"Taten sprechen lassen"

Mühldorf - Berührungsängste aus dem Weg räumen und voneinander lernen: das waren die wesentlichen Ziele des Aktionstags der Staatlichen Berufsschule mit Betreuten der Stiftung Ecksberg.

Berührungsängste aus dem Weg räumen und voneinander lernen – das waren die wesentlichen Ziele des Aktionstags der Staatlichen Berufsschule I in Mühldorf a. Inn mit Betreuten der Stiftung Ecksberg am Montag, 15. April. Insgesamt 22 Berufsschüler im zweiten Ausbildungsjahr zum Mechaniker für Land- & Baumaschinentechnik und 23 Beschäftigte der Ecksberger Werkstätten arbeiteten jeweils gemeinsam an einem Messinganhänger mit eingraviertem Namen. Obwohl sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum ersten Mal begegnet waren, waren alle bereit, sich trotz gewisser Unsicherheiten und auch Berührungsängsten auf eine Begegnung einzulassen. Die spontan gezeigte soziale Kompetenz von Berufsschülern und Werkstattbeschäftigten bei der anspruchsvollen Zusammenarbeit war für die teilnehmenden Beobachter beeindruckend. Man konnte am Ende in viele glückliche und strahlende Gesichter blicken. „Alle reden von Integration, aber viel wichtiger ist es, Taten sprechen zu lassen“, sagt Landrat Georg Huber. „Hier wird Integration gelebt, denn jeder Mensch hat seinen Wert in der Gesellschaft.“

Am Aktionstag gaben zunächst die begleitenden Betreuer der Stiftung Ecksberg den Berufsschülern einen Einblick, welche Tätigkeiten in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung ausgeführt werden. Im Gegenzug führten die Auszubildenden die Beschäftigten der Ecksberger Werkstätten durch die Landmaschinenhalle der Berufsschule und erklärten ihren Tätigkeitsbereich anhand der Motoren und Getriebe, der Traktoren und landtechnischen Maschinen. Für manchen Betreuten war es ein großartiges Erlebnis, in zwei Meter Höhe auf einem Traktor zu sitzen.

Anschließend trafen sich alle in der Metallwerkstatt ein. Jeweils ein Berufsschüler und ein Beschäftigter der Ecksberger Werkstätten arbeiteten dort mit viel Freude und großem Einfühlungsvermögen zusammen. „Die Auszubildenden erlebten im Betreuten den Menschen mit seinen Schwächen, aber auch seinen Fähigkeiten, sie fanden die Balance zwischen möglichst hoher Selbstständigkeit der Betreuten und notwendiger Hilfestellung“, resümiert Anneliese Lang, Initiatorin des Aktionstags und Lehrerin an der Berufsschule. Gegen Mittag verabschiedete sich der Besuch aus der Stiftung Ecksberg von den Berufsschülern, jeder Betreute nahm stolz seinen selbstgefertigten Schlüsselanhänger mit. „Unsere Bedenken waren unbegründet. Die Zusammenarbeit war wesentlich einfacher als ich es mir im Vorfeld vorgestellt hatte“, erklärte ein Schüler am Ende des Tages. Besonders bedankte sich Landrat Georg Huber bei Anneliese Lang: „Der Aktionstag ist gelungen, die Emotionalität, das sich Öffnen für andere ist hier heute deutlich spürbar.“ Ardjang Samawaki von den Ecksberger Werkstätten richtete an Anneliese Lang für ihr Engagement ebenfalls ein herzliches Dankeschön. Anfang Juli ist ein Gegenbesuch der Berufsschüler in den Ecksberger Werkstätten geplant und es spricht alles dafür, die Aktion im kommenden Jahr mit neuen Teilnehmern zu wiederholen.

Pressemeldung Landratsamt Mühldorf

Quelle: innsalzach24.de

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