Schlossturm-Nutzung noch umstritten

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Haag - Die Marktgemeinde kauft den Schlossturm, das ist klar. Aber es gibt noch einen letzten Problempunkt: Der Turm soll nur noch "museal" zu nutzen sein.

Die Gemeindeverwaltung und die Regierung tauschen derzeit Entwürfe des notariellen Kaufvertrages aus.

Nach dem Grundsatzbeschlusses, den Schlossturm zu kaufen, wird nun der Kaufvertrag vom Haager Notariat durch Dr. Wolfgang Barth ausgearbeitet. Strittig beim aktuellen Änderungsvorschlag blieb laut Gemeindegeschäftsleiter Manfred Mörwald neben anderem eine vom Staat geforderte Grunddienstbarkeit für das Mauerwerk. Als schwierig stufte er bei der Sitzung des Verwaltungsausschusses im Rathaussaal auch den formulierten Verwendungszweck ein.

Auf die Problematik einer eingeengten Verwendung im Sinne musealer und kultureller "Öffentlichkeitswirksam-keit" wies der Notar hin. Bei Übernahme dieses Passus wären keine weiteren Aktionen in Schlosshof und Turm möglich. "Das ist ein starkes Stück", empörte sich Ludwig Schletter (CSU). Der Staat wolle das historische Denkmal veräußern, Haag die Sanierung aufbürden, "sich aus der Verantwortung stehlen" und dabei auch noch Forderungen stellen.

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Keinen Kompromiss eingehen - das forderte Stefan Högenauer (CSU). Haag dürfe sich in diesem Fall durch die Regierung nicht gängeln lassen. Der Kaufpreis bleibt laut Zweitem Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU), der die Sitzung leitete, bei einem Euro. Das sei mit Blick auf den Sanierungsgegenwert auch gerechtfertigt. Festgestellt habe man bei einer Begehung, dass sich der Zustand des Denkmals verschlechterte und das Schadensbild weitere Ausmaße angenommen habe.

Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, inwieweit die äußere Ringmauer mit Burghof in die Sanierung einbezogen werden soll. Für das ganze Areal soll die Gemeinde eine Voruntersu-chung durchführen lassen, so Geschäftsleiter Manfred Mörwald. Diese sei förderungsfähig, nehme jedoch die Zeit bis Ende des Jahres in Anspruch, sodass mit den Arbeiten am Turm dann erst nächstes Jahr begonnen werden könne.

Dann müsse man wegen der fortgeschrittenen Schäden aber auch im kommenden Winter einen Witterungsschutz am Schlossturm anbringen. Das Denkmal, schlugen die Vertreter der Regierung laut Mörwald vor, solle als einheitliches Sanierungsobjekt behandelt werden. Die Finanzierung sei dann in Abschnitten möglich.

In der weiteren Diskussion konzentrierten sich die Räte auf den strittigen Punkt II.2, der die Verwendung auf eine "museale Nutzung" zuschneidet. "Feste müssen möglich sein", so Dritter Bürgermeister Egon Barlag (Freie Wähler Haag). Der Staat brauche sich bei der Finanzierung nicht zieren. Er gebe "viele Millionen für Prestigeobjekte" und "30 Millionen für Kirchen" aus. Da könne er auch für den Haager Turm mehr übrig haben. Hochzeiten zu organisieren muss künftig in Turm wie Schlosshof möglich sein, so Schletter. Wenn ein Privatmann den Turm nutzen wolle, solle ihm die Gemeinde auch die Gelegenheit dazu verschaffen dürfen.

Abschließend brauchte man zwei Abstimmungen, um sich darauf zu einigen, dass der alleinige "museale Verwendungszweck" ersatzlos aus dem Kaufvertrag zu streichen ist, dass man dann aber "vorbehaltlos" zustimmen könne.

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © re

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