Konzept vorgestellt

Bald Schnellladestation im Gewerbegebiet "Am Kornfeld"?

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Rechtmehring - Gibt es bald eine Schnelladestation im Gewerbegebiet "Am Kornfeld"? Im Gemeinderat wurde dazu ein Konzept vorgestellt.

Der Geschäftsführer eines Unternehmens aus Maitenbeth stellte dem Gemeinderat ein Konzept zur Nutzung von Ladestationen und Fördermöglichkeiten vor. Der Gemeinderat kam zu dem Schluss, dass zur weiteren Beschlussfassung  Daten nötig sein: 

  • Ein Grobkonzept mit Ausgaben und Einnahmenpositionen 
  • Eine Abfrage des Interesses der weiteren Gewerbetreibenden um ein Gesamtkonzept zu erstellen 
  • Eine Anfrage beiden Kraftwerken Haag zur Netzstützung
  • Eine Verbesserung und Kosten des Stromanschlusses 
  • Ein Honorarangebot 
  • Die Kosten für die Planungsleistungen 
  • Ein Ingenieurbüro für die weitere Planung

Konzept vorgestellt

Er habe mit dem zuständigen Mitarbeiter vom Amt für ländliche Entwicklung die Möglichkeiten abgewogen, teilte der Vertreter des Maitenbether Unternehmens mit. Standort wäre bei der Bäckerei im Gewerbegebiet. Diese möchte in Zukunft die vorhandenen Lieferfahrzeuge teilelektrifizieren.

Der Maitenbether Geschäftsmann teilte mit, dass seine Firma Konzepte für das Elektroladekonzept am Flughafen München sowie für die Elektrifizierung der Taxiflotte in München erstellte. Die E-Mobilität im ländlichen Raum sollte vorangebracht werden. Das Amt für ländliche Entwicklung würde diese Projekte fördern.

Bereits viele Photovoltaikanlagen vorhanden

Im ländlichen Bereich seien viele Photovoltaikanlagen vorhanden, die eine Nutzung mit regenerativer Energie ermöglichen würden. Wichtig sei diesbezüglich, dass der Standort sinnvoll gewählt werde. "Primär werden Elektrofahrzeuge zuhause geladen. Die Schnellladestationen sind nötig um bei längeren Fahrten zwischenzuladen." Der Standort an der Bäckerei und dem Cafe wären ideal, da die Nutzer die Möglichkeit hätten, dort zu stehen und einzukaufen.

Die Lieferfahrzeuge würden in der Garage geladen, ein Parkplatz für diese Schnelladestation müsste errichtet werden. Geplant wären zwei Ladestationen. Eine für Kunden beziehungsweise zur freien Verfügung und eine für den Betrieb. "Das Amt für ländliche Entwicklung sieht diese Maßnahme als positiv an, da dies näher an der Umsetzung ist als bisher geförderte Maßnahmen." Das Fördervolumen betrage etwa 50 bis 75 Prozent.

Fragen des Gemeinderats

Der Gemeinderat bat um eine Benennung von Kostenhöhen und den eventuell möglichen Zuschüssen. Der Geschäftsführer des Maitenbether Unternehmens erläuterte dazu, dass sich die Kosten auf etwa 60.000 bis 70.000 Euro für Ladestation, Stromanschluss, Errichtung eines Parkplatzes und so weiter belaufen würden. 

Es seien verschiedene Arten von Ladestationen nötig. Zum einen Schnellladestationen und zum anderen Ladestationen mit längerer Ladedauer. "Die Photovoltaik-Anlage bietet grundsätzlich ausreichend Kapazität." Nötig wäre dazu aber die Speichermöglichkeit durch ein Stationärspeicherkonzept. Dadurch könnten auch in den Nachtstunden für den Betrieb wie auch für die Aufladung der Strom genutzt werden.

"Das Manko war bisher, dass die Abrechnungssysteme so überteuert waren, dass sich dies nicht gelohnt hat." Die Nutzung von sogenannten RFID-Karten wäre dazu sinnvoll. In Bezug auf diese Firmen, die Abrechnungssysteme angeboten hatten sei ein Wildwuchs bemerkbar. Für das Vorhaben wäre ein korrektes und günstiges Abrechnungssystem nötig und zu wählen. Der Ausbau von Ladestationen durch die Großkonzerne erfolge derzeit an Raststätten und überörtlichen Straßen. "Auch diese Ladestationen werden durch Fördergelder finanziert."

Vereinbarungen sollen geschlossen werden

Auf die Anfrage ob es möglich wäre, Firmenangehörigen oder Bürgern ein anderes System zu ermöglichen wurde dies bejaht. "Verschiedene Abrechnungssysteme können bei der Nutzung von RFID Karten genutzt werden." Eine wirtschaftlich betrachtete Abrechnung wäre auch möglich um die Ausgaben wieder zu amortisieren."Diese wirtschaftliche Abrechnung ist grundsätzlich erlaubt." In der nächsten Zeit werde die Bundesnetzagentur regulierend tätig werden müssen in Bezug auf die Abrechnung und deren Kosten.

Die Standorte im öffentlichen Bereich seien in der Vergangenheit als wenig sinnvoll erachtet worden. Grundsätzlich würde sich eine Ladestation in diesem Bereich leicht verwirklichen lassen. In den damaligen Gesprächen sei bereits klar geworden, dass eine Installation im Gewerbegebiet sinnvoller wäre. Dazu sollte auch mit den anderen Gewerbetreibenden Kontakt aufgenommen werden.

In Bezug auf den Aufstellort sei es nötig Vereinbarungen zu schließen, da es sich hier um ein Privatgrundstück handelt. Die Förderung sollte, wenn vorhanden aktiviert werden. Die weiteren Details sind bei Vorliegen eines Konzeptes zu erörtern. Die Planungsausgaben könnten gefördert werden, wenn die Maßnahme tatsächlich umgesetzt wird. "Der Gemeinderat sieht es als notwendig an, dass die Ausgaben, Fördermittel, Honorarkosten und so weiter vor einer Entscheidung dargestellt werden", so die Gemeindeverwaltung.

Hohe Kosten durch hohe Ladefähigkeit?

Gemeindeart Anton Hanslmeier teilte mit, dass seines Wissens nach in der nächsten Zeit günstigere Ladestationen folgen würden. Diese Entwicklung sollte eventuell abgewartet werden. Der Geschäftsführer des Maitenbether Unternehemens teilte dazu mit, dass hier darauf geachtet werden müsse, dass die Kapazität der Akkus in den Fahrzeugen steigt. Hohe Ladefähigkeiten bedeuteten hohe Kosten. 

"Eine Ladestation sollte mit 80 – 100 kW betrieben werden. DC Ladestationen die nicht von AC auf DC umwandeln müssen und nicht im Hausnetz verortet sind, können günstiger werden." Die Nutzung des Speichers wäre dazu sinnvoll. Zur Ermittlung welcher Stromanschluss nötig wäre, und welche Kosten dieser verursacht, sei ein Lastmanagement nötig. Die Nutzung des Stroms lokal wirke gegen die Stromspitzen die durch die Photovoltaik-Anlagen entstehen.

Kürzlich hatte der Kreistag beschlossen, das künftig mindestens 50, idealerweise 75 Prozent der Fahrzeuge des Landratsamtes einen Elektroantrieb haben sollen. Im Rechtmehringer Gemeinderat waren an diesem Tag auch noch weitere Themen zur Beratung angestanden. Allem voran eine Entschärfung des Unfallschwerpunkts an der Kreuzung von MÜ43 und MÜ32 und eine Vielzahl an Themen rund um den Straßenverkehr.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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