Deponie wird Vorzeige-Solarpark

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Die Deponie am Haager Schachenwald wird nach Mitteilung des Umweltministeriums einer von zwei Vorzeige-Solarparks in Bayern. Der andere entsteht in Nürnberg.

Haag - Auf der Mülldeponie am Haager Schachenwald soll ein Vorzeigeobjekt entstehen, ein Ökosolarpark. Damit überraschte Umweltminister Dr. Marcel Huber selbst Bürgermeister Hermann Dumbs.

Es sei schon "a Zeitl her", dass das Umweltministerium mal angefragt hätte, ob die Gemeinde grundsätzlich damit einverstanden wäre, sagt Bürgermeister Hermann Dumbs. Der Gemeinderat sei sich einig gewesen, dass nicht dagegen spräche, wenn die Statik der Deponie, die dem Landkreis gehört, das hergebe. Seitdem hatte er nichts mehr gehört.

Am Montag nun verkündete Dr.Marcel Huber im Festzelt, dass Haag neben Nürnberg als Standort für den Ökosolarpark ausgewählt worden sei. Als Absicht stehe dahinter, die "Bevölkerung bei der Energiewende und der Umstellung auf erneuerbare Energien stärker mitzunehmen". Die "Hightech-Ökosolarparks" im Norden und Süden Bayerns sollen als Vorbild dienen, "wie Solarenergie umwelt- und landschaftsverträglich erzeugt werden kann".

Jeder Park soll gleichzeitig Musterbeispiel dafür sein, wie sich eine für Solarenergie genutzte Fläche zu einem attraktiven Lebensraum für Tiere und Pflanzen entwickeln kann. Eine Million Euro werde dafür investiert. Der Landkreis Mühldorf und die Gemeinde Haag unterstützten das Vorhaben. Mit der Nutzung der Deponie am Schachenwald will man das "Ökopotential verloren geglaubter Flächen" nutzen. Gerade alte Industrieflächen und stillgelegte Deponien erwiesen sich als günstige Standorte zur Solarerzeugung.

Für Privatnutzer und Firmen soll nach Dr.Huber hier eine "Informationsdrehscheibe zu erneuerbaren Energien und Ökologie" geschaffen werden. Die Bevölkerung soll sich so im Hightech-Park über die aktuelle Entwicklung informieren können. Damit wolle man die Akzeptanz für Ökoenergien in der Bevölkerung steigern.

Den Baubeginn mit Spatenstich kündigte der Minister für Mitte 2013 an. Warum dieses "wunderbare Beispiel der Praxis" gerade in Haag entstehe, erklärte der Minister im kurzen Gespräch mit Zweitem Bürgermeister Dr.Winfried Weiß: Erstens habe man die besondere Situation der Verwendung eines Altlastenstandortes berücksichtigt. Zum zweiten biete die Nähe des Fachbetriebes Schletter eine ideale Kooperation an.

Firmenchef und Gemeinderat Ludwig Schletter begrüßte die angekündigte Maßnahme. Ihm gefiel der Einklang der Altlastenfläche mit neuer Energiegewinnung besonders. Mit seiner Firma werde er das Projekt unterstützen. Das bedeute, dass die Besucher des Ökosolarparkes im Anschluss eingeladen seien, die Beispielanlagen der benachbarten Firma Schletter zu besichtigen. Hier könnten sie erfahren, was die Energiewende als Wirtschaftsfaktor leiste.

Landrat Georg Huber war froh, dass der Landkreis Mühldorf mit dem Projekt wiederum eine Vorreiterrolle erhalten habe. Die Haager Deponie sei zwar nicht einfach, doch laufende Untersuchungen bestätigten, dass der Ökosolarpark hier errichtet werden könne.

Ludwig Meindl (Wasserburger Zeitung) 

Quelle: innsalzach24.de

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