Spatenstich für die Mü32 bei Haag

Huber: "Wir müssen verdammt aufpassen"

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Landrat Georg Huber und Bürgermeisterin Sissi Schätz beim Spatenstich für die Mü32
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Haag - Den Spatenstich für die Mü32 hat Landrat Georg Huber für eine Reihe verkehrspolitischer Statements genutzt. Auch Baufirmen und Planungsbüros bekamen ihr Fett weg.

Mit einem symbolischen Spatenstich haben Mühldorfs Landrat Georg Huber und Haags Erste Bürgermeisterin Sissi Schätz die Bauarbeiten für die Mü32 eröffnet. Die Kreisstraße existiert bereits, wird nun aber im Zuge der Bauarbeiten verlegt. Dies ist der letzte Schritt der Gesamtplanung der Ortsumfahrung Haag. Der Verkehr aus westlicher Richtung wird nach Abschluss der Arbeiten direkt zum B15-Kreisverkehr südlich von Altdorf geleitet. Bislang müssen Autos, die eigentlich zum Kreisverkehr wollen, erst die Ortschaft Altdorf ansteuern, um dort nach Süden in Richtung Kreisverkehr abzubiegen.

"So menschenfreundlich wie möglich planen"

Landrat Georg Huber bei seiner Ansprache

In seiner Ansprache anlässlich des Spatenstichs hat Landrat Georg Huber einige kritische Bemerkungen zur Verkehrspolitik getätigt. Vor allem die Debatte um die B15neu treibt den Landrat offenbar um. "Die Diskussion, die heute läuft, kommt mir ein bisschen komisch vor", sagte Huber. Der Landrat zeigte sich überzeugt davon, dass eine mögliche Trassenführung der B15neu nur in Absprache mit der Bevölkerung gefunden werden kann. Dort, wo Menschen auf Politiker hofften, müsse man mit den Menschen sprechen, so Huber. "Von daher bin ich der sicheren Überzeugung: Da müssen wir verdammt aufpassen."

Die Debatte um die B15neu ist in den letzten Wochen neu entflammt. Vor allem eine mögliche neue Trassenführung hat die Bevölkerung aufhorchen lassen. Dabei hatte die Autobahndirektion eigentlich nur eine Trasse definiert, die naturschutzrechtlich die geringsten Probleme mit sich bringt. Wo die B15neu tatsächlich verlaufen wird, steht auf einem anderen Blatt. Einige vom neuen Verlauf betroffene Bürger waren nichtsdestotrotz aufgeschreckt. Mehrere Bürgerinitiativen gegen die B15neu wurden gegründet, der Protest gipfelte in groß angelegten Mahnfeuern mit tausenden Teilnehmern am vergangenen Samstag.

"Die Autobahndirektion als Verwaltung hätte ein bisschen vorsichtiger sein müssen", kritisierte nun Landrat Huber. Neben der Natur, müssten auch die betroffenen Menschen bei den Planungen berücksichtigt werden. "Ich glaube, dass man schauen muss, dass Neutrassierungen so menschenfreundlich wie möglich geplant werden."

"Bauvorhaben sauber vorbereiten"

Mit Blick auf die Finanzen richtete Huber anschließend mahnende Worte an Baufirmen und Planungsbüros. "Mir ist in den letzten Monaten und Jahren sauer aufgestoßen, dass Bauvorhaben nicht sauber vorbereitet wurden", so der Landrat, dem die Nachträge seitens der Planer und die daraus resultierenden Mehrkosten ein Dorn im Auge sind. Huber rechnet damit, dass die Steuereinnahmen sinken und die Sozialausgaben jedoch auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Man müsse deshalb immer stärker mit den Mitteln rechnen, die im Haushalt vorgesehen sind, so der Landrat.

Spatenstich für die Mü32 bei Haag

Bei der Mü32 rechnet Huber fest damit, dass der Zeitplan eingehalten wird. Von Mai bis Oktober dieses Jahren sollen die Arbeiten dauern. Die relativ lange Bauzeit erklärt sich aus dem vergleichsweise schlechten Baugrund, der voraussichtlich mehrere Aufschüttungen nötig machen wird. Die Neubaustrecke hat eine Länge von 550 Metern, mit einer Fahrbahnbreite von 6,50 Metern und einem 1,50 Meter breitem Bankett. Die Kosten belaufen sich auf 700.000 Euro, wobei ein Teil davon mit Zuwendungen vom Freistaat nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gedeckt wird. Die Höhe dieser Zuwendungen steht noch nicht fest.

Quelle: innsalzach24.de

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