Flüchtlingsprojekt „Für ein besseres Miteinander“

Dann klappt's auch mit der Integration

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Auch ein "Kulturdolmetscher" der ersten Stunde berichtete über seine Erfahrungen.

Mühldorf - Das Gesundheitsamt Mühldorf hat kürzlich die Ehrenamtlichen im Landkreis über sein Integrationsprojekt „Für ein besseres Miteinander“ informiert.

Erfreulicherweise kamen trotz des schönen Sommerabends viele Interessierte in das Landratsamt, um sich über das Projekt „Für ein besseres Miteinander“ zu informieren, das das Gesundheitsamt zur Unterstützung der Asylsozialarbeit im Landkreis ausgearbeitet und im letzten Herbst gestartet hat.

Dank an die engagierten Helfer

Vertreter von Gemeinden und engagierte Ehrenamtliche erfuhren im Rahmen einer Infoveranstaltung alles über die beiden Workshops, die das Gesundheitsamt gemeinsam mit weiteren Stellen im Landkreis entwickelt hat. Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamtes, betonte in seiner Begrüßung, wie wichtig Hilfe und Unterstützung für die Menschen, die als Flüchtlinge in den Landkreis Mühldorf kommen, sind. Dr. Steingruber bedankte sich bei allen Anwesenden für deren großes Engagement in der Flüchtlingshilfe.

Anschließend stellten die Sozialpädagoginnen Carola John-Hofmann und Anna Fischer das Integrationsprojekt näher vor. Es beinhaltet unter anderem Workshops für Asylbewerber für unterschiedliche Zielgruppen. Zum einen werden junge männliche, alleinstehende Asylbewerber in einem Workshop über die Rolle der Frau in verschiedenen Ländern und speziell auch in Deutschland informiert. 

Weitere Themen dieses Workshops sind unter anderem Gleichberechtigung in Deutschland, das Verhältnis von Frau und Mann in Deutschland, Nähe und Distanz, aber auch Aufklärung über die strafrechtliche Behandlung von sexuellen Übergriffen

Die Flüchtlinge sollen in ihrer Muttersprache informiert werden

Zum anderen wird ein Workshop für Familien sowie Frauen und Männer mit Kindern angeboten. Die Themen hier sind unter anderem Gleichberechtigung in Deutschland, Chancengleichheit, Gewaltfreiheit, sexuelle Selbstbestimmung und sexueller Missbrauch sowie die Vermittlung von Handlungskompetenz inklusive der Benennung von Ansprechpartnern.

Die Inhalte der beiden Workshops werden möglichst in der Muttersprache der Asylbewerber durch vom Gesundheitsamt speziell geschulte „Kulturdolmetscher“ vor Ort in den Unterkünften der Asylbewerber vermittelt. Die Kulturdolmetscher beherrschen verschiedene Fremdsprachen, insgesamt können die beiden Workshops in zehn verschiedenen für die Asylbewerber relevanten Sprachen angeboten werden. Die Dolmetscher helfen mit ihren Vorträgen, den Flüchtlingen ein Stück weit unsere Werte und Rechte sowie unsere Kultur näherzubringen.

Papa Wagne hat schon viele Erfahrungen gesammelt

Gespannt lauschten die Teilnehmer der Veranstaltung den Erfahrungen von Papa Wagne, der bereits von Beginn des Projekts an als Kulturdolmetscher für das Gesundheitsamt tätig ist und schon eine Vielzahl von Workshops durchgeführt hat. „In Deutschland schauen sich die Menschen in die Augen. Das ist keine Aufforderung zum Flirt, sondern bedeutet Freundlichkeit und Respekt“, so Papa Wagne. Mit solch deutlichen Worten klärt der sympathische aus dem Senegal stammende Familienvater die jungen Männer über den Umgang in Deutschland auf und veranschaulicht seine Vorträge mit vielen Bildern und weiteren praktischen Beispielen.

Am Ende des Abends waren sich alle einig, wie wichtig die Förderung eines guten Miteinanders von Landkreisbevölkerung und Asylsuchenden ist, und dass auch schon kleine Schritte und Gesten ein Lächeln beim Gegenüber bewirken können. „Ein offener, respektvoller Umgang auf allen Seiten stellt die Grundlage für ein gutes Miteinander dar und ist wesentlich, damit Integration gelingen kann“, fasste Dr. Steingruber zusammen. Auch weiterhin wird sich das Gesundheitsamt mit diversen Projekten an der Integrationsarbeit für Flüchtlinge beteiligen.

Pressemitteilung des Landratsamts Mühldorf

Quelle: innsalzach24.de

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