Citymanager für die "Marke Haag"

Haag - Der Markt Haag will sich bei der weiteren Entwicklung von einem Citymanager helfen lassen. Der Bauausschuss erteilte vorläufig für ein Jahr den Auftrag an ein Fachbüro.

In Wasserburg wird zwar immer wieder mal darüber gesprochen, bisher hat man dort einen Citymanager aber als zu teuer abgelehnt. Das halb so große Haag dagegen leistet sich diesen Service jetzt: Mit sechs gegen drei Stimmen entschied sich der Bauausschuss des Haager Gemeinderats dafür.

Wie teuer das kommt, wurde öffentlich nicht genannt. Nach einem Jahr will man aber Bilanz ziehen und beim Budget eine Obergrenze einhalten.

Kann die Gemeinde heutzutage gar nicht anders, als Citymanager, Gutachter und Städteplaner "einzukaufen" oder ginge es auch ohne? Das war die Hauptfrage bei der Beratung. Für Haag stünden nämlich noch mehr Investitionen an, mahnte Dritter Bürgermeister Egon Barlag (Freie Wähler Haag). Da finde er "35.000 Euro Beratungsgeld" für die Begleitung des Intergrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) schon überzogen.

Von einem "Fass ohne Boden" sprach Alois Eisenauer (PWG). Stefan Högenauer (CSU) meinte, die Gemeinde kaufe für teures Geld Gutachten und Beraterkonzepte, verwirkliche aber nichts damit. Wenn die Finanzierung des Citymanagers auch von oben bezuschusst werde, habe man dennoch viel auszugeben. Es sollten dabei nicht nur "Schubladenpapiere" herauskommen.

Wolfgang Grubwinkler von "Identität & Image", dem Fachbüro, das die bisherige Konzeptentwicklunge begleitet hat und künftig das "Citymanagement" übernimmt, verwies auf die konkreten Maßnahmen zu Städtebau und Einzelhandel, die der Manager begleite. Der "externe Kümmerer" werde über das Förderprogramm zur Hälfte vom Staat bezahlt. Ein Jahr lang gelte ein gedeckeltes Budget. Dieses System laufe in vielen Städten "problemlos bei kurzen Wegen". Der Citymanager garantiere eine generelle Begleitung beim Planen. Unterstützung findet er in der Lenkungsgruppe mit Haager Bürgern.

Haag habe ein Riesenprogramm umzusetzen und nach finanziellen Möglichkeiten abzuarbeiten. Grubwinkler schlug daher einen Projektfonds von mindestens 20.000 Euro vor. Die Umsetzung der Projekte hänge von der "Findigkeit der Haager" ab.

Grubwinkler schlug beispielsweise die "Qualifizierung des Bauernmarktes" vor, der für die Kommune zum Magneten werden könnte. Dafür gebe es positive Beispiele woanders. "Die wollen das nicht", widersprach Bürgermeister Hermann Dumbs. Der Haager Bauernmarkt wolle bleiben, wie er ist und habe weder Ware noch Personal zur Aufstockung. Dagegen schlug Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) vor, mit Fischangebot und weiteren Öffnungszeiten zu vergrößern.

Der Citymanager müsse wissen, was sich für Haag empfiehlt, meinte Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG). Die Räte sollten sich die Umsetzung ein Jahr lang anschauen und dann die Bürger und Geschäftsleute fragen, "ob sich was getan hat".

Ein Leerstandsmanagement brauche Haag nicht, stellte Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß fest. Er schlug eine Servicewoche für den Einzelhandel vor, die Harmonisierung der Öffnungszeiten, ein Parkleitsystem für Haag, die Belebung der Märkte und die Zusammenarbeit der Gemeinde mit "Haag aktiv". Das seien die Ziele für 2013, um in die "Marke Haag" zu investieren. Diese Punkte wurden schließlich auch in den Beschluss aufgenommen.

Auf kurzfristige Erfolge drängte Herbert Zeilinger (CSU). Dazu brauche man einen Spezialisten, der die Haager Situation durchleuchte, aber nicht wieder 1000 Konzeptpunkte.

Wolfgang Grubwinkler regte als weitere Möglichkeiten einen verbesserten Internetauftritt Haags an, eine Werbekampagne für den Schlossturm als "Leuchtturm für Haag" und einen Brotofen für den Bauernmarkt.

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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