Mindestens 115 Millionen Euro Schaden

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Schlamm statt Ernte: Nach dem Hochwasser waren viele Felder von Sand und Treibgut bedeckt. (Foto: Ein Feld an der Tyroler Ache bei Unterwössen)
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Landkreise - Das Hochwasser ist gewichen und die Schäden werden sichtbar - auch bei den Bauern. Besonders im Südosten Bayern sind Ausfälle zu beklagen.

Beinahe 70.000 Hektar Acker- und Grünland sind Schätzungen des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums zufolge vom Hochwasser betroffen: 35.000 Hektar Grünland, 30.000 Hektar Ackerland, 2.500 Hektar Gemüsebau und Sonderkulturen. Wenngleich das ganze Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar ist, rechnet der Bayerische Bauernverband mit einem finanziellen Schaden für die Land- und Fortwirtschaft in Höhe von mindestens 115 Million Euro.

Besonders hart hat es dabei die Felder entlang der Donau und in den südostbayerischen Landkreisen getroffen. Viele Unwetter mit heftigen Niederschlägen und Hagel haben jedoch in beinahe jedem Regierungsbezirk des Freistaats Schäden an Hof und Flur angerichtet.

Ernteeinbußen im Süden - Zuwächse in Franken

Die Getreideernte dürfte auch dank ertragsreicher Winterkulturen nichtsdestotrotz besser als 2012 ausfallen. Für einige Felder bedeutet die Flut aber einen Verlust der Ernte. Nach ersten Schätzungen muss mit Totalausfällen auf zwei bis vier Prozent der bayerischen Acker- und Grünlandfläche gerechnet werden. "Gerade im Süden Bayerns bestehen die Böden oft aus schwerem Ton oder Lehm. Deshalb gibt es hier größere Probleme mit der Feuchtigkeit", sagt Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes.

Bei Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais und Sommergerste fällt das Zwischenfazit - je nach Region - unterschiedlich aus. Höheren Erträgen in Franken stehen Einbußen in Südbayern gegenüber. Der Bauernverband rechnet für ganz Bayern mit einer Getreideernte in Höhe von 6,7 Millionen Tonnen (ohne Körnermais, 2012: 6,6 Millionen Tonnen).

Qualität der Ernte entscheidet

"Doch neben der Menge entscheidet die Qualität, ob die Ernte zufriedenstellend ausfällt", sagte Hermann Greif, Vorsitzender des Landesfachausschusses für pflanzliche Erzeugung und Vermarktung im Bayerischen Bauernverband. "Nur wenn das Wetter zur Erntezeit mitspielt, kann Weizen oder Gerste auch wirklich zum Backen oder Bierbrauen verwendet werden." Deshalb wünscht sich Ackerbauer Greif "einen nicht zu heißen Juli für eine gute Kornfüllung und dann einen warmen und vor allem trockenen August für eine reibungslose Ernte".

Für ein trotz allem zufriedenstellendes Geschäftsjahr rät Greif vor allem den Getreide- und Rapsbauern, sich regelmäßig zu informieren und die Märkte genau zu beobachten. "In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt: Wer seine Verkäufe aufteilt, fährt unter dem Strich ganz gut."

Aus dem Archiv:

Hochwasserschäden an Feldern bei Unterwössen

Quelle: rosenheim24.de

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