"Um Transparenz bemüht"

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Noch ohne Radom, das ist die schützende Kuppel über dem eigentlichen Radargerät, präsentiert sich auf diesem Bild der insgesamt 50 Meter hohe Wetterradarturm im Schnauppinger Forst.

Isen/Maitenbeth - Gut ein Jahr nach dem Richtfest wurden auf dem Wetterradarturm bei Schnaupping Antenne und Radom installiert. In Betrieb gehen wird die Anlage voraussichtlich im Januar 2013.

Ursprünglich war vorgesehen, den Schnauppinger Wetterradarturm im Frühjahr 2012 in den Radarverbund des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu integrieren. Damit wird der geplante Zeitpunkt der Inbetriebnahme um knapp ein Jahr überschritten. Verantwortlich für die Verzögerung, erklärt Gerhard Lux, Pressesprecher des DWD, sei die schleppende Projektumsetzung. "Der Radarturm war zwar bereits Ende März soweit fertiggestellt, dass eine Installation des Radargerätes hätte erfolgen können. Das für Schnaupping vorgesehene Gerät konnte durch den Hersteller jedoch erst im Herbst zur Verfügung gestellt werden".

Maitenbeth eingeladen

Nach der Inbetriebnahme sei im Februar ein mehrwöchiger Testbetrieb geplant. "Die eigentliche Nutzung der qualitätsgesicherten Daten aus Schnaupping für die Wettervorhersage und die Wetterwarnung sowie für den Hochwasser- und Katastrophenschutz schließt sich etwa ab dem März 2013 an", teilt der Pressesprecher weiter mit.

Derzeit sei noch nicht bekannt, wann die Bundesnetzagentur Messungen durchführen wird, um die Emission der Geräte zu überprüfen. Da der DWD um Transparenz bemüht sei, habe man bereits dem Maitenbether Bürgermeister, Josef Kirchmaier, mitgeteilt, dass sich der DWD die Begleitung der Messung durch einen Vertreter der Gemeinde oder einen von dieser vorgeschlagenen Sachverständigen wünscht.

Während es in Isen nur vereinzelte Kritik am Wetterradar im Schnauppinger Forst gab, hat sich in der Nachbargemeinde die "Initiative Maitenbeth" gebildet. Sie befürchtet, dass sich die Strahlenbelastung, die momentan bereits durch mehrere Anlagen bestehe - unter anderem auch durch ein Flugsicherungsradar, das sich in unmittelbarer Nähe des Wetterradars befindet - drastisch erhöhen werde.

Die Initiative kritisierte vor allem die Informationspolitik der Kommune und setzt sich für eine Reduzierung der Radar- und Funkstrahlung, frühzeitige Einbeziehung der Bürger in Verfahren, Ermittlung der Strahlenbelastung und fundierte Auskünfte über Gefahren und mögliche Schutzmaßnahmen ein.

Die Wetterradaranlage im Schnauppinger Forst wird mit einer Betriebsfrequenz von 5640 MHz und einer Spitzenleistung am Senderausgang von zweimal 250 Kilowatt betrieben. Eine Gefährdung der Bevölkerung durch Strahlenbelastung schließt der DWD aus.

ane/Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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