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Große Trauer

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Eine Wanne voller Glück

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Zu wenig Liebe und Zuwendung haben Kinder bekommen, die aus schwierigsten Verhältnissen stammen. In Kinderdorfhäusern versucht man, die Wunden der Vergangenheit zu heilen.

Rosenheim/Mühldorf - Was Vanessa in ihren ersten Lebensjahren erdulden musste, war das Gegenteil einer geborgenen Kindheit. Die OVB-Weihnachtsaktion hilft Kindern wie ihr.

Was zeichnet eine glückliche Kindheit aus? Viele Studien haben gezeigt: Geld und Wohlstand spielen dabei keine entscheidende Rolle. Es sind nicht käufliche Dinge, die Buben und Mädchen unbeschwert leben und gut schlafen lassen: Liebe, Sicherheit, Spaß beim Lernen und feste Rituale. Umso schlimmer ist es, wenn sie ein Schicksal ertragen müssen wie Vanessa (10). Über Jahre hinweg ist sie grob behandelt und erniedrigt worden.

Was Vanessa in ihren ersten Lebensjahren erdulden musste, war das Gegenteil einer geborgenen Kindheit. Ihre psychisch kranke Mutter ist mit ihr so herzlos umgegangen, dass das Jugendamt einschreiten musste. Als sie vor drei Jahren ins Kinderdorfhaus kam, diagnostizierte der Arzt ein schweres Trauma. Das kleine Mädchen war schwer verängstigt, hatte Panik vor allem, was mit Körperhygiene zu tun hatte. Kein Wunder, denn ihre Mutter duschte sie regelmäßig mit eiskaltem Wasser ab.

Im Kinderdorfhaus ist Vanessa jetzt viel besser aufgehoben. Dort durfte sie erstmals spüren, wie schön es in einer gut gefüllten Badewanne sein kann. 150 Liter Wärme und Geborgenheit. Einfach wunderbar!

Aber natürlich lässt sich Glück und Liebe nicht in Litern, Metern oder Euro fassen. Jede Umarmung und liebevolle Geste ihrer Kinderdorfmutter saugt das Kind förmlich auf. Wie eine Blume, der jahrelang das lebenswichtige Wasser fehlte.

Ein neues Kinderdorf

Mädchen wie Vanessa ist die Weihnachtsaktion "Ein Zuhause für Kinder in Not" der OVB-Heimatzeitungen gewidmet. Jeder Cent fließt in den Bau eines Kinderdorfhauses in Pinswang bei Neubeuern. Träger wird das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern sein, das in Pinswang bereits das Kinderdorfhaus Kerb betreibt.

Gerade in schwierigen Fällen von Kindsmissbrauch oder Verwahrlosung ist das Albert-Schweitzer-Familienwerk ein gefragter Partner der Jugendämter. Der Bedarf an spezialisierten Betreuungsplätzen, die Kindern ein familiäres Umfeld und professionelle Therapieangebote bieten, ist weitaus größer als das Angebot.

Bei Null anfangen

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Gewalt und Vernachlässigung nicht nur die Entwicklung eines Kindes verzögern oder verhindern, sondern auch die Funktion des Gehirns schädigen. Viele Buben und Mädchen im Kinderdorfhaus haben deshalb einen erhöhten Förderbedarf oder sind bereits in mehreren Einrichtungen gescheitert.

So musste auch Vanessa in vielen Dingen bei Null anfangen. Zum Beispiel beim Zähneputzen. Zweimal täglich zwei Minuten? Wozu denn? Es war ein hartes Stück Arbeit über Monate hinweg, bis es mit dem Zähneputzen endlich klappte. Anfangs hatte sich Vanessa dagegen gesträubt wie ein störrischer Esel. Inzwischen macht es ihr sogar Spaß.

Zeit brauchte auch ihre Mutter, bis sie akzeptierte, dass Vanessa im Kinderdorfhaus einen besseren Platz gefunden hat. Jetzt freut sich das Mädchen, dass ihre Mama regelmäßig zu Besuch kommt. Und erzählt ihr vom warmen Wasser in der Wanne.

Niemand will Vanessa entwurzeln. Die leiblichen Eltern eines Kindes bleiben ein Leben lang von großer Bedeutung - auch im Kinderdorfhaus. "Mit Hilfe des Fachdienstes versuchen wir, ein akzeptierendes Ja der Eltern zum neuen Lebensort des Kindes zu erreichen", sagt Heiner Koch, Geschäftsführender Vorstand der Albert-Schweitzer-Familienwerks. Das entlaste das Kind und verhindere inneres Zerrissenwerden zwischen dem Leben in der Kinderdorf- und der Herkunftsfamilie.

Schon 146 000 Euro gespendet

Wenn auch Sie Kindern wie Vanessa helfen wollen, unterstützen Sie die Weihnachtsaktion mit Ihrer Spende. Viele Leserinnen und Leser der OVB-Heimatzeitungen haben das bereits getan. Auf den Spendenkonten befinden sich bereits über 146 000 Euro (siehe die Namen der Spender auf Seite 56).

Ludwig Simeth (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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