Immer mehr Zurückstellungen in der Region

Spätere Einschulung: Das sagen die User

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In welchem Alter Kinder eingeschult werden, wird zunehmen individuell gehandhabt. Eine Entwicklung, die unsere Leser mit großer Mehrheit begrüßen.
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Landkreise - Immer mehr Kinder im schulpflichtigen Alter werden ein Jahr zurückgestellt, auch in der Region. Ein Trend, den unsere User ganz klar begrüßen.

Der Trend ist eindeutig: Bayernweit wurde 2012 etwa jedes zehnte Kind im schulpflichtigen Alter zurückgestellt, wechselte also erst ein Jahr später von Kindergarten, Vorschule und Co. in die erste Klasse der Grundschule. 2004 waren noch lediglich 3,6 Prozent der potentiellen Schulanfänger zurückgestellt worden. Wie bereits berichtet, macht dieser Trend auch vor der Region nicht halt, ganz im Gegenteil.

Eltern wollen mehr Entwicklungszeit für ihre Kinder

In den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Traunstein und Berchtesgadener Land wurden 2012 prozentual sogar mehr Sechsjährige nicht eingeschult als im bayernweiten Durchschnitt. Im Landkreis Traunstein lag die Zurückstellungs-Quote gar bei 16,49 Prozent. Lediglich der Landkreis Altötting verzeichnete 2012 mit 6,43 Prozent vergleichsweise wenige Zurückstellungen. Die Eltern wollten in zunehmendem Maße den Kindern mehr Entwicklungszeit geben, erläuterte der Rosenheimer Schulamtsdirektor Wolfgang Tauber gegenüber unserer Redaktion die Hintergründe dieses Trends.

Nur 8,5 Prozent der User für einheitliche Einschulung

Die Überlegungen der Eltern kann offenbar die überwältigende Mehrheit unserer Leser nachvollziehen. In einem Voting sagten lediglich 8,5 Prozent der User: "Ich finde das falsch. Alle Kinder sollten im selben Alter eingeschult werden." 55,6 Prozent der User sagten hingegen: "Die Eltern haben recht. Manchen Kindern tut ein weiteres Jahr im Kindergarten gut." Userin jasmin etwa kommentierte auf chiemgau24: "Jedes Kind sollte die Zeit bekommen, die es braucht! Außerdem sind die Schulzeit und das Arbeitsleben noch lange genug!" Eine Argumentation, der auch Userin doro folgt: "Kinder sind in ihrer Entwicklung unterschiedlich... Und mir graut es vor den Eltern, die das Leben ihrer Kinder durchplanen, und ihre Kinder nicht nach Bedarf fördern..."

Das Voting und die User-Diskussion machten aber auch deutlich, dass die Zurückstellung alleine vielleicht nicht ausreicht, sondern dass das Kind nach der Zurückstellung unter Umständen individuell gefördert werden muss. Immerhin 35,9 Prozent der User votierten, dass eine Zurückstellung sinnvoll sein könne, das Kind im Anschluss aber ausreichend gefördert werden sollte. Auf rosenheim24 kommentiere Userin Mutter: "Ein Zurückstellen heißt ja nicht 'zurückhalten', sondern 'besser vorbereiten'."

"Wer zeigt konsumgeilen Eltern, wo's lang geht?"

Eine "bessere Vorbereitung" im Jahr nach der Zurückstellung ist auch im Sinne der Experten. Daniela Frank-Emmanuel, Beratungslehrerin im Landkreis Berchtesgadener Land, erklärte: "Nicht jedes Abwarten unter denselben häuslichen Bedingungen fördert die Weiterentwicklung eines Kindes. Aus der Diagnose ergeben sich Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, dass in einem Jahr der körperliche, geistige und sprachliche Entwicklungsstand für eine günstige Prognose des Schulerfolgs gegeben ist." Eine Aussage, die für User weynstein den "Nagel auf den Kopf" trifft, wie er auf innsalzach24 kommentiert: "Spielkonsole, TV, Urlaub 'all inclusive' mit 12 Std. Kinderanimation - wer zeigt solchen konsumgeilen Eltern, wo's lang geht?"

Wo es in Sachen Förderung ihres Nachwuchses "lang gehen" könnte, zeigen den Eltern auf deren Wunsch gerne die Schulen und die Schulberatung im Landkreis, wie Frank-Emmanuel erklärte. Mit deren Beratung könnten die Eltern "außerschulische therapeutische und pädagogische Maßnahmen" einleiten, damit die Einschulung mit Erfolg im nächsten Jahr gelingen könne, so die Beratungslehrerin.

Quelle: innsalzach24.de

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