Gesundheitsamt für Modellprojekt ausgezeichnet

Regierung lobt Integrationsprojekt

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Freuen sich über das Lob: Landrat Georg Huber (erster v. l.) und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts.

Mühldorf a. Inn - Das Gesundheitsamt Mühldorf hat im Rahmen der Betreuung der im Landkreis lebenden Asylbewerber im letzten Jahr das Modellprojekt „Für ein besseres Miteinander“ zur Unterstützung der Asylsozialarbeit im Landkreis ausgearbeitet und gestartet. Nun wurde dieses Projekt von der Regierung von Oberbayern in einem Schreiben ausdrücklich gelobt.

Wörtlich heißt es: „Das Team Prävention am Gesundheitsamt Mühldorf hat sich durch eine professionelle und kreative Bewältigung der großen fachlichen, personellen und interkulturellen Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet.

Ein funktionierendes Netzwerk

Im Rahmen einer Feierstunde im Landratsamt dankte auch Landrat Georg Huber den Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes unter der Federführung von Dr. Cornelia Erat für ihre engagierte und motivierte Arbeit bei der Integration der Flüchtlinge. Im Zuge dessen hob er die funktionierende Netzwerkarbeit aller in der Asylarbeit tätigen Personen im Landkreis hervor. „Mir es ist wichtig, dass die Menschen, die Schutz und Hilfe suchen, auch menschenwürdig behandelt werden – und Sie leisten hier einen enorm wichtigen Beitrag,“ so der Landrat wörtlich. Ziel solle sein, dass künftig jeder Neuankömmling an einem Integrationskurs teilnehme.

Das Projekt beinhaltet unter anderem Workshops für Asylbewerber. So werden junge, männliche, alleinstehende Asylbewerber in einem Workshop über die Rolle der Frau in verschiedenen Ländern und speziell auch in Deutschland informiert. Weitere Themen dieses Workshops sind unter anderem Gleichberechtigung in Deutschland, das Verhältnis von Frau und Mann in Deutschland, Nähe und Distanz, Aufklärung über die strafrechtliche Behandlung von sexuellen Übergriffen

"Kulturdolmetscher" vermitteln unsere Werte und Kultur

Die Inhalte werden den Männern möglichst in deren Muttersprache durch vom Gesundheitsamt vorab geschulte „Kulturdolmetscher“ vermittelt. Dies sind Männer, die größtenteils aus den Herkunftsländern der Asylbewerber kommen, und den Workshop in der Regel vor Ort in den Unterkünften der Asylbewerber durchführen und dabei die Inhalte mit vielen Fotos und eindringlichen Worten vermitteln. Seit November letzten Jahres wurden bereits über 1.000 junge Männer unterschiedlichster Herkunft, die als Flüchtlinge in den Landkreis Mühldorf gekommen sind, in diesem Workshop über den Umgang miteinander – speziell mit Frauen – in Deutschland informiert.

Darüber hinaus wird ein Workshop für Familien sowie Frauen und Männer mit Kindern angeboten. Die Themen hier sind unter anderem Gleichberechtigung in Deutschland, Chancengleichheit, Gewaltfreiheit (in der Ehe, bei der Erziehung etc.) inklusive rechtlicher Folgen bei Nichtbeachtung, sexuelle Selbstbestimmung und sexueller Missbrauch sowie die Vermittlung von Handlungskompetenz inklusive der Benennung von Ansprechpartnern.

Die Sozialpädagoginnen gehen auch in die Schulen

Auch diese Inhalte werden möglichst in der Muttersprache der Asylbewerber durch vom Gesundheitsamt speziell geschulte „Kulturdolmetscher“ vermittelt. Die Kulturdolmetscher beherrschen verschiedene Fremdsprachen. Insgesamt können die beiden Workshops in zehn verschiedenen, für die Asylbewerber relevanten Sprachen angeboten werden. Die Dolmetscher helfen mit ihren Vorträgen, den Flüchtlingen ein Stück weit unsere Werte und Rechte sowie unsere Kultur näherzubringen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern. Das Thema „interkulturelle Kompetenz“ wird von Sozialpädagoginnen des Gesundheitsamtes im Rahmen der sexualpädagogischen Projekte in die Schulen des Landkreises gebracht. Je einen Vormittag lang arbeiten die Sozialpädagoginnen mit den nach Geschlechtern getrennten Schulklassen an Themen wie „Beziehungen“, „Grenzen“ und „Körperwissen“ und verknüpften die Inhalte mit interkulturellen Besonderheiten. Seit Oktober wurden bereits über 1000 Schülerinnen und Schüler verschiedener Schultypen und Jahrgangsstufen erreicht und für die Thematik sensibilisiert.

Pressemitteilung des Landratsamts Mühldorf a. Inn

Quelle: innsalzach24.de

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