B15neu: "Fronten prallen aufeinander“

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Marcel Huber bekommt viel Post. Das Thema B15neu betreffe die Verfasser der Briefe ganz unterschiedlich, erklärt der Staatsminister im Gespräch mit wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair

Landkreis - „Die Lösung ist regional unterschiedlich“, erklärt Staatskanzleichef Marcel Huber. Der Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben nimmt im Interview Stellung zur momentanen Lage der B15neu.

„Die Herangehensweise der Politik ist bekannt, der Ministerratsbeschluss sieht den gleichwertigen Bestandsausbau und die Prüfung der Anordnungstrasse vor, um zu sehen, wie es für alle Seiten annehmbar vonstattengehen könnte“, so Huber. „Wichtig ist, die Dimension zu prüfen“, betont der Staatskanzleichef im Gespräch mit wasserburg24.de. „Welche Dimension muss der Ausbau haben? Es macht Null Sinn, wenn der eine Teil auf der Strecke von Regensburg nach Rosenheim zweispurig ausgebaut ist und anderorts komme es womöglich zu einer vierspurigen Autobahn mit Seitenstreifen“, heißt es von Huber. Ein Anordnungssystem ohne gleichen Querschnitt mache keinen Sinn, daher sei eine Prüfung unbedingt weiter erforderlich. Man werde sehen müssen, wie groß die Dimension sei, wie stark die Effekte des Bestandsausbaus im Sinne der Verkehrswirksamkeit. „Und genau das ist Aufgabe der Bundesregierung. Ich darf nochmal alle daran erinnern, dass es eine Bundesstraße ist“, so Marcel Huber.

Kampfeslust der Bürger ungebrochen?

Der Anschluss der Umgehung Haag und dem südlichen Verlauf sei aktuell noch strittig, erläutert Huber auf Nachfrage. „Hier prallen die Fronten enorm aneinander“, so Huber. Er bekomme sehr viel Post zu diesem Thema, betont der Staatskanzleichef während des Gesprächs. „Das ist für ein Straßenbauprojekt, das frühestens in zwanzig Jahren realisiert wird, wirklich bemerkenswert, aber es sorgt aktuell für sehr große Betroffenheit“, ist sich Huber im Klaren. Er unterscheide vier Gruppen.

Die Erdinger würden verlauten lassen, dass sie aktuell nichts machen wollen, weil sie sich darauf verlassen würden, dass die Anordnungstrasse, die seit 30 Jahren im Gespräch sei, auf dem Betreuungsgebiet von Mühldorf umgesetzt werde, berichtet Huber. Das Schlagwort des „Verbrauchs landwirtschaftlichen Nutzgrunds“ fällt, dies sei ein wesentlicher Diskussionsstoff. „Die Mühldorfer sagen, wenn die B15 überlastet ist, müsse eine Lösung wie in Regensburg, Rosenheim oder Landshut her, nämlich eine bestandsnahe Straßenertüchtigung, soweit dies möglich ist“, so Huber. „Und dies mit möglichst schneller Entlastung für die betroffenen Ortschaften“, fügt der Staatskanzleichef hinzu.

Der dritte Stapel an Briefen, die er bekomme, stamme von teils wütenden Unternehmern, die dem Staatsminister vorwerfen, dass dieser Raum unzureichend erschlossen sei. Der Appell der Wirtschaft sei, diese Chance, eine Straße zu bekommen, auch zu nutzen. „Da heißt es dann, wir wollen nicht nur nach München, sondern auch in den Norden Bayerns und in den angrenzenden Süden“.

Als vierten Stapel zählt der Staatsminister die Fundamentalisten auf, die ihm ebenfalls zahlreiche Briefe und Meinungen zukommen lassen.

Stand der Dinge

„Der Ausbau bis Landshut ist fix, nach derzeitiger Beschlusslage kommt dann die Ost- und Südumfahrung von Landshut, auch daran ist inzwischen nichts mehr zu rütteln, die Landshuter brauchen dies wirklich dringend“ betont Marcel Huber. Ende dieses Ausbaus sei die B299 und die B15. „Der Verkehr, der an Landshut vorbeigeführt wird, wird an diesen beiden Trassen weiterführen“, erklärt Huber. „Das ist auf Dauer aber definitiv kein Zustand“, so der Staatskanzleichef weiter. Darum müsse man sich darum kümmern, wie er von dort weitergeführt werden kann, gibt Marcel Huber zu bedenken. „Wenn wir jetzt einfach mal kurzzeitig die Mitte aussparen in den Überlegungen und von Haag bis Rosenheim weitergehen, dann ist das letzte Stück, nämlich Rosenheim, eigentlich ja auch in trockenen Tüchern, die Umfahrung Rosenheim ist mit zwei bis drei Abschnitten von insgesamt vieren im Bau“, so Huber im Gespräch mit wasserburg24.de.

Der Teil südlich von Haag und dem Anschluss an die Umfahrung von Rosenheim ist konsentiert. Hier verzichtet man auf den Ausbau der Anordnungstrasse und setzt auf den Bestandsausbau mit Umgehungsstraßen. Man müsse hier einen Ort umgehen und an weiteren Standorten die Ertüchtigung mit dreispurigem Ausbau voranbringen, erläutert der Staatsminister. Dies ist in der Bevölkerung so angekommen. Unruhe herrsche dennoch. Auch weiterhin.

Quelle: innsalzach24.de

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