Bombendrohung als "Spaß" - Was soll das?

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Haag in Oberbayern - Schock im Naturfreibad am Mittwochabend: Ein Anrufer drohte mit einer Bombenexplosion - wohl ein schlechter Scherz einer 17-Jährigen. Warum macht man sowas?

"Zu den genauen Hintergründen liegen uns noch keine spruchreifen Informationen vor," erklärt Dr. Robert Schnabl von der Staatsanwaltschaft Traunstein. "Leider haben wir noch keine Anhaltspunkte zum Tatmotiv. Rache, Verunsicherung schüren, ein Beziehungshintergrund: Bei solchen Taten ist ein breites Spektrum an Gründen möglich."

Was war passiert?

In der Gaststätte des Naturfreibads klingelte am Mittwochabend gegen 19.45 Uhr das Telefon. Eine Stimme warnte: "

„Dies ist eine Bombendrohung, bitte verlassenen sie das Freibad und gehen sie nach Hause.“ Per SMS war der Anruf an das Festnetz der Gaststätte gesendet worden, eine computergenerierte Stimme verliest in solchen Fällen die Nachricht. Der Anruf hatte eine Evakuierung des gesamten Freibads zur Folge. Der Badespaß für die Besucher nahm ein jähes Ende - immerhin noch 30 Personen befanden sich zu dieser Zeit im Bad. Die Ermittlungen ergaben aufgrund der Handydaten bald, dass eine 17-Jährige aus Haag die SMS abgeschickt hatte - und die Bombendrohung stellte sich als fragwürdiger "Scherz" heraus. Dass die Täterin so schnell gefunden werden konnte, ist nicht selbstverständlich. "Uns steht ja die Vorratsdatenspeicherung nicht zur Verfügung," erklärt Schnabl. "Das ist immer wieder ein großes Problem. Oftmals gibt es keine Möglichkeit, an die Daten heran zu kommen."

Polizei und Staatsanwaltschaft ist jetzt sehr viel daran gelegen, die Umstände des Verbrechens schnellst möglich aufzuklären. "So etwas nehmen wir sehr ernst. Vor allem geht es darum, Nachahmer abzuschrecken," sagt Schnabl. "Man darf nicht vergessen, dass so etwas vor allem für die Betroffenen immer ein großer Schock ist - vorerst weiß man ja nicht, ob die Sache ernst ist, oder nicht."

Warum macht jemand so etwas?

"Das Motivbündel vergleichbarer Taten ist riesig", weiß Schnabl. "Oftmals sind die Täter schlichtweg verärgert und rächen sich an jemandem. Wenn im Hauptbahnhof beispielsweise eine Bombendrohung eingeht, kann es gut sein, dass ein Mitarbeiter eines Bahnhofsladens sich an seinem Arbeitgeber rächen will, der ja dann das Geschäft schließen muss und Verluste macht." Auch Beziehungshintergründe seien nicht selten, erklärt Schnabl weiter. "Ein Großteil der Leute machen sich aber tatsächlich nur einen "Scherz" aus solchen Aktionen." Das ist ein Humor, der schwer zu verstehen ist. Es bleibt zu hoffen, dass der Fall so schnell es geht vollständig aufgeklärt werden kann.

Red Is24

Quelle: innsalzach24.de

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