Umstellung stellt Kommunen vor große Herausforderung

Das digitale Rathaus: Bürgermeister aus der Region skeptisch

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Die Digitalisierung schreitet voran. Die Kommunen stellt das vor eine große Herausforderung.
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Landkreis Mühldorf - Auf der jüngsten Bürgermeisterversammlung wurde die Digitalisierung in Rathäusern behandelt. Ein Gesetz zwingt die Kommunen zur Umstellung und stellt die Städte und Gemeinden vor eine große Aufgabe.

Digitalisierung - Chance oder Pflicht? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Bürgermeister des Landkreis Mühldorfs in der jüngsten Versammlung in Zangberg. Martin Montag, Regionalleiter Oberbayern der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), referierte darum über dieses Thema. „Die Digitalisierung ist längst in der Gesellschaft angekommen, in der Verwaltung allerdings noch nicht“, so Montag.

Das soll sich aber bis 2022 ändern. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) schreibt dem Bund, Ländern und Kommunen vor, ihre Verwaltungsleistungen online anzubieten. Ziel des Freistaates Bayern ist sogar das Jahr 2020, das mit einer speziellen Förderung umgesetzt werden sollen. Insgesamt sind es knapp 575 Leistungen, die in Zukunft online abrufbar sein sollen. Den Bürgern soll es möglich sein, beispielsweise Geburts- oder Heiratsurkunden, Meldebescheinigungen oder auch Gewerbeanmeldungen online zu beantragen.

Onlineangebote werden von der Gesellschaft erwartet

Die Bürgermeister des Landkreises Mühldorf lauschen gespannt dem Vortrag von Martin Montag. 

„Egal ob alle Funktionen praktisch sind oder nicht – es wird von der Gesellschaft erwartet“, so Montag. Heutzutage sei alles bequem mit dem Handy zu erledigen. Die Vorteile für den Bürger liegen dabei klar auf der Hand: Keine Warteschlangen mehr für die Bürger, unterschiedliche Ämter sind online schnell abzurufen und müssen nicht separat besucht werden. Zudem ist man nicht an Öffnungszeiten gebunden.

Doch auch für die Kommunen bieten sich neue Chancen. Kosten für Papier wird gespart, schnellere Übermittlung von Rechnungen, Transparenz über den gesamten Verarbeitungsprozess – und das sind nur ein paar Vorteile.

Kommunen vor großer Herausforderung

Doch die Kommunen, besonders in der ländlichen Region, stellt diese Aufgabe eine große Herausforderung dar. Die Sicherheit spielt dabei eine große Rolle, um die Daten zu schützen. Doch nicht nur aus diesem Grund, seien Experten notwendig. Der ganze Prozess sei sehr komplex und für viele Verwaltungsmitarbeiter schwer zu verstehen. Montag sieht daher auch eine Pflicht bei den Kommunen, Jobs attraktiver zu gestalten: „Digital Natives sind es gewohnt alles mit dem Handy zu machen. Die jungen Leute finden einen Job mit einem Aktenschrank wohl eher nicht so spannend.“

Von den Bürgermeistern wurde aber auch angemerkt, dass sie zweigleisig – digital und analog - arbeiten müssten. Für viele ältere Personen sei der Weg auf ein Amt auch nach der Umstellung die einfachere Variante, da sie sich im Gegensatz zur Jugend mit der Technik nicht auskennen würden. Dr. Karl Dürner, Bürgermeister von Schwindegg, sieht der Umstellung skeptisch gegenüber: „Das wird eine schwierige Aufgabe für die Kommunen. Ich verstehe auch die Förderung des Freistaates nicht. Die Umstellung benötigt Zeit, da muss man nicht noch zusätzlichen Anreize für eine schnelle Durchführung bieten.“

Ab 1. Oktober können Autos bereits online ab-, um- und oder angemeldet werden. Weitere Dienste folgen ab dem 1. Januar 2020. Die Umstellung wird kommen und die Kommunen müssen sich möglichst bald damit auseinandersetzen, ob sie es wollen oder nicht.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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