Pressemeldung der Haagenda

Podiumsdiskussion im Bürgersaal in Haag - Motto: Nachhaltigkeit vor Ort

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Podium: (von links nach rechts) Mattias Kiefer (Umweltbeauftragter Erzdiözese München-Freising), Anna Sax (fridays for future), Heiner Müller-Ermann (Moderator), Martin Geilhufe (Bund Naturschutz), Rosi Steinberger (Vorsitzende im Umweltausschuss des bay. Landtags), Richard Fischer (Gewerkschaft)

Haag - Bürgermeisterin Sissi Schätz begrüßte die Podiumsteilnehmer und alle Gäste. Insbesondere Landrat Georg Huber und die Kommunalpolitiker. Eine ganz besondere Freude bereitete es ihr, dass die erkrankte Vorsitzende der Agendagruppe, Heide Schmidt-Schuh, teilnehmen konnte. 

Franz Moser leitete stellvertretend mit einem Zitat ein. In dem Buch „Sylvicultura oeconomica“ beschreibt Hans Carl von Carlowitz schon 1713 die Methoden einer fachgerechten Waldbewirtschaftung. Dabei verwendet er zum ersten Mal das Wort „nachhaltend“. Dieser Begriff ist dann auch das Motto der Haagenda 2019. Moderator Heiner Müller-Ermann übernahm dann mit einem provozierenden „Dreisatz“: „Wir wissen, dass wir was tun müssen, wir wissen, was wir tun müssen, aber wir tun nichts“. Umweltverschmutzung, Artensterben und Klimawandel sind bekannt.


„Was können wir tun?“, fragte er die Podiumsrunde und bat sie, sich zunächst vorzustellen. Schnell schälte sich der Klimawandel als Hauptthema heraus. Wenige Tage zuvor war das Klimaschutzpaket der Bundesregierung bekannt geworden. Übereinstimmend stellte das Podium dies als „Päckchen“ dar. Insbesondere wurde ein höherer Einstiegspreis für den CO 2 - Ausstoß gefordert. Gewerkschafter Richard Fischer forderte, „dass der Wandel fair von statten geht und die Beschäftigten nicht unter die Räder kommen. Denn Klimaschutz ist immer auch eine Verteilungsfrage“.

Die Diskussion griff auch auf das Publikum über. Der Umweltreferent der Gemeinde, Hans Urban, unterstützte diese Forderung. Als der Ausbau des ÖPNV gefordert wurde, gab Landrat Georg Huber zu bedenken, dass hier schon vieles im Landkreis Mühldorf angestoßen wurde, aber man brauche einfach Geduld. Diese Geduld hatte Anna Sax nicht. „Wir müssen in allen Bereichen und ohne Ausnahme nach nachhaltigen Prinzipien wirtschaften, konsumieren und leben. Die Zeit für Ausreden und Fingerzeigen ist vorbei.“, forderte sie. Damit war das Thema Mobilität in den Mittelpunkt gerückt.


Ob man nun mit Gesetzen oder mit finanziellen Anreizen reagieren sollte, waren sich nicht alle einig. Rosi Steinberger hatte einen Vorschlag: „Bei der Mobilität gäbe es ein ganz einfaches Mittel, das sofort wirksam wäre: Endlich ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen einzuführen“. Insgesamt wurde die Diskussion als anregend empfunden. Das Thema Nachhaltigkeit müsse im Fokus bleiben und endlich Schritte unternommen werden. Heiner Müller-Ermann schloss mit einer Aufforderung an die Jugend: "Hauptsächlich die jungen Leute sollen schnellstens in die demokratischen Parteien gehen. Damit dort Mehrheiten für eine ernsthafte Klimapolitik zustande kommen. Das geht, aber nur wenn man reingeht."

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Quelle: innsalzach24.de

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