Badeunfälle: Darum kann es so gefährlich werden

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Die Badeunfälle häufen sich - die DLRG appelliert an alle Hobbyschwimmer.

Mühldorf - Die Temperaturen mit teils tropischem Ausmaß locken viele Bürger ins kühle Nass. Doch die teils tödlichen Unfälle häufen sich - so schützen Sie sich selbst:

Die Hitze lockt viele Gäste an Badeseen und in die Freibäder. Am vergangenen Wochenende haben sich in Bayern Badeunfälle ereignet, wobei mehrere Menschen ertrunken sind.

Tragische Bade-Unfälle in heimischen "Gewässern":

Im Schliersee ist am Sonntag, den 7. Juni, ein 49-jähriger Familienvater ertrunken- er war in den Mittagsstunden mit seiner Familie in einem Tretboot auf dem beliebten Badesee unterwegs. Nachdem er 200 Meter südlich der Insel Wörth ins Wasser sprang, tauchte er nicht mehr auf.

Nur eine halbe Stunde nach dem Drama im Schliersee ertrank ein 34-jähriger Waldkraiburger im Ampfinger Freibad. Der Mann sprang ins Wasser, tauchte noch einmal auf und ging dann jedoch unbemerkt unter. Trotz sofortiger Maßnahmen kam für ihn jede Hilfe zu spät.

Bereits am Mittwoch, den 3. Juni, ging ein 29-jähriger Asylbewerber im Weitsee unter und wurde von Rettungsschwimmern aus dem Wasser gerettet. Er wurde daraufhin ins Traunsteiner Krankenhaus gebracht. Wie die Pressestelle der Polizei am Dienstagmorgen gegenüber unserer Redaktion erklärt, ist der Zustand des Mannes auch weiterhin sehr kritisch.

Eine weitere Badetragödie spielte sich in Österreich ab: Eine 32-Jährige versuchte in einem Innsbrucker Hallenbad ihr sechsjähriges Kind vor dem Ertrinken zu retten. Den Versuch bezahlte sie mit ihrem eigenen Leben.

Tipps der DLRG zum richtigen Bade-Verhalten:

Die DLRG rät allen Wasserratten und Wassersportlern bei hohen Temperaturen kühlen Kopf zu bewahren. Nach einem Sonnenbad heißt die Devise, erst abkühlen und dann langsam ins Wasser gehen, denn mit zu großen und plötzlichen Temperaturunterschieden ist der menschliche Körper überfordert. Auf keinen Fall mit einem sportlichen Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer springen, das kann lebensgefährlich sein.

Menschen jenseits der 50 sind besonders häufig vom Ertrinken bedroht. Rund die Hälfte aller Ertrinkungsopfer im vergangenen Jahr waren älter als 50 Jahre. Ein vorgeschädigtes Herz-Kreislauf-System kann in Verbindung mit einer Überbelastung beim Schwimmen zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Diese Menschen sollten Überanstrengungen vermeiden und nicht alleine weit schwimmen. Ein langes Sonnenbad belastet den Kreislauf zusätzlich. Untrainierten älteren Menschen, die sich sportlich betätigen wollen, empfiehlt die DLRG vorsorglich einen Gesundheitscheck.

Eltern sollten Kleinkinder besonders vor der Sonne schützen und stets im Schatten halten. Sonnenschirm und Mütze sowie leichte Bekleidung mit Schutz der Arme und Beine gegen Sonnenbrand sollten beim Freibadbesuch für die Kleinsten selbstverständlich sein.

Die DLRG empfiehlt allen Sonnenhungrigen, nur an bewachten Badestellen oder in Schwimmbädern die Sonnentage zu verbringen. Wer zu viel Sonne tankt, riskiert einen Sonnenstich oder Hitzschlag. Die Rettungsschwimmer raten deshalb allen Badegästen, sich nicht lange ungeschützt der Sonne auszusetzen, sich nicht zu überanstrengen sowie regelmäßig und in ausreichenden Mengen nicht- alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. Beim Auftreten von Unwohlsein, Übelkeit, Schwindelgefühl oder erhöhter Körpertemperatur wenden Sie sich sofort an die Rettungsschwimmer vor Ort. An unbewachten Badestellen rufen sie die Notrufnummer 112 an. Bei Gewitter sollten Sie unbedingt das Wasser verlassen!

Ralf Waidmann, Technischer Leiter Ausbildung im DLRG-Kreisverband Mühldorf rät Bürgern, sich bei der DLRG zum Rettungsschwimmer ausbilden zu lassen:„Die Kurse vermitteln das Bewusstsein für Gefahren, die Fertigkeiten zum Helfen und stehen auch Nichtmitgliedern offen.“

Das Baden in Seen und Badeweihern ist in Bayern in der Regel ohne Bedenken möglich. Vorsicht geboten ist an Stellen mit Zuflüssen oder unnatürlich großen Wasservogelansammlungen. Badeverbote sollten im eigenen Interesse unbedingt beachtet werden. Insbesondere nach dem Hochwasser sind einige Gewässer aufgrund von Verunreinigungen noch gesperrt.

Bayerische Flüsse sind vor allem aufgrund von Abschwemmungen aus der Landwirtschaft häufig verunreinigt, so dass hier das Baden auf eigene Gefahr stattfindet - auch im Inn. Tim Horenkamp, Technischer Leiter Einsatz im DLRG-Kreisverband Mühldorf weiß: „Beim Baden im Inn besteht aufgrund der starken Strömung, der Strudel, Steine und des unebenen Untergrunds Lebensgefahr. Auch das Schwimmen im Innkanal sowie das Befahren des Innkanals ist aufgrund der akuten Lebensgefahr verboten.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.muehldorf.dlrg.de .

Presse-Information DLGR Kreisverband Mühldorf am Inn/bp

Quelle: innsalzach24.de

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