"Wir haben das Samenkorn gelegt"

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Professor Heinrich Köster, Professor Dieter Fischer, Dr. Wolfgang Friedrich und Landrat Georg Huber (von links) präsentierten im Mühldorfer Landratsamt den neuen Bachelorstudiengang in Mühldorf.
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Mühldorf - Im Landkreis Mühldorf bietet die Hochschule Rosenheim bald ein Bachelorstudium im Fach Maschinenbau an. Weitere Studienangebote sollen folgen.

Der neue Bachelorstudiengang im Fach Maschinenbau im Landkreis Mühldorf, angeboten von der Hochschule Rosenheim, soll nur das erste von vielen Studienangeboten in der Region sein. Dies wurde bei der offiziellen Präsentation des neuen Studiengangs im Mühldorfer Landratsamt deutlich.

"Einiges in der Pipeline"

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"Wir werden es nicht dabei belassen", kündigte Professor Heinrich Köster, Präsident der Hochschule Rosenheim an. Man habe bereits "einiges in der Pipeline", so der Köster. Denkbar sei etwa ein Studiengang Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Verfahrenstechnik im Burghauser Raum.

Samenkorn zum Erblühen bringen

Dr. Wolfgang Friedrich, Geschäftsführer des Mühldorfer Unternehmens MBM, der federführend an der Schaffung eines Studienangebots in der Region beteiligt war, sieht den Bachelor Maschinenbau lediglich als "Samenkorn". Dies müsse man allerdings erst einmal zum Erblühen bringen, bevor über weitere Studienangebote nachgedacht werden kann.

Kooperationen mit weiteren Hochschulen?

Für Landrat Georg Huber entsteht mit dem derzeitigen Projekt ein Netzwerk aus Wirtschaft, Politik, Hochschulen und der Bevölkerung. Langfristig wolle er "ein, zwei, drei Hochschulen in diesem Netzwerk". Konkreter wurde Huber allerdings nicht. Er wolle nichts vorschnell "rausposaunen". Bereits bei der Eröffnung der INN Regiomesse am Samstag in Mühldorf hatte er jedoch namentlich die Hochschulen in Landshut und Deggendorf sowie die Universität Passau als mögliche Kooperationspartner genannt.

Studium startet zum Wintersemester 2014/15

Konkret ist bislang lediglich der Bachelorstudiengang Maschinenbau, der ab dem Wintersemester 2014/15 in Mühldorf angeboten wird. Möglich ist dabei lediglich ein berufs- oder ausbildungsbegleitendes Studium in enger Kooperation mit dem Arbeitgeber. Für Dr. Wolfgang Friedrich von MBM besteht keine Gefahr, dass die Unternehmen in der Region das akademische Angebot nicht ausreichend unterstützen. Zu groß ist für kleine und mittelständische Unternehmen die Bedrohung durch den Fachkräftemangel.

Sind junge Leute "gezwungen, aus der Region rauszugehen"?

Da es in der Region bislang keine Studienmöglichkeit gebe, würden die jungen Menschen "gezwungen, aus der Region rauszugehen", so Friedrich. Wenn sie dann in ihren Studienort fernab der Heimat hineinwachsen und Angebote großer Unternehmen kommen, sei es sehr schwer, sie in die Region zurückzuholen. "Natürlich ist ein Arbeitsplatz bei BMW, Audi oder Siemens sehr attraktiv und mit entsprechenden Konditionen verbunden", sagte der MBM-Geschäftsführer.

Sechs Unternehmen haben bereits Verträge geschlossen

Nicht nur MBM, sondern gleich eine Reihe von Unternehmen aus der Region wollen ihren Mitarbeitern ein Studium in Mühldorf ermöglichen. Entsprechende Verträge haben nach Angaben des Landratsamts neben MBM bereits ODU, die Südostbayernbahn, TRW, Dickow Pumpen und SGF abgeschlossen.

2000 Euro Gebühren pro Semester und Student

Das duale Studium seiner Mitarbeiter ist für das Unternehmen neben zeitlichen Zugeständnissen auch mit Kosten verbunden. In jedem Semester wird ein Beitrag von 2000 Euro pro Student erhoben. Für Friedrich eine gute Investition, schließlich sei es nicht billiger, einen Hochschulabsolventen anzuwerben.

Der neue Studiengang wird vorgestellt

Fehlbetrag im fünfstelligen Bereich

Einer Modellrechnung der Hochschule Rosenheim zufolge sind mit den Studiengebühren die Kosten des Angebots noch nicht gedeckt. Bei 15 Studenten pro Semester, der geforderten Mindestanzahl also, liegt der Fehlbetrag bei 78.772 Euro - selbst wenn nicht ein Student sein Studium abbricht.

Finanzierung für drei Jahre gesichert

Dank einer "großzügigen Zusage" seitens der Landesregierung sieht Professor Heinrich Köster die Finanzierung jedoch nicht in Gefahr. Landrat Georg Huber ergänzte, dass das Bachelorstudium in Mühldorf für drei Jahre sichergestellt sei. Zudem stehe der Bayerische Ministerpräsident hinter der Entwicklung in der Region.

Quelle: innsalzach24.de

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