"WallDisc" siegt beim Landeswettbewerb

Schallplatten-Uhren erobern die Hauptstadt

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Sven Lehmann, Vorstand der Schülerfirma "WallDisc"
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Gars am Inn - Jetzt geht's nach Berlin! Garser Gymnasiasten holten sich mit ihrer Schülerfirma "WallDisc" den Sieg beim Landeswettbewerb von "Junior".

Ihre Idee war unkonventionell, aber erfolgreich: Die Schülerfirma "WallDisc" hat mit Wanduhren, hergestellt aus alten Schallplatten, den Landeswettbewerb von "Junior", einer gemeinnützigen Gesellschaft für ökonomische Bildung, gewonnen. Mitte Juni dürfen die Garser Gymnasiasten zum Bundesfinale nach Berlin reisen.

"Vor der Entscheidung haben wir alle gezittert"

"Das kam sehr überraschend", erinnert sich Sven Lehmann aus dem Vorstand von "WallDisc". "Wir sind in den Minuten vor der Entscheidung gespannt und zitternd dagesessen. Wir sind alle unter Druck gestanden." Das Zittern hat sich gelohnt - am Ende stand der erste Platz beim Landeswettbewerb. Rund 100 Schülerfirmen aus ganz Bayern hatten teilgenommen, ins Finale eingeladen wurden nur noch zehn. "WallDisc" musste sich dort gegen kreative Ideen wie leuchtende Blumentöpfe, Batik-Textilien und ein Stadtmemory über Augsburg mit Audio-Guide durchsetzen. Den ersten Platz teilt sich "WallDisc" mit "Knolo", einer Schülerfirma, die Kopfhörertaschen produziert, die ein Verknoten der Kabel verhindern sollen.

Beide Firmen fahren zum Bundesfinale nach Berlin (16.-18. Juni), um sich mit den besten Schülerfirmen der anderen Bundesländer zu messen (Bayern stellt aufgrund der regen Beteiligung im Freistaat als einziges Bundesland zwei Teilnehmer). In der Hauptstadt haben die Nachwuchsunternehmer von "WallDisc" gleich drei Ziele: Am Wettbewerb teilnehmen, die Stadt genießen ("WallDisc" bleibt ein paar Tage länger in Berlin) - und möglichst viele Schallplatten-Uhren verkaufen. Genau wie beim Landesfinale in München wollen die Garser Gymnasiasten auch in der Hauptstadt geschäftstüchtig sein und den Wettbewerb als Verkaufsgelegenheit nutzen.

Wert der Anteile hat sich versechsfacht

"Wir haben schon an die 700 Uhren verkauft", erzählt Sven. Sogar Großaufträge von Firmen habe "WallDisc" inzwischen übernommen.  "Junior" verlangt, dass die Firmen höchstens 15.000 Euro umsetzen und 5000 Euro Gewinn machen. Die Gewinngrenze möchte "WallDisc" in Berlin erreichen. "Wir sind weiter fleißig am Produzieren und Verkaufen", erzählt Sven.

Vor allem die Transportkosten, konkret also die Fahrten zum Landeswettbewerb und zu einer Messe in Regensburg, drücken bislang den Gewinn. Profitabel arbeiten die Garser Gymnasiasten dennoch. Sven zufolge hat sich der Wert der Anteile, die die Unterstützer der Schülerfirma zu Beginn des Projekts gezeichnet haben, versechsfacht. Mit jeweils zehn Euro konnten sich damals insgesamt 90 Interessenten am Unternehmen beteiligen.

Die Schüler investieren eine Menge Zeit in ihr Projekt - und das neben dem Unterricht. Für den Bundeswettbewerb opfern die Gymnasiasten sogar einen Teil ihrer Pfingstferien. "Wir setzen uns total für das Unternehmen ein", sagt Sven. Jeder von ihnen habe zwischen 80 und 150 Stunden an dem Projekt gearbeitet, schätzt der Schüler. Alleine während einer Verkaufsaktion beim Globus in Mühldorf war Sven den ganzen Tag auf den Beinen.

Nächster Halt Estland?

Im Juni muss die Schülerfirma offiziell aufgelöst werden, so wollen es die Regeln. Die Gymnasiasten können ihr Projekt dann aber als richtiges Unternehmen weiterführen. "Die Überlegungen waren auf jeden Fall schon da, aber bis zum Landeswettbewerb waren wir uns nicht so sicher", erzählt Sven. Der Sieg beim Landeswettbewerb hat letztlich den Ausschlag gegeben, dass die Schüler in jedem Fall weitermachen wollen. Auch weil sie sich nun noch bessere Chancen ausrechnen. Jetzt sei die Firma schließlich viel bekannter, gerade überregional, erklärt Sven.

Doch auch als Schülerfirma ist für "WallDisc" in Berlin womöglich noch nicht Endstation. Es lockt das europäische Finale von Junior Mitte Juli in Estland. Außerdem ist "WallDisc" bei einem weiteren Wettbewerb im Rennen, dem Bundes-Schülerfirmen-Contest. Wer möchte, kann online seine Stimme für "WallDisc" abgeben.

Aus unserem Archiv:

Giulia, Sven und Tim von "WallDisc" mit ihren ersten Produkten:

Schüler machen aus Schallplatten Wanduhren

Quelle: innsalzach24.de

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