"Kann Haag keine Hoffnung machen"

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Haag - Der Verkauf des Haager Schlossturms ist Teil einer prinzipiellen Politik des Finanzministeriums. Das erklärt Bayerns Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer im Gespräch mit der Redaktion.

"Da kann ich den Haagern leider keine Hoffnungen machen." So klipp und klar antwortete der bayerische Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer auf die Frage, ob sein Ministerium sich an der Sanierung des Haager Schlossturms beteilige. Er wisse wohl um den Denkmalwert des Turms, er respektiere das hohe Engagement vor Ort - nur seien dies keine Argumente, die für die Politik des Finanzministeriums zählten. Haag ist nämlich kein Sonderfall.

Zum ausgeglichenen bayerischen Staatshaushalt gehört das Sparen. So ist das Finanzministerium derzeit daran, sämtliche seiner Liegenschaften zu prüfen. Dabei wird nicht nach historischem Wert gefragt, sondern im Wesentlichen auf nur ein Kriterium geachtet: Gibt es einen "Staatsbedarf"?

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Dieser "Staatsbedarf" kann entweder so aussehen, dass das Ministerium ein Gebäude für Behörden oder Ähnliches nutzt. Das ist im Falle des mittelalterlichen Turms ohne Heizung und Wasser aber völlig undenkbar. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass der Turm überregionalen Tourismus erzeugt und somit unterm Strich rentabel erscheint. Das ist wohl bei den Königsschlössern oder der Würzburger Residenz der Fall, beim Haager Schlossturm seien aber - mit oder ohne Grafschaftsmuseum - keine Touristenströme zu erwarten. Am Ende der Prüfung war klar: Der Haager Schlossturm wird ebenso verkauft wie beispielsweise der "Römerturm" in Aufkirch im Allgäu oder die einstige "Landesimpfanstalt" in München. Aus Prinzip.

Das Finanzministerium verfolgt eine strikte Politik. "Wo ich dem Markt Haag entgegenkommen kann, ist nur die Tatsache, dass ich bereit bin den Turm zu einem symbolischen Preis von einem Euro abzugeben - und ihn nicht auszuschreiben." Das sei nämlich laut Pschierer die einzige Alternative, auch wenn er das so nicht gern sähe: Erwirbt Haag den Turm nicht, dann müsste der Turm am freien Markt gegen Höchstgebot verkauft werden und wäre eventuell der Öffentlichkeit entzogen.

Dass Haag den Schlossturm zunächst sanieren muss, ist auch Pschierer klar. Doch über einen Zuschuss zu den Sanierungskosten lässt das Finanzministerium trotzdem nicht mit sich reden. Sein Haus, so Pschierer, werde selbst kein Geld bereitstellen. Es könne bestenfalls bei der Suche nach Fördermöglichkeiten durch den Denkmalsschutz oder die bayerische Landesstiftung behilflich sein. Das heißt: Sichere Zusagen wird Haag vom Finanzministerium, dem derzeitigen Verhandlungspartner, eher nicht erhalten.

Mit Argumenten zur historischen Bedeutung oder zum Symbolwert des Turms für das Haager Land wird man das Finanzministerium nicht beeindrucken können. Der ausgeglichene Haushalt geht vor.

Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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