Wirte und Lieferanten stehen hinter Entscheidung

Kein Haager Herbstfest 2019: "Der Tag hat kommen müssen"

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Bis in die Abendstunden hinein im Biergarten das Haager Herbstfest genießen - das wird heuer nicht möglich sein. 
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Haag in Oberbayern - Dass der Volksfestplatz an der Schäfflerstraße heuer leer bleibt im September, bedauern neben den Besuchern auch die beteiligten Wirte und Lieferanten. Mit vereinten Kräften wird nun an einer Lösung gearbeitet. 

Die Hiobsbotschaft, dass das Haager Herbstfest heuer ausfällt, warf wohl schon längere Zeit ihre Schatten voraus. Schweren Herzens, wie Veranstalter Bernd Furch in seiner Stellungnahme in der Karwoche schrieb, müsse man das Haager Herbstfest für 2019 aussetzen.

Alois Unertl senior: "Die Leute werden sehr traurig sein"

"Der Tag hat kommen müssen", sagt Alois Unertl senior trocken im Gespräch mit der Redaktion. "Bernd Furch ist als Organisator mit Herz und Seele dabei. Er hat jedoch mit jedem weiteren Jahr mehr über mangelnde Unterstützung geklagt. So konnte es nicht auf Dauer weitergehen." 

Unertl sieht die Gemeinde in der Pflicht, sich mehr einzubringen in den organisatorischen Aufwand: "Woanders funktioniert das doch auch, dass alle zusammenarbeiten und nicht einer alleine das Ganze stemmt. Da müssen wir langfristig auch hin." 

Dass man mehr zusammenarbeiten müsse, hat auch Bürgermeisterin Sissi Schätz erkannt, wie sie am Mittwoch gegenüber innsalzach24.de erläuterte: "Gerade die Hintergründe hatten wir nicht im Blick. Nun wollen wir gemeinsam Ideen erarbeiten, wie es leichter geht mit der Organisation." Ziel sei es, das Haager Herbstfest 2020 wieder zu realisieren.

Nicht nur die Bürgermeisterin hat dieses Ziel vor Augen, auch Unertl hofft, dass die Wogen im kommenden Jahr geglättet sind und wieder angezapft werden kann: "Das Fest hat nur einen Sinn, wenn alle an einem Strang ziehen." 

Alois Unertl senior (links) und Bernd Furch bei der Bierprobe zum Haager Herbstfest im Jahr 2017. 

Für Unertl bedeutet der Ausfall neben einem Image- natürlich auch einen Umsatzverlust. Ihm grause es jedoch mehr vor der bevorstehenden Aufgabe, den Stammgästen mitteilen zu müssen, dass es heuer keine fünfte Jahreszeit in Haag geben wird. "Die Leute werden sehr traurig sein, wenn die Festzelte heuer nicht an der B12 stehen. Das Herbstfest war beliebt. Ich bin ja nur Lieferant und gehe lieber selber als Gast hin. Dass das dieses Jahr nicht möglich ist, bedauere ich schon sehr." 

80.000 Besucher auf der Jubiläumswiesn 

Auch für Chris Grasser, dessen Familie mit dem Festzelt "Zum Suranger" auf dem Haager Herbstfest dabei ist, ist der Ausfall bedauerlich. Die Grassers, die sonst das Landgasthaus Suranger bei Amerang betreiben, sind seit drei Jahren auf dem Haager Herbstfest vertreten. Im ersten Jahr bot ihr Festzelt 400 Sitzplätze, 2018 waren es schon über 1.000. Mitunter daran wird das Wachstum des Haager Herbstfests ersichtlich. 

Um den Anforderungen der steigenden Besucherzahlen gerecht zu werden, sei die Entscheidung Furchs für Chris Grasser durchaus nachvollziehbar. Auch für den jungen Festwirt überwiegen die Probleme, die es nun zu lösen gilt. Gerade die Parkplatzsituation sei dringend verbesserungswürdig, infrastrukturell müsse Einiges gemacht werden rund um den Festplatz. "Die Besucher werden von Jahr zu Jahr mehr, im Rekordjahr der Jubiläumswiesn waren es 80.000 Gäste. Um ihnen weiterhin den Standard bieten zu können, den sie gewohnt sind, waren wir uns nach mehreren Treffen schließlich einig, dass es am vernünftigsten ist, das Herbstfest heuer ausfallen zu lassen und jetzt gemeinsam an einem besseren Konzept zu arbeiten. Nicht, dass am Ende noch etwas passiert wäre." 

Chris Grasser blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Lieber jetzt frühzeitig reagieren und nachbessern, damit wir 2020 wieder voll durchstarten können." 

Die Grassers betreiben auf dem Haager Herbstfest das Festzelt "Zum Suranger": Chris, Marion, Alois und Lisa (von links). 

Beteiligte stehen hinter Furchs Entscheidung 

Dass das Herbstfest 2019 nicht stattfindet, bedauern wohl alle Beteiligten. Insgesamt aber fällt auf, dass die Wirte voll und ganz hinter der Entscheidung Furchs stehen, wie beispielsweise Petra Bauer von der Weinbar "Bauer's Cafe & Weinstadl" auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt. Eine eigene Stellungnahme wolle sie deshalb genauso wenig abgegeben wie die Betreiber des "Zeilinger's Festzelt"

mb

Quelle: innsalzach24.de

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