1648 im Inn gesunken

Millionenschwerer Schatz bei Mühldorf?

Mühldorf am Inn - Vor über 350 Jahren sank ein Schiff von Kurfürst Maximilian I. Darauf befand sich wertvolles Silbergeschirr. Bis heute ist der Schatz verschollen.

Liegt im Inn bei Mühldorf ein Schatz? Am 28. Mai 1648 ging an der Stelle ein Schiff von Kurfürst Maximilian I. unter. An Bord befanden sich vierzig Kisten voll feinstem Silbergeschirr. Obwohl das Unglück gut dokumentiert ist, hat den Schatz bis heute niemand geborgen.

Der Vater von Cornelia Ostler hat jahrelang zu dem Vorfall recherchiert. Hinweise hat er abgeheftet, Kopien von Karten und Kuperstichen ebenso wie Zeitungsartikel und Notizen. Auf einem Blatt ist ein Querschnitt des Inns zu sehen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Wie der Fluss heute verläuft und wie hoch sein Wasser vielleicht damals stand, als all das wertvolle Silber in ihm versank.

Doch woran liegt es, dass der Schatz noch nicht geborgen ist? Immerhin ist sogar der Ort seines Verschwindens bekannt - im Inn bei Mühldorf. Allein das Silber dürfte fünf Millionen Euro wert sein.

Bereits 1984 hat Reinhold Ostler eine große Suchaktion in Mühldorf organisiert. Mehr als 200 Grundstückseigentümer genehmigen ihm die Suche. Die Aktion dauerte drei Tage. Zehn Taucher haben damals im Fluss gesucht, 200 Schatzsucher mit Detektoren an Land.

Acht Menschen sterben

Doch der Schatz von Kurfürst Maximilian wird nicht gefunden. Der Kurfürst ist während des Dreißigjährigen Krieges ein mächtiger Führer der Katholischen Liga, die gegen die Reformation mobil macht. Im Mai 1648 aber hat sich das Blatt gewendet.

Schweden und Franzosen schlagen die Liga-Truppen bei Zusmarshausen und marschieren in Richtung München. Der Kurfürst flüchtet und nimmt seine Schätze mit. Sie werden in Kisten verpackt, nach Wasserburg gebracht und auf Boote verladen. Über den Inn sollen sie rasch nach Passau und weiter ins sichere Österreich transportiert werden. Nahe Mühldorf geschieht das Unglück. Was genau passiert ist, ist bis heute unklar.

Bekannt ist, dass ein Boot an einem Pfeiler der Mühldorfer Brücke zerschellt. Acht Menschen verlieren ihr Leben. Das Tafelsilber versinkt mit dem Boot. In der Vergangenheit sind immer mal wieder Teile des Schatzes gefunden worden. Meist durch Zufall, zum Beispiel von Fischern.

Ob der Schatz an der Brücke liegt, an der er untergegangen ist, ist unklar. Die Strömung könnte Teile davon weggeschwemmt haben. 

süddeutsche.de/ksl

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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