Firmen statt Berge und Seen

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Mühldorf - Landrat Georg Huber will die Gründung einer neuen Planungsregion vorantreiben. In den nächsten Wochen sollen Stadt- und Gemeinderäte ihre Stellungnahme abgeben.

Huber hält den derzeitigen Zuschnitt der Regionen, der vor 40 Jahren festgelegt wurde, für überholt. Der Landkreis sollte nach seiner Ansicht nicht länger zu den touristisch geprägten Alpenlandkreisen Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land gehören. Entscheidend für Mühldorf sei vielmehr die wirtschaftlich und industriell geprägte Achse entlang der B12 und der Bahnlinie westlich von Mühldorf. Erding, Freising und auch Landshut sind für ihn geeignetere Partner, um die Regionalplanung für Mühldorf sinnvoll zu gestalten. "Für mich ist es wichtig, die wirtschaftliche Entwicklung zu sehen." Damit könne sich ein "homogener Raum" ergeben, der geografisch zusammengehöre und aus wirtschaftlicher Sicht ähnliche Interessen und Probleme habe.

Die Chancen und Schwierigkeiten verbinden sich für Huber mit den Namen München und Flughafen. Dort finde eine gewaltige wirtschaftliche Entwicklung statt, von der die Region nicht abgekoppelt werden dürfe. Nur in einer stärkeren Zusammenarbeit mit den Landkreisen im Westen sieht Huber die Möglichkeit, vernünftige Nahverkehrswege nach München und zum Flughafen aufzubauen. Die seien aber notwendig, da sich der Landkreis und seine Firmen in Zukunft nicht alleine im Landkreis mit Arbeit und mit Arbeitskräften werde versorgen könnten. Nur eine vernünftige Anbindung an die Landeshauptstadt verhindere, dass viele Menschen wegzögen. "In einer neuen Planungsregion könnten wir vernünftiges Marketing für den Landkreis machen."

Das gilt nach Ansicht Hubers auch für den Landkreis Altötting, der ebenfalls in der Region 18 und über zahlreiche Wirtschaftsverbindungen mit dem Landkreis Mühldorf verbunden ist. Von dort gibt es derzeit aber eher zurückhaltende Signale. "Wir sollten wegen der Wirtschaftszusammenhänge gemeinsam mit Altötting gehen", sagt Huber. "Altötting kann sich dieser Entwicklung nicht verschließen."

Mühldorfs Bürgermeister und stellvertretender Landrat Günther Knoblauch hatte nach der jüngsten Planungsverbandssitzung genau diesen Aspekt betont. Nach seiner Wahl zum stellvertretenden Vorsitzender der Planungsregion 18 nannte Knoblauch den Vorschlag Hubers "überlegenswert, betonte aber, dass eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis Altötting wichtiger sei.

Huber will die derzeitige Überarbeitung des Landesentwicklungsplans nutzen, um den Landkreis aus der Region 18 herauszulösen und mit den Nachbarn zusammen eine neue, 19. Planungsregion gründen. Das sei möglich, da Planungsregionen künftig auch über Regierungsbezirke hinweggehen könnten. Sowohl die Region 18 als auch die neue Region hielten die Einwohneruntergrenzen von 300000 ein. "Für die jetzige Region 18 ist es nicht besonders positiv, wenn wir gehen", gibt er zu, hält aber eine weitere Zusammenarbeit im touristischen und kulturellen Bereich für möglich.

Einem entsprechenden Antrag beim Wirtschaftsministerium sieht Huber optimistisch entgegen. "Die Landesregierung hat die Überarbeitung der Planungsregionen mit offenem Ausgang propagiert", sagt Huber. Deshalb gehe er davon aus, dass sich das Ministerium einer eindeutigen Willensäußerung nicht verschließen werde.

Die sollen die Stadt- und Gemeinderäte in den nächsten Wochen abgeben, wie es Ampfing und Oberbergkirchen bereits getan haben. Ampfings Bürgermeister Ottmar Wimmer stützt Hubers Anliegen. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir uns in den letzten Jahren in Richtung München orientiert haben", sagt er. "Deshalb ist die Zuständigkeit der Region 18 nicht richtig."

Nach den Stadt- und Gemeinderäten gibt im Dezember auch der Kreistag sein Votum ab.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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