwischen einem Petry- und Gauland/Höcke-Flügel sei seine Partei jedenfalls nicht, zeigte sich Multusch überzeugt. Zwar seien die Verbände in Ostdeutschland möglicherweise auf Grund der DDR-Vergangenheit anders geprägt, aber eine Zweiteilung der AfD werde von den Medien hineininterpretiert. 

Bergmüller: Höcke kein "strammer Nazi"

Anders sieht das der Rosenheimer AfD-Kreisvorsitzende Franz Bergmüller: "Die AfD hat zwei Flügel, den liberal-konservativen und den nationalkonservativen Flügel". So etwas gebe es jedoch es in jeder Partei. 

Er selbst rechne sich zum liberal-konservativen Flügel und sei "kein Freund von Höcke". Ein "strammer Nazi" sei dieser aber nicht, meint Bergmüller. 

Dass sich die anderen Parteien über die Rede Höckes empört zeigten, sei nur gespielt gewesen und eine "Stimmungsmache", mit der man vom "totalen Versagen beim Fall Amri" (Terroranschlag in Berlin, die Red.) ablenken wollte. 

Quelle: rosenheim24.de

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