Im Landkreis kein Impfstoff

Mühldorf – Die Knappheit bei Impfstoffen trifft auch Patienten im Landkreis. Das sagten jetzt übereinstimmend Ärzte und Apotheker.

„Beim Großhandel ist im Moment kein Impfstoff zu kriegen“, weiß Dr. Johannes Huber, Pressesprecher der Apotheker im Landkreis. Für Privatpatienten habe er sich in seiner Apotheke in Ampfing zwar mit Impfstoffen eingedeckt, diese könnten aber in Kürze verbraucht sein. Um Geld zu sparen, haben die Krankenkassen heuer erstmalig einen Exklusivvertrag mit dem Impfstoff-Hersteller Novartis Vaccines abgeschlossen, der allerdings nur die Kassenpatienten betrifft. Privatpatienten dürfen auch Impfstoffe anderer Hersteller erhalten. Wie die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern mitteilte, können Ärzte nach den Lieferschwierigkeiten der Firma Novartis Vaccines nun auch Kassenpatienten mit verfügbaren alternativen Impfstoffen versorgen. „Die anderen Firmen haben durch den Exklusivvertrag aber natürlich

auch keinen Impfstoff für Bayern produziert“, meint Huber. Man habe schließlich mit 1,9 Millionen Impfdosen von Novartis gerechnet. „Ich habe keinen Impfstoff-Vorrat in meiner Praxis“, sagt Dr. Erich Fink, Ärztesprecher im Kreisverband. Patienten rät er, erst bei Apotheken im näheren Umfeld nachzufragen, ob und welcher Impfstoff zur Verfügung steht und dann dafür ein Rezept beim zuständigen Arzt zu holen. „Normalerweise konnten wir immer Mitte September mit den Grippe-Impfungen anfangen. Das Immunsystem braucht zirka 14 Tage, bis es

einen wirksamen Schutz aufgebaut hat und die ersten Grippefälle treten meist im Dezember auf“, erklärt der Mediziner. Auch wenn es in seiner Praxis in Waldkraiburg noch nicht viele Beschwerden gegeben habe, „die Frustration wird sich sicher einstellen“, ist Fink überzeugt. Ärzte und Apotheker sind gleichermaßen besorgt. „Die Politik sollte überlegen, ob es sinnvoll ist, solche Exklusivverträge abzuschließen“, meint Dr. Johannes Huber. „Es hat den Kassen zwar Einsparungen gebracht, aber leider zu Lasten der Apotheken und der Patienten.“

amu/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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