Fortbildung für Integrationslotsen

Zwischen Anteilnahme und Abgrenzung

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Das Foto zeigt eine Gruppe der ehrenamtlichen Integrationslotsen bei ihrer Fortbildung zum Thema „Zwischen Anteilnahme und Abgrenzung.“

Landkreis Mühldorf am Inn - "Zwischen Anteilnahme und Abgrenzung," so lautete der Titel einer Fortbildung für die ehrenamtlichen Integrationslotsen hier im Landkreis.

Derzeit gibt es 50 Integrationslotsen im Landkreis, die in 30 Sprachen ihre Unterstützung anbieten. Sie übernehmen eine Vermittlerfunktion zwischen Eltern und Schule bzw. Kindergarten. Durch die Integrationslotsen ist es gelungen, Migrantenfamilien besser zu erreichen und sie in ihrer Muttersprache über das Schulsystem in Bayern zu informieren. Gleichzeitig schaffen die Lotsen bei ihren Landsleuten ein Bewusstsein für die Bedeutung der schulischen Bildung als Schlüssel für die Bildungsbiographie. Die 35-jährige Corina Daminescu aus Rumänen ist eine dieser ehrenamtlichen Integrationslotsinnen. „Hier kann ich mich nie integrieren“ war einer ihrer ersten Gedanken, als sie mit 19 Jahren nach Deutschland kam.

Ein langer Weg liegt hinter ihr

Heute arbeitet Corina Daminescu als Assistentin der Geschäftsleitung in einem Transportunternehmen. Da es bis dorthin ein langer Weg war, möchte sie etwas zurückgeben und andere Migranten auf diesem Weg unterstützen. Wie viele Familien Corina Daminescu mittlerweile als Lotsin betreut hat, weiß sie gar nicht mehr genau. Bei ihren Einsätzen erleben die ehrenamtlichen Lotsen viele bereichernde Momente, aber auch fordernde und belastende Situationen. Wie geht man damit um? Wo sind meine eigenen Grenzen? Antworten auf diese Fragen bekamen Corina Daminescu und die weiteren Teilnehmer der Fortbildung von der Referentin Barbara Fröhlich-Rausch. Sie riet den Teilnehmern, vorab genau die Aufgaben zu definieren und sich auch seiner Grenzen bewusst zu werden.

Unterstützung im Bildungssystem

Das Konzept der Integrationslotsen beschränkt sich in erster Linie auf die Unterstützung im Bildungssystem. Für Anliegen, die darüber hinausgehen, sei es durchaus legitim, auf andere Stellen zu verweisen, ermutigte die Referentin die Ehrenamtlichen, und nicht über die eigenen Grenzen zu gehen. Die Fort- und Weiterbildung der Integrationslotsen wurde über die Freiwilligenagentur Ehrensache im Rahmen des Projekts „Miteinander leben – Ehrenamt verbindet“ gefördert.

Interkulturelle Kompetenzen und Gesprächsführung 

In regelmäßigen Abständen organisiert Jelena Djakovic Fortbildungsreihen, die sich inhaltlich mit dem bayerischen Schulsystem sowie den Themen interkulturelle Kompetenzen und Gesprächsführung auseinandersetzen. Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Migrationshintergrund für ein Ehrenamt zu begeistern und sie zu gewinnen, soziale Verantwortung zu übernehmen und damit zu einer gelingenden Integration beizutragen. „Miteinander leben“ wird vom Bayerischen Sozialministerium gefördert, von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (lagfa bayern e.V.) koordiniert und von der Hochschule München wissenschaftlich begleitet.

Pressemitteilung der Pressestelle Landratsamtes Mühldorf a. Inn

Quelle: innsalzach24.de

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