"Die Menschen stehen im Vordergrund"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ministerpräsident Horst Seehofer und Landrat Georg Huber am Donnerstag in Mühldorf.

Mühldorf - Bachelor, FOS/BOS und Unterstützung für Ehrenamtliche: Die Forderungen an Ministerpräsident Horst Seehofer bei dessen Besuch in Mühldorf waren vielfältig.

Lesen Sie mehr:

Seehofer bei der Einweihung des "Kultur+Kongresss Forum Altötting"

Die Erwartungen waren hoch, doch Ministerpräsident Horst Seehofer konnte sie (noch) nicht ganz erfüllen. Zwar zeigte er sich "sehr zuversichtlich", dass die Einrichtung eines Bachelorstudiengangs in der Region möglich sei, er bekundete auch seinen Willen dies zu ermöglichen, man sei auch "ganz nah dran" - nur eben blieb es bei Absichtserklärungen.

Ein solches Modell müsse in Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule und der Wirtschaft initiiert werden. Ob es sich bei diesem Angebot um einen Bachelorstudiengang Maschinenbau in Zusammenarbeit mit der FH Rosenheim handeln wird, wollte Seehofer nicht bestätigen.

Zudem zeigte der Ministerpräsident auch Verständnis für die Forderung einer Einrichtung einer Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS).

Landrat Georg Huber bezeichnete die Bildungspolitik neben der Infrastruktur als wichtigen Faktor für eine florierende ländliche Entwicklung. Er beklagte, dass derzeit rund ein Drittel der 18- bis 30-Jährigen die Region verlassen. Daher sei der Aufbau akademischer Angebote im Raum Inn-Salzach dringend notwendig.

Im Rahmen des Besuches, überreichte Huber dem Ministerpräsidenten die Bewerbung um die Zertifizierung als Bildungsregion.

Seehofer besucht THW Mühldorf

In Mühldorf machte Horst Seehofer unter anderem beim THW Station. „Beim THW stehen die Menschen im Vordergrund“, das habe er als Kernaussage seines Besuchs mitgenommen, sagte der Ministerpräsident. Weiter sagte er, er sei begeistert, wie gut in Mühldorf die Zusammenarbeit zwischen THW und den anderen Hilfsorganisationen, insbesondere den Feuerwehren funktioniert. Begleitet wurde Seehofer vom Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Marcel Huber und dem Regierungspräsidenten von Oberbayern, Christoph Hillenbrand.

Gemeinsam ließen sie sich Unterkunft, sowie Fuhrpark des THW Mühldorf zeigen und informierten sich über die moderne Technik und die verschiedenen Einsatzoptionen der Hilfsorganisation. Im Fokus stand dabei ein LKW mit Ladekran, den die THWler erst vor wenigen Wochen in Empfang genommen hatten. Dieser wird vor allem bei Aufgaben des Wasserdienstes, wie dem Bau von schwimmenden Arbeitsplattformen, Brücken und Ölsperren eingesetzt, kann aber auch bei Bergungs-, Abbruch- und Löscharbeiten verwendet werden.

Podiumsdiskussion über das Ehrenamt

Bei einer privaten Begrüßung im THW-Jugendheim hatten dann zunächst drei Junghelfer die Möglichkeit, dem Ministerpräsidenten Fragen zu stellen und über ihr Engagement beim Technischen Hilfswerk zu berichten. Bei einem anschließenden Podiumsdialog mit geladenen Gästen aus der Politik und Vertretern von Hilfsorganisationen ging es dann um das Thema „Ehrenamtliches Engagement – ein wertvoller Faktor für die Region“. Hier berichteten der Vorsitzende der Ehrenamtsagentur Ehrensache, Siegfried Klika und Mühldorfs Landrat Georg Huber über die Arbeit von Ehrensache. Von THW-Seite waren Helfersprecher Florian Ganserer, der Mühldorfer Ortsbeauftragte Matthias Müller, der Präsident der THW Bundeshelfervereinigung Stephan Mayer und der Bayerische THW Landesbeauftragte Fritz-Helge Voß beteiligt.

Florian Ganserer erzählte, dass sein ursprünglicher Anreiz zum Technischen Hilfswerk zu gehen einzig die Wehrpflicht-Befreiung gewesen sei. Das habe sich jedoch sehr schnell gewandelt und er habe erkannt, dass das THW eine sinnvolle und attraktive Freizeitbeschäftigung sei. Weiter sagte er, dass gerade mit dem Wegfall der Wehrpflicht für das THW ein wichtiges Mittel der Helfergewinnung verschwunden sei, was sich auch an sinkenden Eintrittszahlen zeige. Gleiches betonten Mayer und Voß. Sie merkten an, dass auch das Mittel des Freiwilligen sozialen Jahres in den Einsatzeinheiten keine Wirkung zeige, da es strukturell anders geartet sei.

Vorteile bei der Studienplatzvergabe für THWler?

Sie forderten von Ministerpräsident Seehofer, sich dafür einzusetzen, dass aktive Mitglieder des Katastrophenschutzes beispielsweise Vorteile bei der Studienplatzvergabe oder bei der Rentenversicherung bekämen. Seehofer sagte die generelle Unterstützung zu, das Ehrenamt im Katastrophenschutz weiter zu stärken. Zudem hob er hervor, wie wichtig das Ehrenamt und gut ausgebildete Einsatzeinheiten, wie das THW, für einen hoch entwickelten Staat wie Bayern seien.

Fotos: Seehofer im Landkreis Mühldorf

Seehofer besucht BSZ und THW in Mühldorf

Video: Einweihungsfeier im Forum Altötting mit Seehofer

red/Pressemitteilung THW-Ortsverband Mühldorf

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Haager Land

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser