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Querungshilfe statt Kreisel

Haag - Kreisel oder Querungshilfe? Bei der Ausfahrt der Rosenberger Straße entschied sich der Bauausschuss jetzt für die günstigere Variante.

Über 440.000 Euro diskutierte man zunächst für einen Kreisverkehr bei der Ausfahrt der Rosenberger Straße. Jetzt war im Bauausschuss die abgespeckte Variante von 10.000 Euro für eine Überquerungshilfe Thema.

Ingenieur Konrad Haindl vom Infra-Büro erläuterte zum wiederholten Mal die Varianten. Ein Abrücken von der ursprünglichen Idee des Kreisverkehrs für die Rosenberger Straße bei der Einmündung in die Münchener Straße war bei der letzten Besprechung bereits ersichtlich. Bürgermeister Hermann Dumbs zitierte nochmals seine Erfahrungen aus Bürgergesprächen und Ortsteilversammlung: Die meisten Rosenberger wollten keinen "Kreisel".

Konrad Haindl hatte sich nun auf zwei Rechtsabbiegemöglichkeiten Richtung Haager Zentrum konzentriert. Für die markierte Abbiegespur benötige er Straßengrund, da der Gehsteig an der Einmündung etwas verlegt werden müsse. Eine Hilfe bedeute es auch, wenn man die Buslinienführung auf den Asphalt aufbringe.

Dazu gab es nun die Kombination mit einer Überquerungshilfe für Fußgänger auf Höhe Bushaltestelle. Den Bushalteplatz, schlug Haindl vor, könne man streichen, dafür einen Gehsteig in Hochbord belassen und die Busse auf der Fahrbahn halten lassen. Das sei ein neuer Trend. Durch das Stehenbleiben der Omnibusse werde der Verkehr gebremst. Die Haager wollten doch vor allem dem Durchgangsverkehr Hindernisse in den Weg legen.

So lange anzuhalten, sei aber auch nicht nötig, warf Ludwig Schletter (CSU) dagegen ein. Eine Ampel könne den Verkehrsfluss besser regeln, fand Stefan Högenauer (CSU). Auch für die Linksabbieger Richtung München sei die Sicht derzeit sehr schlecht. Zudem müssten an der Ampel alle Durchfahrer aus Landshut und Erding stehenbleiben. Mit der "kleinstmöglichen Kreisverkehrslösung" liebäugelte Dritter Bürgermeister Egon Barlag (Freie Wähler Haag). Der löst nach Schletter die Probleme des Abbiegens und Übergangs.

Die zusätzliche Ampel verwarf Dr.Wolfgang Weißmüller (PWG). Wer den Durchgangsverkehr bremsen wolle, brauche bloß die durchfahrerfreundliche Ampel an der Pizzeria "Il Ritrovo" umschalten, und schon müssten alle länger warten. Das sei billiger als eine neue Ampelanlage.

"Je schöner die Straße ist, umso mehr fahren durch", stellte Bürgermeister Hermann Dumbs fest. Er benutze die Ausfahrt täglich und müsse "höchstens einmal ein paar Minuten warten". Eva Rehbein (SPD) stimmte bei und forderte: "Nichts machen!" Diese kurzen Wartezeiten bildeten kein Verkehrsproblem. Zudem müsse man jetzt abwarten, wie sich der äußere Kreisverkehr auf Höhe Tankstelle und West-einfahrt zum HEP auswirke.

Nach einigem Hin und Her besann man sich auf das Abstimmen. Fünf gegen vier Räte stimmten gegen die einfache Rechtsabbiegespur. Sieben gegen zwei verwarfen die markierte Abbiegemöglichkeit. Sechs gegen drei sprachen sich für das Belassen des Bushalteplatzes aus. Da blieb als deutliche Mehrheit von acht gegen eins der Bau einer Überquerungshilfe für Fußgänger.

So sparte man sich 440.000 Euro für den großen Kreisel, 310.000 Euro für den "Minikreisel" und 73.000 für die Abbiegespur. Es bleiben 10.000 Euro zu finanzieren, damit künftig die Fußgänger wenigstens sicherer den umstrittenen Verkehrsknotenpunkt im Haager Westen kreuzen können.

xy/

Rubriklistenbild: © pa

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