Ausschlaggebend ist derzeit die Frage nach dem Standort

„Medizinische Grundversorgung unter einem Dach" - Ein neues Ärztehaus für Haag?

Die Marktgemeinde Haag mit dem Schlossturm aus der Vogelperspektive.
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Haag mit dem Schlossturm als Markenzeichen der Gemeinde aus der Vogelperspektive.

Haag - Damit die hausärztliche Versorgung in der ländlichen Region verbessert wird, schwebt derzeit die Idee eines neuen Gesundheitszentrums im Raum. Es sind aber noch einige Detailfragen offen - allen voran die eines geeigneten Standorts.

Auch wenn die Marktgemeinde in ihrer Ratssitzung Anfang August grundsätzlich ihr Einvernehmen für eine Erweiterung des MVZ erteilt hat, wird wohl noch einiges Wasser den Inn herunterlaufen, bevor es zu einer konkreten Planung kommt. Bürgermeisterin Sissi Schätz erklärt, vor der Entwicklung müsse zunächst der Standort geklärt werden.  Es lag schon eine Bauvoranfrage für einen Neubau im Bereich nach der Bräuhauskurve Richtung Ortsausfahrt vor - allerdings mit ungeklärten Fragen. Auch die Debatte um die Nutzung des vorhandenen Leerstands versus Neubau flammte Schätz zufolge in der Sitzung wieder auf. Zudem müsse das Denkmalschutzamt einbezogen werden.


Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte am Ende jedoch der bestehenden Bauvoranfrage mit elf zu sieben Stimmen zu. So beschloss das Gremium, die Bauvoranfrage an das Landratsamt weiterzuleiten und die Stellungnahme der städtebaulichen Beratung mit den ungeklärten Fragen beizulegen.

Neues Ärztehaus in Haag: Das sagt der Geschäftsführer des MVZ Mühldorfs


Der Wunsch von Dr. Wolfgang Richter, Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Mühldorf, ist es, ein gemeinsames Haus an einem zentralen Standort zu entwickeln - im Idealfall mit einer Apotheke, verschiedenen Facharztpraxen und Psysiotherapeuten. Ihm schwebt vor, die bestehenden Haager MVZ-Räume in der ehemaligen Hausarzt-Praxis von Dr. Liebl in der Rainbachstraße auszulagern und damit ein großes Projekt ortsnah zu verwirklichen - getreu dem Motto „Medizinische Grundversorgung unter einem Dach“.

„Das wäre sowohl für die Bewohner attraktiv als auch für Haag vorteilhaft“, betont Dr. Richter im Gespräch mit innsalzach24.de. Beim Modell wolle man sich am MVZ Isental in Schwindegg orientieren. „Wir verfolgen mit dem Projekt keine besonderen Präferenzen und wollen niemanden ausgrenzen. Wir freuen uns grundsätzlich über jeden, der mitmachen möchte und holen beispielsweise auch gerne andere Hausärzte mit ins Boot.“

Haags Bürgermeisterin unterstreicht abschließend, die Hausarzt-Situation in Haag sei „noch nicht so dramatisch“. Mittelfristig gedacht sei die Erweiterung des MVZ auf mehr Räumlichkeiten jedoch „zukunftsweisend“. Der nächste Schritt wird nun sein, gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten und Vertretern des MVZ einen runden Tisch zu bilden und das Thema eingehend zu diskutieren.

mb

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