Gemeinderat tagte in Gars

Rat gibt „Landschafts-Wunde“ in Dörfl einen Korb

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Kiesgruben-Planungen in Dörfl, doch der Gemeinderat hält nicht viel davon. Kann das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzen?
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Gars – Aufregung im Gemeinderat. In der jüngsten Sitzung wurde darüber beraten, ob die Gemeinde Gars das Einvernehmen erteilt, dass in Dörfl, einem idyllischen Fleckerl zwischen Gars und Lengmoos, eine große Kiesgrube entstehen kann.

Ausgleichsfläche, Rekultivierung und gegebenenfalls auch Reparatur und Sicherung von Straßenschäden. Vieles ist bereits ausgeplant für ein großes Vorhaben einer Eggstätter Baufirma, das der Gemeinderat Gars so nicht mittragen möchte.

„Kiesgrube in Dörfl“ war ein wichtiger Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung in Gars. Bürgermeister Norbert Strahllechner und sein Geschäftsführer August Grundner informierten darüber, dass eine Firma aus Eggstätt vier Abbau-Bauschnitte vorsehe und zunächst Kiesaushub / Abbau erfolgen würde.

Eine Befüllung würde dann mit Aushub und Bauschutt erfolgen, heißt es. Der Rathauschef gab zu bedenken, dass das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen wohl auch ersetzen könnte, wenn sich die Räte dagegen entscheiden würden.

„Mir tut das im Herzen weh, wenn hier so ein massiver Eingriff in die Natur erfolgt“, zeigt sich Hildegard Brader entsetzt.

Für Brader sowie weitere Gemeinderäte ist es nicht verständlich, warum hier vom Landratsamt ein derart gravierender Einschnitt in die Landschaft und die Natur befürwortet werden könne.

Michael Kasenbacher betonte, dass es bei anderen, deutlich weniger einschneidenden Projekten oftmals nicht so leicht sei, Genehmigungen zu erhalten, weil sich die untere Naturschutzbehörde dann gegen Projekte im Garser Gemeindegebiet ausspreche und Vorhaben dadurch blockiert würden. „Das Landratsamt sieht in diesem speziellen Fall der Kiesgrube keine Probleme“, so Bürgermeister Norbert Strahllechner.

„Wenn die Hausaufgaben alle gemacht sind und das Landratsamt dem so zustimmt, müssen wir doch fast auch zustimmen“, heißt es vom zweiten Bürgermeister, Georg Thanner. Er gibt zu bedenken, dass Kiesabbau im Gemeindegebiet gut möglich sei und verweist auf weitere Kiesgruben, die es in Ortsteilen von Gars bereits gebe. Für Thanner stehe jedoch an erster Stelle, dass solch ein Projekt für Anlieger erträglich sein müsste, er interessierte sich dafür, ob die Anlieger dies tatsächlich befürworten, dass in ihrer nächsten Umgebung eine Kiesgrube entstehen und erweiterter Verkehr hinzuzukommen könne.

Ein Anlieger habe nicht unterschrieben, weil er Beeinträchtigungen befürchtet, heißt es aus dem Rathaus. „Zurecht“, fanden mehrere Gemeinderatsmitglieder gleichermaßen. Einige sehen es als bedenklich an, hier so in das Ortsbild und die Natur einzugreifen. „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, findet Anton Gruber.

Probleme wegen Flächennutzungsplan?

Bürgermeister Norbert Strahllechner informierte die Gemeinderatsrunde darüber, dass im Flächennutzungsplan für diesen Bereich eine landwirtschaftliche Nutzung eingetragen sei. Doch nach Informationen des Landratsamts soll Kiesabbau als privilegierte Nutzung gelten. Somit sei es konform mit dem Flächennutzungsplan. Bei der Abstimmung haben drei Räte für das Kiesgruben-Projekt in Dörfl gestimmt, der mehrheitliche Rest war dagegen. Somit steht fest, dass die Gemeinde Gars dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt.

Quelle: innsalzach24.de

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