Ehrenamt in der Luft:

"Wer oben ist, sieht einfach mehr!"

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Mühldorf - Wenn andere schwitzen, steigen Leo Möller und seine Kollegen ins Cockpit. Ihre Aufgabe: Waldbrände sichten und melden. Wir haben sie bei einem Rundflug begleitet: 

Temperaturen von über 30 Grad und nur ganz vereinzelt Regenschauer: Für die Meisten bedeutet das den Sommer nach Maß. Doch immer wieder führt genau diese Konstellation zu verheerenden Feuern in den heimischen Waldgebieten. Leo Möller und seine Kollegen von der Luftrettungsstaffel Bayern in Mühldorf haben genau dieses Problem fest im Visier. Sie steigen bei erhöhter Waldbrandgefahr in ihre Flugzeuge und kontrollieren die Region aus der Luft. Wir haben sie auf einem Rundflug über den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land begleitet.

Die Freizeit im Cockpit

Insgesamt sieben Stützpunkte betreibt die Luftrettungsstaffel Bayern e.V. im Freistaat. Neben Eichstätt, Erding, Königsdorf, Ohlstadt, Pfaffenhofen und Fürstenfeldbruck sind die Flugzeuge der Waldbrandbeobachter auch in Mühldorf unterwegs. Dort sind Leo Möller und Florian Seemann für den gesamt Süd-Ost-Bayerischen Raum zuständig. Die Alarmierungskette beginnt dabei bei der Regierung von Oberbayern. Ist eine gewisse Meldestufe erreicht, leitet diese den Alarm an die zuständigen Landratsämter weiter. Kurze Zeit später klingelt dann bei den Stützpunktleitern das Telefon. 10 Einsatzpiloten und 7 Flugzeuge stehen dabei alleine in Mühldorf zur Verfügung.

"Die Alarmierung ist dabei meistens sehr kurzfristig. Wir bekommen oft gegen Mittag bescheid und müssen dann bereits am frühen Nachmittag in die Luft", erklärt Leo Möller, der bereits seit der Gründung des Stützpunkts Mühldorf im Jahr 1995 zum festen Stamm gehört. Mit seinem Beobachter vom THW, Florian Seemann, geht er an diesem Tag auf Rundflug über den Süden Bayerns. Vorbei an Altötting, Burghausen, Tittmoning und Traunstein führt die beiden die sogenannte "Route F" in Richtung Watzmann und wieder zurück. Alle Waldbrandbeobachter sind ehrenamtlich tätig, sie fliegen in ihrer Freizeit.

Bilder vom Beobachtungsflug über Süd-Ost-Bayern

Beobachtungsflug über die Region

Nachwuchs für die Luftrettungsstaffel gesucht

"Einen Pilotenschein und insgesamt 200 Flugstunden muss ein Einsatzpilot dabei mindestens mitbringen", erklärt Leo Möller weiter, der seine Flugerfahrung besonders im Segelflug gewonnen hat. Neben tückischen Winden in der Nähe der Berge könne aber auch der Einsatz an sich durchaus sehr belastend sein, so Möller: "Deshalb sind wir im Verein schon auf der Suche nach sicheren Piloten, die auch mal eine halbe Stunde über einem Gebiet kreisen und gleichzeitig die Rettungskräfte koordinieren können."

Florian Seemann ist ehrenamtlich bereits beim THW engagiert und fliegt seit knapp 3 Jahren bei den Luftrettern als Beobachter mit. Nach einem einwöchigen Kurs an der Feuerwehrschule in Würzburg sind die jungen Beobachter dann bereits einsatzbereit. Neben Navigation und Kartenkunde liegt das Hauptaugenmerk der Ausbildung neben Flugzeugtechnik auch auf dem sicheren Umgang mit dem Funk. So hört der Beobachter auf einem Ohr den Behördenfunk und auch dem anderen die Gespräche in der Luft und den Tower am Boden.

Zwischen 15 und 20 Mal waren die Beobachter in diesem Jahr bereits in der Luft, verhältnismäßig oft, erklärt Leo Möller. Bereits im März rückten die Flieger schon fünfmal aus. Typischerweise fliegen die Beobachter dabei von April bis in die Herbstmonate, immer abhängig vom Wetter. Insgesamt knapp 7.000 Flugstunden investierten die Freiwilligen dabei in den letzten fünf Jahren in ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © sl

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