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Junger Wirt eröffnet trotz Pandemie

Asiatische Fusionsküche statt Leerstand in Haager Traditionslokal „Graf Ladislaus“

Japanische und vietnamesische Gerichte bietet David Nguyen im „Saizu“ an.
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Japanische und vietnamesische Gerichte bietet David Nguyen im „Saizu“ an.

Da hätte sogar Graf Ladislaus gestaunt: Der Landesherr, der im Reichsparlament seinen Sitz hatte, aber nie bis an die Grenzen Europas vorgestoßen ist, könnte heute in dem nach ihm benannten Lokal „Graf Ladislaus“ in Haag asiatische Küche genießen. David Nguyen wagt mitten in der Pandemie den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnet sein Lokal.

Haag – David Nguyen, der in Deutschland aufgewachsener Vietnamese, will hier eine „asiatische Fusionsküche“ aus japanischen und vietnamesischen Gerichten etablieren. Er ist quasi in der Küche seiner Mutter aufgewachsen und arbeitet seit 18 Jahren in der Gastronomie: „Ich habe viel von meiner Mutter gelernt. Für die japanische Küche hatte ich gute Lehrer.“

Den „Graf Ladislaus“ richtet er momentan auch optisch auf ein asiatisches Flair ein, „aber ohne großen Schnickschnack“.

Dann will er sich dem Sushi und dem Service widmen. Ein vietnamesischer Koch, ein Mitglied der Familie, soll sich um die weiteren Gerichte kümmern.

Gaststätte ist für kulinarische Vielfalt bekannt

Die Geschichte des „Graf Ladislaus“ war von kurzer Lebensdauer mit eineinhalb Jahren. Pächter Fred Schweiger konnte seine Vorstellungen über eine „Burger-Küche“ in Haag nicht verwirklichen. Einen deutlichen Akzent setzte er allerdings als Musiklokal: Hobbymusikanten gaben sich hier die Türklinke in die Hand, regional und überregional bekannte Künstler bereicherten die Kleinkunstbühne – die Haager hatten nach langem wieder eine Kunst- und Nachtszene, die letztlich durch die Pandemie in die Knie gezwungen wurde.

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Bis 2014 führte eine griechische Familie das Restaurant unter dem Namen „Akropolis“ und stimmte zu Feiern Sirtaki-Klänge an. Vorher hatte es schon Pächterwechsel gegeben, unter anderem mit der heutigen Wirtin des „Rosenberger Stüberls“, Mariele Winkler. Vorangegangen war das erste Pilspub in Haag, mit dem sich Pächter Bodo einen Namen machte. Er konnte anfangs den Ansturm kaum bewältigen. Von ihm übernahm Roland Maurer, der spätere „Hofgarten“-Wirt, in den 80er Jahren und ließ beispielsweise zur Silvesterparty noch die Haager Feuerwehrband mit „Schnidi“, Jürgen Bachmeier und Michael Thaler aufspielen.

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Den Grundstein für das Lokal hatte Maria Keller gelegt. Sie hatte das Gebäude gekauft. in Erding hatte sie bereits als Bedienung gearbeitet und danach in der Münchener Straße mit ihrem Mann einen Stehausschank betrieben, um dann ihren Traum vom eigenen Café zu verwirklichen – und es wurde für die 60er und 70er Jahre das berühmteste Tanzcafé weitum: „Café Keller“. Hier spielten zahlreiche Bands wie die „Toxi-Band“ mit Erich Piszek. Hier traten die männlichen Gäste mit Krawatte an, die Damen im Kleid. Hier genoss man die Drinks an der Bar. Und es verging selten eine Tanznacht, in der Marias Mann Schorsch nicht dazu aufgefordert wurde seinen Lieblingsschlager zu singen.

Somit weist das einstige Café eine reiche Palette von bayerischen, griechischen, amerikanischen und asiatischen Speisen auf. Nur eines blieb von Anfang an konstant dabei und arrangierte sich mit jedem Gericht: das Haager Bier, in diesem Fall wieder Unertl Weißbier.

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