Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach zwei Jahren Leerstand

Kirchenwirt in Rechtmehring hat neuen Pächter: Das sind seine Pläne

Die letzen Putzarbeiten erledigen die neuen Pächter des Kirchenwirts (von links): Elena Campilongo, Rossa Mirabelli und Franco Carrapa.Manzinger
+
Die letzen Putzarbeiten erledigen die neuen Pächter des Kirchenwirts (von links): Elena Campilongo, Rossa Mirabelli und Franco Carrapa.Manzinger

Der Kirchenwirt in Rechtmehring war zwei Jahre ohne Pächter. Nun steht er kurz vor der Wiedereröffnung. Die neuen Wirtsleute sprechen über ihre Pläne.

Rechtmehring – Seit zwei Jahren ist der Kirchenwirt ohne Pächter. Doch bald ist es soweit. Der Kirchenwirt öffnet in den nächsten Tagen seine Türen. „Sobald die Konzession da ist“, so Franco Carrapa, der zusammen mit seiner Partnerin Rossa Mirabelli den Kirchenwirt als Restaurant betreiben wird.

Bayerisch und Italienisch wird es geben, meint der 67-jährige gebürtige Italiener. Er habe fast sein ganzes Leben lang leidenschaftlich gerne gekocht und wird auch beim Kirchenwirt in der wieder auf Vordermann gebrachten Küche stehen. Bedienen werden Mirabelli und die 20-jährige Tochter Elena Campilongo.

Zufällig vorbeigefahren

Auf den Kirchwirt wurde die Familie zufällig aufmerksam. Vor fast einem Jahr fuhren sie vorbei, als sie ihren Schwager in Furth bei Freimehring besuchten und dabei bemerkten, dass hier eine Gastwirtschaft zu verpachten sei. Die beiden führten vorher unter anderem ein italienisches Restaurant in Erding.

Es folgen Gespräche mit dem Eigentümer Unertl. Im Herbst fiel dann die Entscheidung und seitdem wird geputzt und renoviert. Neue Schenke, neuer Boden, neue Polster auf den Stühlen und gemalert und gestrichen ist die Gaststube, die bei etwas anderer Tischaufteilung insgesamt 49 Plätze bietet. Dazu kommen das ebenfalls neu gestaltete Nebenzimmer mit 25 Plätzen und natürlich der bekannte Saal mit etwa 200 Plätzen.

Großeres Interesse im Ort

Angenehm überrascht sind die neuen Pächter, über das offensichtlich große Interesse der Dorfbewohner. „Immer wieder schaut jemand rein, wenn er beim Metzger einkauft“ meint die 43-jährige Mirabelli, „und fragt, was es losgeht“.

Und das Dorf braucht einen Wirt, so Bürgermeister Sebastian Linner. Auch für die Landjugend wäre es denkbar schlecht, wenn der hoffentlich wieder stattfindende alljährliche Landjugendball nicht mehr stattfinden könnte.

Nachdem der Eindruck von Dorf und Eigentümer gut ist, macht das die beiden optimistisch. Sie wollen erstmal jeden Tag die Gaststätte offenhalten, bis sie sehen, wann der größte Zuspruch ist. Natürlich werde sie auch hier wohnen, denn zur Gaststätte gehört fast untrennbar eine über 100 Quadratmeter große Wohnung.

Erste Veranstaltungen geplant

Auf die Frage, woher sie den Mut nehmen, trotz Corona hier einen Neuanfang zu wagen, kommt eine schlichte Antwort. „Ich bin doch schon Rentner“ meint Carrapa. „Trotzdem kann er ohne Kochen nicht leben“ ergänzt Mirabelli lachend .

Die erste Veranstaltung haben wir schon, meint Carrapa, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt Am Sonntag hält die Landjugend ihre Jahreshauptversammlung hier ab. Vielleicht ist dann schon offen, auf alle Fälle rechnet er im März damit.

Zum bayerischen Wirthaussterben

Bis in die Römerzeit reichen die Wirtshäuser zurück, die damals Tavernen hießen, nun sterben sie langsam aus. Der „Verein zur Erhaltung der bayerischen Wirtshauskultur“ mit Sitz in München kennt die Gründe dafür. Laut Franz Josef Pöschl gibt es vier wesentliche Ursachen: Erstens, die klassische Kundschaft geht weniger weg oder stirbt langsam aus. Der zweite Grund: Die bayerischen Gasthäuser sind weniger gefragt. Auch der Wirte-Nachwuchs fehlt. Der letzte Grund sind oft die sehr hohen Auflagen für den Brandschutz. Das bedeutet oft immense Investitionen, die sich selten rechnen.

Der Verein kann zumindest gegen die Bürokratie vorgehen. Er setzt sich für Vorschriften mit Maß und Ziel ein. In dieser für die Gastronomen existenzbedrohenden „Corona-Zeit“ informiert der Verein tagaktuell über den Stand der Umsetzung der Hygienevorschriften. Das hat auch Gewicht, denn der „Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur“ hat neben 200 Vollmitgliedern noch zahlreiche Gast- und Fördermitglieder.

Rossa Mirabelli räumt die letzen Gläser ein. Die Eröffnung ist noch diesen Monat geplant. .
Die Küche wurde auf Vordermann gebracht. Franco Carrapa wird hier am Herd stehen.