Aktuellen Projektstand bei Gymnasiumneubau vorgestellt

"Grauslig, so ein Blechklotz neben dem schönen, alten Kloster!"

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So soll der Neubau einmal aussehen.
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Gars/Mühldorf am Inn - In seiner jüngsten Sitzung wurde dem Bauausschuss des Kreistags der aktuelle Projektstand beim Gymnasium Gars vorgestellt. Dabei gab es auch eine kurze Diskussion über den Neubau.

"Die Verhandlungen mit der Leitung der Redemptoristen in Bezug auf die Vereinheitlichung und Erweiterung des Erbbaurechtsvertrages sind in vollem Gange", konnte Thomas Bumberger, Abteilungsleiter des Bereichs Hoch- und Tiefbau des Landratsamts berichten. Die von beiden Seiten eingeschalteten Rechtsbeistände würden intensiv an der Fertigstellung des Vertragswerkes arbeiten. "Der Erbpachtvertrag liegt im Entwurf vor und bedarf noch geringfügiger Anpassungen", erklärte Bumberger. Er könne daher bei den Sitzungen der Kreisgremien im Oktober zum Beschluss vorliegen. Der Bebauungsplan lag bereits bis Anfang der vergangenen Woche aus. 

Auch die Verhandlungen zur Auflösung der Verträge mit dem bisher beauftragten Projektsteuerer stünden kurz vor dem Abschluss. "Es finden zudem parallel enge Abstimmungsgespräche mit der Stelle für Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen und der Förderstelle der Regierung von Oberbayern statt." Nach der Vertragsauflösung würde umgehend eine Neuausschreibung für die Projektsteuerung stattfinden. Die Planungs- und Ausschreibungsphasen seien so getaktet, dass die Arbeiten für den Abbruch des Werkstattgebäudes im Frühjahr 2019 beginnen und sich die notwendigen Gründungs- und Verbauarbeiten, sowie die Rohbauarbeiten direkt anschließen. Mit dem Umzug der Verwaltung und der Klassen sei die Fertigstellung für das Jahr 2022 geplant. 

Das Gymnasium in Gars. (Archivbild)

Der Neubau war bereits im Oktober 2013 beschlossen worden. Er soll den bislang angemieteten Altbau auf dem Klostergelände ersetzen. Die Fläche dafür befindet sich nördlich auf dem Gelände des bisherigen Werkstättentrakts des Klosters Gars. Erst im August des vergangene Jahres waren weitere Gelder für den Neubau bewilligt worden. Im März war außerdem die Freigabe weiterer Gelder für die Finanzierung beschlossen worden.

Die aktuelle Aufschlüsselung der Kostensituation:

  • Ursprüngliche Kostenschätzung bei Projektstart: 14.500.000 Euro.
  • Anpassung Baupreisindex seit 2014 (8,3 %): 1.200.000 Euro.
  • Moderne Unterrichtsformen (Flächenvermehrung um 210 Quadratmeter): 4.500.000 Euro.
  • Mittagsbetreuung (Flächenvermehrung um 210 Quadratmeter): 1.500.000 Euro.
  • Zusätzliche Oberstufe (Flächenvermehrung 671 Quadratmeter): 4.800.000 Euro.
  • Notwendige Spezialtiefgründung nach Bodengutachten, Mehrkosten Abbruch Werkstätten wegen Schadstoffen, Anpassung der Nebenbaukosten: 1.200.000 Euro.
  • Mehrkosten spezifische Raumbedürfnisse Gymnasium Gars (größere Klassenzimmer + drei zusätzliche Klassenzimmer): 1.450.000 Euro.
  • Summe der Kostenschätzung aktuell daher: 29.150.000 Euro.

"Ich verwehre mich gegen den immer wieder vorgebrachten Vorwurf, wir hätten da mit einer niedrigeren Kostenschätzung angefangen und dann scheibchenweise immer wieder etwas draufgelegt!", betonte Landrat Georg Huber (CSU). Die diversen Zusatzkosten seien allesamt durch äußere Einflüsse außerhalb der Kontrolle der Kreisverwaltung entstanden. Insbesondere die Tatsache, dass die Rück-Umstellung auf G9 zusätzliche Räumlichkeiten erforderliche mache, aber auch neue Vorgaben für die Unterrichtsgestaltung sowie die Tatsache, dass die Mittagsbetreuung nicht mehr im Kloster stattfinden kann, hätten unter anderem eine Rolle gespielt. 

Der aus Haag stammende CSU-Kreistagsabgeordnete Ludwig Schletter mahnte an, es sollten nach Möglichkeit stets auch kostengünstigere Alternativen bei der baulichen Gestaltung geprüft werden. Dem entgegnete Huber, beispielsweise bei der Fassadendämmung habe man bewusst dauerhafte gegenüber billigeren Varianten bevorzugt, um eine zukunftsfähige Lösung zu haben. Schletter kritisierte auch das geplante Aussehen des Neubaus. "Das ist grauslig, so ein Blechklotz neben dem schönen, alten Kloster!" Norbert Strahllechner, WGW-Kreistagsabgeordneter aus Gars zeigte sich davon sehr aufgebracht: "Es gibt doch jetzt schon den Beschluss für diese Bauweise, das bringt doch nix, jedesmal an allem hinterher noch herumzudiskutieren." Schletter betonte, dies sei nunmal seine Meinung, "Diese Blechfassade wird in ein paar Jahren total unahnsehnlich geworden sein!" Auch Landrat Huber störte sich an den Ausführungen Schletters: "Das Landesamt für Denkmalpflege hätte das doch wohl kaum zugelassen, wenn es da ein echtes optisches Problem für das Kloster gegeben hätte." Dem wiederum entgegente Schletter, auch dieses Amt mache Fehler. 

Quelle: innsalzach24.de

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