So laufen die Lärmmessungen ab *mit Voting*

Ministerium: Tempolimit auf A94 kann auch zum Lärmschutz beitragen

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Wie viel Lärm produzieren die Autos? Das ist einer der Fragen, die bezüglich des Tempolimits geklärt werden muss. 
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Landkreis Mühldorf – Nachdem die Initiative „Nein zum Tempolimit auf der A94“ bei eigenen Lärmmessungen keine Überschreitung der Grenzwerte festgestellt hat, bezieht das bayerische Verkehrsministerium Stellung zum Tempolimit auf der A94 und wie die anstehenden Messungen durchgeführt werden.

„Geschwindigkeitsbeschränkungen können in bestimmten Fällen geeignet sein, die Lärmbelastung zu verringern, indem schnellfahrende Fahrzeuge auf ein harmonisiertes Geschwindigkeitsniveau gebracht und so die Lärmspitzen bei Autos verringert werden“, so Corinna Korn, Stellvertretende Pressesprecherin Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, gegenüber innsalzach24.de über den Effekt eines Tempolimits auf die Lärmbelastung.

Vorerst müssen sich alle an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Stundenkilometern auf der A94 halten, die am 1. Februar in Kraft getreten ist. Welchen Effekt das Tempolimit hat, darüber kann aktuell noch keine Aussage getroffen werden. Aufgrund der vielen Beschwerden der Lärmbelastung hat sich die Politik jedoch für diese Maßnahme entschieden, um ein Lärmgutachten zu erstellen.

„Die zuständige Autobahndirektion Südbayern bereitet aktuell, aufgrund eines Landtagsbeschlusses, die Vergabe von zusätzlichen Messungen an ein auf Umweltakustik spezialisiertes Ingenieurbüro vor“, so Korn.

Schilderwald auf der A94 für das Tempolimit

Korn: "Messreihen über mehrere Wochen erforderlich"

Die Initiative „Nein zum Tempolimit auf der A94“ hat allerdings in Eigenregie bereits eigene Messungen durchgeführt und dabei keine Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt. Vielmehr sei das Tempolimit für sie „wirkungslose Symbolpolitik“.

Allerdings haben die Ergebnisse dieser Messungen der Initiative noch keinerlei Aussagekraft. Laut Verkehrsministerium müsse beim DIN-genormtem Messverfahren, das auf der A94 angewendet wird, ein längerer Zeitraum untersucht werden. „Für die uns bekannten Messverfahren zur Ermittlung von Mittelungspegeln sind Messreihen über mehrere Wochen erforderlich, um verlässliche anerkannte Werte zu erhalten“, erklärt Korn.

Die Messperioden würden sich aus den Regelwerken ergeben und dienen dazu, den Einfluss der Witterung, der Hintergrundgeräusche sowie der zeitlich schwankenden Verkehrsstärke so gering wie möglich zu halten.

Kommt der Lärm überhaupt von den Autos?

„Die gemessenen höheren Werte und der subjektiv lautere Lärm war ausschließlich von Lastkraftwagen verursacht“, heißt es im Bericht der Initiative. Diese These kann das bayerische Verkehrsministerium aus vergangenen Messungen zumindest teilweise unterstreichen: „Der für die Berechnung maßgebende Beurteilungspegel wird ab einem Lastkraftwagen-Anteil von etwa 10 Prozent hauptsächlich durch diese bestimmt.“ Auf Autobahnen sei das Aufkommen in der Regel sogar deutlich höher.

Es bleibt spannend. Die Diskussionen über das Tempolimit werden allerdings nicht aufhören. Bis zum 31. Juli ist das Tempolimit vorerst gültig, gegen das bereits eine Petition eingeführt worden ist.. Dafür mussten knapp 90 Schilder entlang der Fahrbahn aufgestellt werden. Optional könnten sogar noch drei Monate zusätzlicher Beurteilungszeitraum hinzukommen. „Erst nach Beurteilung der Ergebnisse könnten weitere Maßnahmen besprochen werden“, erklärt Oliver Patzer, Sprecher des Innenministeriums.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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