Selbst Betäubungsgeschosse machen ihm nichts aus

Seit Wochen in Maitenbeth auf der Flucht: Schafbock "Bertl" lässt sich nicht einfangen

Er hat einfach jede Menge Bock auf Freiheit: Schon seit Wochen wird in Maitenbeth versucht, den Schafbock Bertl wieder einzufangen. Doch alle Versuche sind vergebens - selbst Betäubungsgeschoße können ihm nichts anhaben. 

Pressemitteilung im Wortlaut: 


Eine nicht ganz alltägliche Verfolgung der besonderen Art wurde am letzten Donnerstag nachmittags von der Haager Polizei im Großhaager Forst aufgenommen. Dort treibt sich seit mehreren Wochen ein gehörnter Geselle namens „Bertl“ (ein Kamerunschafbock) herum, der von Verkehrsteilnehmern in der Nähe der B 12 gesichtet und daraufhin der Polizeistation Haag gemeldet wurde.

Der Bertl entwischt - schon wieder

Sein Artgenosse namens „Seppi“ konnte vor kurzem „dingfest gemacht“ werden, Bertl jedoch entwischte damals. Aufgrund der neuerlichen Sichtungsmeldung von Bertl machte sich sodann eine Streife der Haager Polizeistation auf den Weg, um nach dem Vierbeiner Ausschau zu halten. Tatsächlich konnte er auch im Wald neben der Kreisstraße MÜ 53 zwischen der B 12 und Fahrnbach angetroffen werden.


Dort war ein 10-jähriger Junge aus dem Nachbarlandkreis vor Ort, der die beiden Böcke in der Vergangenheit mehrmals mit Getreide gefüttert und ihnen auch ihre Namen gegeben hatte. Auch dieses Mal wurde nun versucht, den Bertl mit einem Kraftfutterkübel anzulocken, um ihn sodann einzufangen. Bertl roch aber offensichtlich den Braten und zog sich immer wieder rechtzeitig geschickt zurück.

Schließlich kam eine Frau aus Maitenbeth hinzu, die vor kurzem bereits den „Seppi“ eingefangen hatte. Diese brachte eine Tüte mit Brot mit, dem der Bertl absolut nicht abgeneigt war und welches er neben der Straße stehend genüßlich und wohlwollend verzehrte. Da sich ja mehrere vorherige Versuche, das Tier einzufangen, bereits als erfolglos herausgestellt hatten, kam man schließlich überein, einen Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr hinzuzuziehen, um den Schafbock mittels einer Betäubungsspritze fluchtunfähig zu machen und ihn dann einzufangen und die Sache ein für allemal zu erledigen.

Der Bertl verträgt ziemlich viel

Aber das gestaltete sich in der Tat auch wesentlich schwieriger, als erwartet. Als Bertl von der ersten Betäubungsspritze am linken Hinterteil getroffen wurde, zog er sich sofort in den angrenzenden Wald zurück. Sodann wurde trotz des Einsetzens eines starken Regens von mehreren Personen seine Verfolgung aufgenommen, um ihn nach Einsetzen der Wirkung der Betäubungsspritze dann in Gewahrsam zu nehmen. Der Bock zog sich aber immer weiter ins Waldesinnere zurück und zeigte keinerlei Ermüdungserscheinungen. Ihm wurde erneut nachgepirscht.

Selbst nach einer zweiten Injektionssalve zeigte er sich absolut unbeindruckt und lief im Wald Richtung Hohenlinden davon. In der Nähe der Landkreisgrenze bei Hohenlinden wurde er dann nochmals gesichtet, eine weitere Injektionssalve verfehlte dann allerdings ihr Ziel und anschließend verlor sich dann seine Spur und seine „Verfolger“ mußten schließlich tropfnaß den Rückzug antreten. Warum die Betäubungsinjektionen bei Bertl keine Wirkung zeigten, ist nicht genau bekannt, aber offenbar verträgt dieser ziemlich viel.

"Wanted, but alive!"

Auch am heutigen Montag wurde er wieder bei Straßmaier in der Nähe der B 12 gesichtet und der Polizeidienststelle gemeldet. Beim Eintreffen der Polizeistreife hatte sich Bertl aber bereits wieder aus dem Staub gemacht. Vermutlich wird dieser Hornträger die Polizeidienststelle noch länger auf Trab halten. Nach ihm wird nun weiterhin steckbrieflich nach dem Motto „wanted, but only alive!“ gefahndet.

Pressemitteilung der Polizeistation Haag i. Obb, Trautmannsberger, PHK

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © Bertl: Wanted, but alive. 

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