Hilfspakete für Rumänien

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Der voll bepackte LKW

Ramsau - 14 Lkw mit Hilfsgütern hat der Freundeskreis "Rumänienhilfe Inzell-Au-Ramsau" heuer schon verschickt. Aber für Weihnachten erhofft man sich noch viele Spenden.

Im wahrsten Sinne am „laufenden Band“ sorgen stille, viele und wertvolle Kräfte dafür, dass arme und ärmste Familien und Kinder im rund 1100 Kilometer entfernten Alba Julia bei Karlsburg und anderen Gegenden in Rumänien immer wieder mit wichtigen Waren und vor allem mit Kleidung versorgt werden.

Als im Dezember 1989 der rumänische Diktator Ceaucescu gestürzt wurde, wurden in Oberbayern –sozusagen wieder am laufenden Band – Freundeskreise zur Hilfe für Rumänien gegründet. Besonders stark ausgeprägt ist bis heute die Hilfe im südostbayerischen Raum.

Beim „Freundeskreis Rumänienhilfe Inzell-Au-Ramsau“ mit Sitz in Ramsau bei Haag haben sich immer wieder neue Leute zur Unterstützung angeschlossen, unter anderem aus Oberaudorf, Flintsbach, Rosenheim, Teisendorf, Reichenhall, Wildenwart, Neubeuern, Salzburg und weiteren Orten. Hinter die Kulissen der Arbeit von diesem Freundeskreis machten wir einen Blick.

Es ist schon finster in Reichertsheim bei Ramsau in der Nähe von Haag bei Hans Alt, dem Initiator und Ansprechpartner für den Freundeskreis „Rumänienhilfe Inzell-Au-Ramsau“, als ein großer Lkw in den Hof der früheren Landwirtschaft des Klosters Ramsau kommt. Routine zeigt sich, als der Lkw einparkt und zum Beladen hergerichtet wird. Nur ganz kurzfristig können die Helfer eingesagt werden, denn Hans Alt organisiert die Lkw-Fahrten so, dass eine Leerfahrt genutzt werden kann – und das ergibt sich in der Regel nur ganz kurzfristig.

Rund zehn Leute, junge und ältere, Frauen und Männer, Deutsche und Rumänienstämmige sind der harte Kern, der in seiner Freizeit auf Abruf zum Verladen kommt. Und dann geht es zu wie am laufenden Band: Alte, ausrangierte, aber noch genügsam funktionierende Laufbänder aus ehemaligen Poststationen werden so aufgebaut, dass zwischen Lager und Lkw eine lange Straße entsteht.

Fotos von der Rumänienhilfe in Ramsau

Das Lager, ein ehemaliger Stall der Klosterwirtschaft, hat rund 1400 vollgepackte Bananenkisten angesammelt. Hans Alt sorgt dafür in mühevoller Sammelleidenschaft. Er lässt die gespendeten Waren nicht einfach abliefern, sondern er holt diese ab, nachdem er sie begutachtet hat. Dabei kommt er pro Lkw-Lieferung auf bislang ungezählte „ehrenamtliche“ Kilometer. Denn nur sinnvolle und gut erhaltene Waren wie Kleidung, Geschirr, Kerzen, Schuhe, Stiefeln und anderes mehr kommen in den Versand nach Rumänien.

Pro Jahr durchschnittlich 14 Lkw mit je zwölf Tonnen Hilfsgütern

Heuer Anfang November fährt bereits der 14. Lkw für dieses Jahr los. In jedem Lkw sind etwa 1000 bis 1400 Bananenkisten und weitere Güter. Diesmal sind auf dem „Laufenden Band“ viele Kisten aus zehn Paletten mit gespendeten Inkontinenz-Artikeln der Firma Hartmann aus Heidenheim, ein Rasenmäher, gut erhaltene und gefüllte Reisekoffer, Auto-Kindersitze sowie ausgewählte Möbelstücke.

Besonders gewünscht werden in Rumänien für die oftmals großen Familien in deren kleinen Wohnungen platzsparende Auszieh-Couchs. Um das Geld für einen rund 2000 Euro teuren Transport zusammen zu bekommen, bittet der Freundeskreis, für jede Bananenkiste eine Spende von zwei Euro zu machen.

Der Rest der Kosten wird aus weiteren Spendengeldern an den Freundeskreis finanziert. Alle Gebrauchtwaren werden für die Diakonie in Alba Julia zur Verfügung gestellt, jährlich zuletzt durchschnittlich 14 Lkw mit rund zwölf Tonnen Gütern. Versorgt werden dann eine Tagesstätte für bedürftige Kinder mit 20 Plätzen in Dej, ein privates Waisenhaus mit derzeit 22 Kindern bei Piatra Neamt, Wohnheime mit 50 behinderten Kindern, ein Altersheim mit 30 Plätzen in Alba Iulia sowie die Sozialstation, die rund 400 Familien betreut. Dazu kommen noch die ambulante Alten- und Krankenpflege von Rosalie Gruber sowie das Projekt „Essen auf Rädern“.

Sammelaktion mit Schulen für Weihnachten läuft bereits an

Die nächste geplante Fahrt mit einem Lkw ist eine besondere Fahrt, weil es auf Weihnachten zugeht. Hans Alt und seine Helferschar bereiten bereits jetzt eine Sammelaktion mit Päckchen für Kinder vor. Hier könnten und können die Schulen helfen.

Hans Alt wird dann Anfang Dezember –wie schon so oft – zusammen mit einigen Helfern selbst die Fahrt begleiten und in einer rund 14-tägigen Aktion die gesamten Päckchen und Hilfsgüter in den verschiedenen Orten und Einrichtungen persönlich abgeben. Hans Alt kennt sich inzwischen aus in verschiedenen Regionen und die Bewohner erwarten ihn schon mit großer Vorfreude.

Wenn den Schulen, Familien und Heimen dann die Geschenkpäckchen überreicht werden, dann ist es wie vor vielen Jahren im deutschen Fernsehen in der Sendereihe „Am laufenden Band...“ von Rudi Carrell: die Kinder sehen plötzlich Dinge vor sich, die sie so noch gar nicht gekannt, geschweige denn besessen haben und nun gehören sie ihnen. Das ist großes Weihnachten!

Beim Gespräch mit Hans Alt sagt dieser: „Gerne würde ich auch wieder Lebensmittelpakete an bedürftige, kinderreiche Familien und alte Menschen verteilen. Mit 15 Euro pro Paket wäre sehr vielen Menschen geholfen und sie könnten spüren, dass sie nicht ganz vergessen sind. Die Waren würden wir in Rumänien im Großhandel einkaufen und dort mit unseren Freunden gemeinsam die Päckchen zusammenstellen. Doch dazu wären schon einige tausend Euro nötig“, so Hans Alt, der guter Hoffnung ist, auch dieses Projekt erfolgreich umzusetzen.

Ein weiteres von ihm und seiner Helferschar betreutes Projekt ist die Schulpatenschaft. Bei einer Unterstützung von 50 Euro pro Monat kann einem talentierten Kind aus ärmlichen Verhältnissen der Besuch des Gymnasiums ermöglicht werden, so dass sich die beruflichen Perspektiven verbessern.

Um die Schul-, Spenden- und Fahrtaktion im Dezember wieder durchführen zu können, bedarf es wieder vielfältiger Unterstützung in Material-, Geld- und Arbeitsform. Koordinator ist Hans Alt, Pfarrer-Huber-Straße 22, 84437 Reichertsheim bei Ramsau/Haag, Telefon 08072-3193, Telefax 08072-2719, email: info@rumaenienhilfe-ramsau.de.

Unterstützt wird er im Raum Wildenwart und Umgebung von Ewald Reich, Oed 1, 83112 Frasdorf, Telefon 08052-2351, email: ewald.reich@t-online.de

Spendenkonto: Kongregation der Franziskanerinnen in 83546 Au, Nr. 427195, BLZ 70169388, Stichwort „Rumänienhilfe“

Quelle: innsalzach24.de

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