Frauen-Union kämpft gegen Zwangsprostitution

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Über 600 Unterschriften hat der Ortsverband der FU Altötting gesammelt, um sie Bundestagsabgeordnetem Stephan Mayer als Unterstützung mitzugeben. Auf dem Bild v.l.n.r.: FU-Ortsvorsitzende Monika Klein von Wisenberg, Brigitte Eaglemeare von der Opferschutz-Organisation SOLWODI, FU-Kreisvorsitzende Gerlinde Putz und MdB Stephan Mayer

Landkreis - Die Novellierung des Prostitutionsgesetz durch die rot-grüne Regierung im Jahr 2002 hat im Ergebnis Zwangsprostitution gefördert. Die Frauen-Union kämpft dagegen an:

Eigentlich sollten die betroffenen Frauen aus der Illegalität geholt werden. Leider bildete die Neufassung des Gesetzes die sicherlich ungewollte Grundlage für eine „Frauenhandelsindustrie ohnegleichen“, wie es Brigitte Eaglemeare bei einer Versammlung der Frauen-Union zum Thema formulierte. Dass dringender Änderungsbedarf herrscht, darin war die Leiterin des Passauer Schutzhauses mit Heimatabgeordnetem Stephan Mayer, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, einig. Letzterer berichtete von den Verhandlungen mit dem Koalitionspartner, die sich auf einem guten Weg befinden.

Aufgegriffen hatte das „heiße Eisen Zwangsprostitution“ die Ortsvorsitzende der Frauen-Union Monika Klein von Wisenberg, die gemeinsam mit FU-Kreisvorsitzender Gerlinde Putz die Veranstaltung im gut gefüllten Postsaal organisierte. Brigitte Eaglemeare von der Opferschutz-Organisation schilderte eingangs eindrucksvoll die Leiden der meist jungen Frauen, die große Mehrheit aus Ostblockstaaten. Der Film Lena zeigte eine typische Prostituiertenkarriere mit Anwerbung in Rumänien für eine „Haushaltsstelle“, der Zahlung für 2000 € für das Visum, die erzwungene Abgabe des Passes und den Abstieg in die Rechtlosigkeit. „14 Milliarden Euro werden in Deutschland mit der ‚Ware Frau“ verdient,“ berichtete Frau Eaglemeare. Ein ungarischer Menschenhändler vermittelte in einem Jahr 150 Frauen in Bordelle nach Deutschland und Österreich, natürlich mit Rücknahmegarantie. Die Referentin ließ nicht unerwähnt, dass das Königreich Schweden im Jahr 1998 die Prostitution wieder verboten hatte und fordert dies auch für Deutschland. Zumindest müssten die schlimmsten Regelungen der Gesetzesregelungen aus dem Jahr 2002 beseitigt werden. So sollte z.B. die Eröffnung eines Bordells einer Genehmigung bedürfen und Gesundheitsuntersuchungen der Prostituierten wieder eingeführt werden.

MdB Stephan Mayer betonte, dass das Thema Zwangsprostitution nicht nur ein Thema der Großstädte sei. Er zitierte aus dem 2013 geschlossenen Koalitionsvertrag, bei dem die CSU u.a. den Passus mit eingebracht hatte, „das künftig gegen diejenigen vorgegangen wird, die wissentlich und willentlich die Zwangslage der Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution ausnutzen und diese zu sexuellen Handlungen missbrauchen“. Wie dies konkret aussehen soll, verdeutlichte der Abgeordnete: Prostitutionsstätten sollen erlaubnispflichtig, eine Freierstrafbarkeit eingeführt werden. Weiterhin solle eine Anmeldepflicht für Prostituierte nebst obligatorischen Gesundheitsuntersuchungen eingeführt werden. Wichtig war dem Redner auch der Schutz von Aussteigerinnen. Diesen sollte seiner Meinung nach ein unbefristetes Aufenthaltsrechts eingeräumt werden, wenn sie gegen ihre Peiniger aussagen. Ziel Mayers ist es, bis Ende des Jahres Nägel mit Köpfen zu machen und Gesetzesentwürfe auszuarbeiten. Einsetzen will sich der Abgeordnete zudem für ausreichende finanzielle Unterstützung der Opferschutzorganisationen: „Was z.B. Frau Eaglemeare und ihre ehrenamtlichen Helferinnen von der Opferschutz-Organisation SOLWODI leisten, sei beispielgebend und verdient nicht nur Respekt, sondern auch ausreichend Förderung.“

In der regen Diskussion zeigten sich viele Teilnehmer/innen von dem Gehörten betroffen. Ein Teilnehmer fragte, ob denn die Frauen nach deren Befreiung wenigstens wieder in die Heimatländer zu ihren Familien zurückkehren könnten. Dies hielten Frau Eaglemeare und MdB Mayer übereinstimmend „für viel zu gefährlich“. Wenn missbrauchte Frauen aussagen, benötigen sie neue Identitäten, um eine vernünftige Perspektive zu erhalten.

Pressemitteilung CSU-Bundeswahlkreis Altötting/Mühldorf

Quelle: innsalzach24.de

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