Tetra-Funk: Druck auf Kommune steigt

Haag - Die Wende im Streit um den Funkmast-Standort? Haag wehrt sich gegen ein "Betonmonster" von 60 Metern und fordert Kirchdorf zum Umdenken auf!

Eine Wende scheint sich im Streit um den Standort für den Funkmasten der BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) abzuzeichnen. Haag wehrt sich gegen ein "Betonmonster" von 60 Metern am Ortseingang und fordert Kirchdorf zum Umdenken auf.

"Zwei Jahre haben wir schon zugeschaut und abgewartet", empörte sich Ludwig Schletter (CSU). Jetzt soll endlich eine Entscheidung fallen. Fraktionskollege Herbert Zeilinger unterstrich die Bedeutung der Standortsuche. Sie diene schließlich nicht den privaten Handynutzern, sondern werde im Behördenfunk für die Aufgaben von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz eingerichtet.

Im Blickfeld der Funknetzanbieter lagen bisher die Raketenstation und die Haager Wasserreserve Richtung Wella. Beide Standorte sind erhöht und eigneten sich bestens, so die Betreiber. Sie liegen auf Kirchdorfer Gemeindegebiet. Der Haager Gemeinderat hatte bisher abgewinkt, so Zweiter Bürgermeister Dr.Winfried Weiß (CSU), der die Sitzung des Verwaltungsausschusses im Rathaussaal leitete. Man wollte nicht gegen den Willen der Gemeinde Kirchdorf entscheiden.

Nun aber änderte sich die Lage. Die Funkbetreiber kamen nach Ablehnung der erhöhten Standorte auf den Hügeln auf die Idee, bei der Haager Mülldeponie am westlichen Ortseingang einen 60 Meter hohen Turm für die Sender zu errichten. Gleichzeitig baue sich allmählich ein "gewisser Druck" auf, stellte Gemeindegeschäftsleiter Manfred Mörwald fest: "Die Zeit drängt." So könne die Funkgesellschaft auch den Standort eines Privatmanns wählen und den Haagern den Turm vor die Nase setzen.

"Der Teufel steckt im Detail" zitierte Sissi Schätz (SPD). Warum solle sich der Haager Gemeinderat gegen Kirchdorf stellen? Es sei Aufgabe der "Tetrafunk-Menschen", Standorte zu suchen. Offensichtlich eigneten sich die Kirchdorfer Höhen, vor allem die alte Raketenstation. Haag könne diese Lage gar nicht bieten.

Die Entscheidung, ob der Sender auf die Wasserstation bei Kirchdorf oder am Ortseingang mit Turm komme, stehe erst später an, so Weiß. Zunächst müsse man bei den Kirchdorfer Nachbarn darauf hinwirken, dass sie ihre ablehnende Haltung überdenken und sich "für die Raketenstation durchringen". Ein Durchsetzen mit Gewalt sei aus Gründen der guten Nachbarschaft nicht empfehlenswert.

Wenn nicht, soll der Funk trotzdem in Richtung Kirchdorf zu stehen kommen, so Schletter. Bei der Alternative am Ortseingang handle es sich um einen 60 Meter hohen Turm aus Beton, der 200.000 Euro koste. Es sei Steuerverschwendung, wenn man im Tal einen hohen Turm baue, was auf den Hügeln ohne Turm möglich sei.

"Wir lassen uns den nicht vor den Ortseingang pflanzen", verwahrte sich Zeilinger. Ein Funkmast passe viel besser auf die Raketenstation. Wenn die Kirchdorfer diese "ideale Lösung" ablehnten, solle Haag den Standort auf der Wasserreserve freigeben, den man bisher aus Rücksicht auf Kirchdorf abgelehnt habe.

Diese Alternative verpackten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses in ihren einstimmigen Beschluss: Haag lehne den 60-Meter-Turm ab und stelle im Gegenzug das Grundstück an der Wasserreserve zur Verfügung. Solle die Gemeinde Kirchdorf einen geeigneteren Standort auf ihrem Gemeindegebiet vorschlagen, stimme man dem zu.

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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