Anreize schaffen vor allem für Familien

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Der neue Garser Kindergarten mit Kinderkrippe geht im Sommer in Betrieb. Baubeginn für die neue Grundschule (links ist das alte Gebäude sichtbar) wird erst nächstes Jahr sein.

Gars am Inn - In den vier Garser Ortsteilen fanden jetzt wieder gut besuchte Bürgerversammlungen der Marktgemeinde statt.

Die Zahl der Einwohner, so Bürgermeister Nobert Strahllechner, sei mit 3747 Personen gegenüber 2010 nahezu gleich geblieben. In Gars wohnen 1298, in Gars Bahnhof 848, in Lengmoos 761, in Mittergars 423 und in Au 417 Personen. Rechnet man die 229 Nebenwohnsitze dazu, kommt man auf 3978 Einwohner. Ein besonderes Anliegen der Marktgemeinde sei es, Anreize für Zuzüge und für das Wohlbefinden der Bevölkerung zu schaffen, vor allem auch in Bezug auf die Familien, so Strahllechner.

Der Schuldenstand der Gemeinde sei auch wegen des Kindergartenneubaus 2011 auf 2,7 Millionen Euro gestiegen. Man verfüge aber über längerfristig sehr zinsgünstige Kredite. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrage nun 722 Euro. Gleichzeitig hätten sich Rücklagen in Höhe von 1,4 Millionen angesammelt, auch weil die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer sich im letzten Jahr günstiger als erwartet entwickelt hätten.

Schon seit Jahren konstant sind, die Schülerzahlen der Grundschule, die derzeit 201 Kindern aus Gars und Unterreit besuchen, wobei die Kinder des Ortsteils Lengmoos traditionell nach Ramsau gehen. Die Zahl der Schüler an der Mittelschule mit dem Einzugsbereich Gars, Unterreit und Reichertsheim sowie dem westlichen Landkreis beim M-Zug sank von 296 im Schuljahr 2010/11 auf jetzt 268.

Der Bürgermeister sieht die Gemeinde Gars mit einer seit langem gleichmäßigen jährlichen Geburtenrate zwischen 30 und 40 Kindern auf einem guten Weg. Und er hofft, dass Gars mit dem heuer in Betrieb gehenden neuen Kindergarten mit Kinderkrippe sowie mit dem bevorstehenden Grundschulneubau noch attraktiver für junge Familien wird. "In Gars sind alle Abschlüsse vom Quali über die mittlere Reife bis zum Abitur möglich".

Auch für die ältere Generation sei mit dem "Haus Sonne" und seinen wahlweisen Betreuungsmöglichkeiten sowie der Pflegeeinrichtung des Christianums gut vorgesorgt. Ausdrücklich lobte Strahllechner das vielfältige ehrenamtliche Engagement vieler in der Gemeinde.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass im Vorjahr für Lengmoos die zwei Bebauungspläne "Wohngebiet Lengmoos III" und "Gewerbegebiet Lengmoos" beschlossen und auf den Weg gebracht wurden. Huttenstätt soll vom Außenbereich zum Dorfgebiet werden.

Nicht so recht voran komme man derzeit mit dem Bebauungsplan auf dem gemeindeeigenen "Klosterfeld" in Au: Bei der zunächst notwendigen Ausgleichsmaßnahme "Ablaichgewässer für geschützte Amphibien" gebe es Grundstücksprobleme. Von den ursprünglich acht interessierten Käufern hätten inzwischen zwei außerhalb der Gemeinde ein Grundstück erworben.

Vorbild sei man in der Gemeinde Gars bei den erneuerbaren Energien. Die Regierung habe jetzt die Planungen für die Fotovoltaik-Solaranlage bei Krücklham abgesegnet. Der Verbund baue eine weitere Turbine bei der Innstaustufe. Drei Firmen versorgen mit Hackschnitzelheizungs-Anlagen und den zugehörigen Nahwärmeversorgungsleitungen zunehmend Teile der Orte Gars und Lengmoos. Außerdem gebe es zwei Biogasanlagen in Osterreit und Mailham, die mehrere Gehöfte und sogar eine Firma versorgen. Eventuell komme nach den Ergebnissen von seismischen Untersuchungen langfristig auch die Geothermie für Gars infrage.

Zum Hangrutsch am Fußweg nach Kerschbaum berichtete Strahllechner, dass dieser durch Unterspülung nach nicht sachgemäßer Verlegung von Kommunikationskabeln ausgelöst worden sei. Inzwischen stehe man mit dem Verursacher vor einer Einigung zur Kostenbeteiligung bei der Schadensbeseitigung.

Wenn alles planmäßig läuft, werden Au und Mittergars von der Telekom bis Jahresende 2012 über ein neues Glasfaserkabel an das schnelle Internet angeschlossen sein. Der Umbau der Bahnübergänge in Mittergars und Reiser mit Schranken werde ab April in Angriff genommen, und auch die Befestigung der Gemeindestraße durch die neue Zufahrt beim Kinderheim in den zweiten Auer Klosterhof stehe heuer an.

ba/Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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