Durcheinander vor der Schule

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Sogar im dichten Morgennebel gut zu erkennen: Vor der Schule Mößling herrscht Verkehrschaos, das nicht nur teure Verstöße gegen Parkverbote mit sich bringt sondern nach Ansicht der Schulleitung die Kinder gefährdet.

Mößling - Morgens und mittags herrscht manchmal Chaos vor der Grundschule. Auf engem Raum sind dort Straße, Feuerwehrhaus, Bushaltestelle, Parkplätze und Schulhaus vereint.

Lesen Sie die Polizeimeldung:

"Parkplatzchaos" an der Schule

Roland Haunberger ist stellvertretender Feuerwehrkommandant in Mößling. An diesem Morgen kurz vor Schulbeginn in der benachbarten Grundschule versucht er vorsichtig die Tür seines Feuerwehrhauses zu öffnen. Das gelingt nicht, denn dicht davor parkt ein Kombi, die Heckklappe weit geöffnet, um Schulranzen auszupacken. Gleichzeitig manövriert ein Schulbusfahrer seinen Bus vorsichtig in die Haltestelle und bleibt schließlich schräg auf der Straße stehen.

Die komplette Einfahrt macht ein Auto unmöglich, das unmittelbar davor parkt. Auf der Auerstraße schlängeln Kinder zwischen Autos durch, die kreuz- und quer ein- und ausparken. Wenn man Schulleiter Markus Heindlmaier glaubt, geht es vor seiner Schule häufig so zu.„Es ist keine einfache Situation“, sagt er, „es ist nicht befriedigend“. Weil es viel zu wenig Parkplätze gebe und zahlreiche Eltern ihre Kinder mit dem Auto brächten, entstünde eine „Gefahrensituation vor der Schule“. Amtlich bestätigt hat das in der vergangenen Woche die Polizei, die eine Schulwegüberwachung durchführte und Autofahrer zur Kasse bat.

„Die Eltern, die nur schnell ihre Kleinen abholten, hatten keinerlei Hemmungen, ihre Fahrzeuge in die Bushaltestelle vor der Schule zu parken und somit den Busverkehr erheblich zu behindern“, teilte ein Polizeisprecher mit. „Desweiteren wurden die Schulkinder behindert, die durch die geparkten Pkw zu ihren Bussen oder auf die Straße gehen mussten.“ Weil die Polizei das Parken vor dem Feuerwehrhaus für noch gefährlicher hält, stellten die Beamten Eltern, die ihr Auto dort abstellten, eine Verwarnung über 35 Euro aus. Eltern sehen das Problem, haben aber andere Sorgen: „In der vergangenen Woche bin ich viermal vorbei gefahren, weil ich keinen Parkplatz gefunden habe“, erzählt ein Vater, der an diesem Morgen eine Lücke vor dem Vereinsheim des RSV ergattert hat und seine Kinder ins Schulhaus geleitet. Zum Teil kommen Kinder von weiter her, andere Eltern fürchten um die Sicherheit, sollten ihre Kinder zu Fuß gehen oder mit dem Radl fahren.

Zu wenige Parkplätze, Feuerwehrhaus, Straße und Schulhaus allzu eng beieinander und "unvernünftige Eltern", wie Schulleiter Heindlmeier sagt: "Eine Lösung wäre die Verlegung der Auerstraße. Aber das ist eine Sache der Stadt." Bürgermeister Günther Knoblauch ist der Bericht der Polizei unbekannt. "Deshalb kann ich noch nichts zur Situation dort sagen." Auch die geplante Dorferneuerung ist noch lange nicht so weit fortgeschritten, dass es Lösungsvorschläge gebe. "Verkehr ist natürlich ein Thema", sagt Konrad Bauer, der in der Projektgruppe der Dorferneuerung mitarbeitet. "Aber wie man das macht, muss ein Landschaftsarchitekt oder Verkehrsplaner sagen." Und bis dahin scheint es noch ein weiter Weg zu sein. Derzeit erarbeitet die Projektgruppe einen Antrag, der über den Stadtrat an die zuständige Behörde weitergeleitet wird. Nach Auskunft Knoblauchs leide die Dorferneuerung bayernweit unter Geldmangel, so dass selbst laufende Maßnahmen nicht mehr bezuschusst würden.

Bis sich die Situation ändert, bleibt der Grundschule nur eine Möglichkeit: Im Elternbrief zu bitten, nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren. "Darauf weisen wir jedesmal hin", sagt Heindlmeier und zitiert aus dem letzten Brief vom Frühjahr. Dort spricht er von "Gefahrensituation vor der Schule" und, dass sich Eltern dieser Situation bewusst sein sollten.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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