Landkreis Altötting und Mühldorf betroffen

Gespinstmotte hüllt Bäume zwischen Inn und Salzach ein

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Die Gespinstmotte hat nun auch in den Landkreisen Mühldorf und Altötting Einzug gehalten. 
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Landkreis Altötting/Mühldorf - In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land hat es sich die Gespinstmotte bereits gemütlich gemacht. Nun hält sie auch in der Region Einzug: 

Die gelb-grauen Raupen der Gespinstmotte, hüllen derzeit einige Bäume und Sträucher in den Landkreisen Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land, mit einem weißen Schleier ein. Fast erinnert das Schauspiel an die Berliner Reichstagsverhüllung des Künstlerehepaares Christo und Jeanne-Claude im Jahr 1995.

Nun sind auch die Landkreise Mühldorf und Altötting betroffen, wie die jeweiligen Landratsämter auf Anfrage unserer Redaktion bestätigen. 

Wie Markus Huber vom Landratsamt Altötting mitteilt, sind einige Fälle im Landkreis Altötting aufgetreten. Jedoch in einem normalen Ausmaß, welches vergleichbar mit den Vorjahren ist. 

Statement des Landratsamtes Mühldorf am Inn

"Das zurzeit in Auwäldern und Waldrändern auftretende Bild – ganze Bäume und Sträucher sind in silbrig-grauen Gespinsten eingehüllt, die Gehölze leergefressen – mutet sprichwörtlich „gespenstisch“ an. Verantwortlich hierfür sind dieRaupen der Traubenkirschen-Gespinstmotte, die Ende Mai, Anfang Juni an Traubenkirschen ihr Unwesen treiben.

Die hellgrünen mit schwarzen Punktereihen versehenen Raupen sind etwa drei Zentimeter lang und beginnen unmittelbar nach dem Schlupf mit ihren Fraß, der bis hin zum Kahlfraß der Bäume reicht. Zu dieser Zeit finden die Raupen die gerade sprießenden Blätter der Traubenkirsche vor und spinnen die Gehölze von den Triebspitzen her ein. Diese „unheimlichen“ Netze dienen als Schutz vor Nässe und Parasiten.

Trotz langjähriger Beobachtung lässt sich weder eine verlässliche Aussage über den Kahlfraß noch über deren massenhafte Vermehrung treffen – bestimmte Zyklen sind nicht ableitbar. Das Wachstum der Raupen bzw. Motten ist von der Witterung und der Entwicklung der Wirtspflanze abhängig. 

Fachleute sind sich einig, dass Gegenmaßnahmen in freier Natur derzeit nicht erforderlich sind. Zwei bis drei Wochen nach diesem Kahlfraß treiben die Traubenkirschen erneut aus, dann ist lediglich nur noch am Stamm erkennbar, dass sie Ende Mai/Anfang Juni durch die Raupen entlaubt wurden. Auch mehrfach befallene Traubenkirschen überleben im Regelfall diese Attacken. Ein Eingriff in diesen natürlichen Ablauf ist nicht nötig."

Die Gespinstmotte hat nun auch in den Landkreisen Mühldorf und Altötting Einzug gehalten. 

Keine Gefahr für die Bäume

Für die Bäume und Sträucher ist der derzeitige Befall nicht gefährlich, sie treiben in den nächsten Wochen neu aus. Besonders befallen werden Traubenkirschen, Pfaffenhütchen und manche Obstbäume. Im Garten reicht es aus, die gesponnenen Nester samt Raupen möglichst früh auszuschneiden.

Keine Gefährdung für Menschen

Für Menschen sind die Raupen der Gespinstmotte, im Gegensatz zum Eichen-Prozessionsspinner, nicht gefährlich, sondern vollkommen harmlos. Die Tiere befallen ausnahmslos Bäume und Sträucher. Der Eichen-Prozessionsspinner kann dagegen Hautausschläge, Juckreiz und Allergien auslösen. Ein Feldweg bei Rosenheim wurde wegen dieser Art der Schmetterlingsraupe bereits gesperrt

jg

Quelle: innsalzach24.de

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