Einige Schwierigkeiten in der letzten Zeit

Nach Kostensteigerung weitere Gelder für Gymnasiums-Neubau

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Das Gymnasium in Gars. (Archivbild)
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Gars am Inn/Mühldorf - Der Neubau des Gymnasiums ist ein Stück weiter. In der letzten Zeit gab es einige Probleme bei dem Projekt. 

Der Kreisrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für einen neuen Vorentwurf für den Neubau des Klasssen- und Verwaltungsgebäudes am Gymnasium Gars. Die Kreisverwaltung wird daher beauftragt, die zusätzlich notwendigen Mittel von 14.650.000 Euro in die Finanzplanung des Landkreises einzustellen. Außerdem sollen Förderanträge bei der Regierung von Oberbayern gestellt werden. Die Verträge mit dem bisher beauftragten Projektsteuerer sollen außerdem juristisch aufgearbeitet und gegebenenfalls aufgelöst werden. Gleichzeitig soll der Auftrag für die Projektsteuerung neu vergeben werden. Mit einer Fertigstellung des Gesamtprojekts ist im Frühjahr 2022 zu rechnen.

Bereits im Oktober 2013 war der Neubau des Klassen- und Verwaltungsgebäudes beschlossen worden. Er soll den bislang angemieteten Altbau ersetzen. Die von Anfang an mit dem Kloster abgestimmte Fläche für den Neubau befindet sich nördlich auf dem Gelände des bisherigen Werkstättentrakts des Klosters Gars. Erst im August des vergangene Jahres waren weitere Gelder für den Neubau bewilligt worden.

Erbbauvertrag-Verhandlungen und Probleme mit Projektsteuerer

Allerdings haben sich einige Probleme ergeben."Die Verhandlungen mit der Leitung der Redemptoristen in Bezug auf die Vereinheitlichung und Erweiterung des Erbbaurechtsvertrages gestalten sich seither komplex und langwierig", so die Kreisverwaltung. Das Erbbaurecht ist das Recht, meist gegen Zahlung eines regelmäßigen sogenannten Erbbauzinses, auf einem Grundstück ein Bauwerk zu errichten oder zu unterhalten. Aus der Sicht des Eigentümers des Grundstücks, des Erbbaurechtsgebers, ist das Erbbaurecht ein beschränktes dingliches Recht, das auf seinem Grundstück lastet. 

"Beide Seiten werden derzeit durch eingeschaltete Rechtsbeistände vertreten, die das Vertragswerk zur Unterschriftsreife bringen werden", so die Kreisverwaltung weiter. Für das Zustandekommen des Erbbaurechtsvertrages wurde auf Wunsch der Redemptoristen Anfang August 2017 per Gemeinderatsbeschluss die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Areal nördlich und östlich des Klosters beschlossen. Er wird voraussichtlich im Juli rechtskräftig. Parallel hierzu erfolgen das Entwerfen und der Abschluss des Erbbaurechtsvertrages, sowie die Erstellung des Entwurfs für den Neubau.  

Der Flächenplan.

Die Planungs- und Projektsteuerungsleistung wurden bereits vergeben. Letztere ist nach einigen Wechseln derzeit an die Firma Apleona Bauperformance GmbH vergeben. Im Januar teilte diese allerdings der Kreisverwaltung mit, dass sie ihre Geschäfte nicht in der bisherigen Form weiterführen wird. Insbesondere werde das Betätigungsfeld Projektsteuerung mit sofortiger Wirkung eingestellt. Daher werden die für das Projekt zuständigen Mitarbeiter in Kürze nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Angelegenheit wurde zur juristischen Aufarbeitung nun einem Rechtsanwaltsbüro übergeben. 

Kritik an Mehrkosten wegen Raumbedarf

Außerdem ist der Raumbedarf des Neubaus angestiegen. Denn zum einen hat die Regierung von Oberbayern den Raumbedarf an bayerischen Gymnasien um den Aspekt der modernen Unterrichtsgestaltung sowie um Flächen für einen weiteren Oberstufenjahrgang erweitert. Zum anderen hat das Kloster Gars Mitte Dezember der Kreisverwaltung mitgeteilt, dass nach der Fertigstellung des Neubaus die Mittagsbetreuung nicht mehr in den Räumlichkeiten des Klosters stattfinden kann. Dadurch ist insgesamt ein zusätzlicher Raumbedarf von 1506 Quadratmetern entstanden. Der Kreistag hatte dabei die Wahl zwischen zwei Planungsvarianten, von denen eine die Mehrkosten der spezifischen Raumbedürfnisse von insgesamt 1.450.000 Euro beinhaltete.

Die beiden möglichen Planungsvarianten.

Die erhebliche Kostensteigerung die damit einhergeht, sorgte vor allem bei CSU und UWG für Verstimmung. Nicht wenige wollten konkrete Ausführungen, was die "moderne Unterrichtsgestaltung" bedeutet. "Wir sollten hier nicht dem bildungspolitischem Luxus das Wort reden!", forderte Kraiburgs Bürgermeister Herbert Heiml (CSU). Auch wurde angemerkt, dass die Kreisumlage durchaus wieder zurückgehen und dadurch die Finanzierung schwieriger werden könnte. "Wir waren uns immer einig, dass Investitionen in die Bildung wichtig sind", entgegnete Catharina Henke (Grüne), "Wenn wir schon bauen, dann sollten wir es gescheit und zukunftsfähig machen." Dem stimmte auch Günther Knoblauch (SPD) zu. Landrat Georg Huber wies außerdem darauf hin, dass zur Höhe der möglichen Förderungen noch keine Angaben gemacht werden könnten. 

Quelle: innsalzach24.de

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