Respekt für die heldenhafte Rettung

Das Weihnachtswunder von Gars

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Gars – Zunächst sahen die Retter nur den Kopf und eine Hand der Frau, die im Wrack unter dem Zug eingeklemmt war. Schnitt für Schnitt wurde sie in Gemeinschaftsaktion befreit. 

Große Anerkennung durch die Öffentlichkeit für die engagierten Helfer, die am Montagabend mit guten Gedanken und bedachtem Tun die verletzte Frau aus dem Autowrack unter dem Triebwagen herausschnitten. Die Befreiung der Frau hat sich auf fast drei Stunden erstreckt. Nach Angaben der Polizei haben sich die vielen Rettungskräfte selbstlos und sehr bedacht um die Rettung der schwer verletzten Frau gekümmert, die aus den Wrackteilen unterhalb eines Triebwagens geholt werden konnte. Hängende Stromkabel, Metallteile, die durch den Zusammenprall verkeilten, der Anblick vor Ort war nichts für schwache Nerven, die Lage auch für die Rettungsteams durchaus gefährlich.

Am Einsatz beteiligt waren verschiedenste Einheiten aus Feuerwehr, Technischem Hilfsdienst, Polizei, Notarzt sowie Sanitätern. Werner Huber ist Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Grünthal. Er war - wie auch viele Feuerwehrler aus Aschau, Wang, Gars, Mittergars, Kraiburg, St. Erasmus und Mühldorf - vor Ort und hat geholfen.

Mit Ausrüstung, speziell geeignet für Rettungseinsätze nach Unfällen, fuhren die alarmierten Feuerwehrgruppen aus der Umgebung zu dem schweren Unglück an der Bahnstrecke zwischen Gars-Bahnhof und Mittergars. Kurz zuvor wurde bekannt, dass ein Zug der Südostbayernbahn ein Auto, das auf den Gleisen hing, erfasste. Viele der örtlichen Feuerwehren haben sogenannte Hilfeleistungslöschfahrzeuge.  Die vielen Übungsstunden brächten zwar keine Routine, schließlich sei jede Rettung anders, doch definitiv die Gewissheit, sich auszukennen und helfen zu können, heißt es vom Kreisverband. 

Immer näher zur Verletzten gekommen

Viele engagierte Retter waren bei dem Einsatz dabei. Die Zusammenarbeit der Rettungsteams aus dem Landkreis habe hervorragend funktioniert, erklärt die anwesende Polizei.

Den Feuerwehren aus der Umgebung war es gemeinschaftlich möglich, mit den Geräten die verletzte Frau aus den Wrackteilen zu schneiden, um ihr eine schnelle Versorgung zu ermöglichen. "Wichtig war uns dabei, dass sich hier wirklich erfahrene Leute aktiv an die unmittelbare Rettung der Frau machen, die jungen Erwachsenen konfrontierten wir nicht mit der Situation unter dem Triebwagen“, so der Kommandant. Eine gute Entscheidung, denn mit konzentriertem Tun und bedachten Handlungen glückte die Rettung. „Unser Ziel war es, die Frau lebendig herauszuziehen, diese Aufgabe ist uns gelungen“ zeigten sich viele Einsatzkräfte glücklich.

„Du hast Dein Ziel vor Augen und musst sachlich deine Aufgabe angehen, um kein Opfer, sondern eine verletzte Person zu retten“. Zu negativen Stress-Situationen sei es nie gekommen sei, weil es eine sehr ruhige Zusammenarbeit war.

Weg für Notarzt frei gemacht

Natürlich sei es ein Wettlauf mit der Zeit gewesen, hektisch wurde jedoch niemand von den Hilfskräften, erinnern sich viele Einsatzkräfte. Prioritäten seien gesetzt worden. Als erstes habe man dem Notarzt einen Zugang zur Verletzten ermöglichen müssen, berichtet Werner Huber gegenüber wasserburg24.de.

„Die unter dem Triebwagen im Wrack eingeklemmte Person war sehr lange ansprechbar" heißt es unter anderem von der Polizei.

Unfall an Bahnstrecke: Auto unter Zug

Stolz, geholfen zu haben

Die vielen Geräte, die bei der Rettung verwendet wurden, lassen darauf schließen, dass es viele gut ausgebildete und erfahrene Feuerwehren waren, die sich der Befreiung der Verletzten annahmen. Von Spreizer, Säbelsäge, Pedalschneider, Rettungszylinder, Gurtmesser, Hebekissen, Unterlegkeil, Schraubendreher – um die Verkleidung der ineinander gekeilten Teile wegzuschrauben, verschiedene Gerätschaften wurden eingesetzt.  

Die Öffentlichkeit zollt den tatkräftigen Rettern viel Respekt. Die Einsatzkräfte werden zu regionalen Helden, haben sich selbstlos um die Rettung der Frau gekümmert. Er sei stolz auf seine Mannschaft und darauf, dass die anwesenden Einsatzkräfte aus den verschiedensten Institutionen so wunderbar zusammengearbeitet haben, betont Werner Huber. „Stolz denke ich, können wir alle sein, aber vielleicht ist es treffender zu sagen, dass wir glücklich sind, dass diese Rettung gut geklappt hat“.

Wie verarbeiten Feuerwehrler solch anstrengende Erlebnisse und Eindrücke? Jede Feuerwehr handhabt dies anders. Wenn Rettungskräfte seelsorgerische Unterstützung brauchen, um Geschehnisse besser verarbeiten zu können, stehen Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams zur Verfügung.

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Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © Mittermair

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