Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch mit 100 immer noch gut informiert und diskussionsfreudig

Krämerin Anastasia Wimmer aus Ramsau feiert 100. Geburtstag

Anastasia Wimmer blickt mit 100 Jahren Lebenserfahrung interessiert auf das Weltgeschehen.
+
Anastasia Wimmer blickt mit 100 Jahren Lebenserfahrung interessiert auf das Weltgeschehen.

Ihr Interesse für das Weltgeschehen hat sich die hundertjährige Ramsauerin bis heute bewahrt: Anastasia Wimmer ist für ihren klaren Kopf, ihre Entschiedenheit und ihren Humor weit bekannt. In ihrem Kramerladen hatte sie einst den ersten Telefonapparat am Ort.

Reichertsheim – 100 Jahre alt wurde Anastasia Wimmer aus Ramsau am 16. Dezember. Ihren klaren Kopf, ihre Entschiedenheit und Humor hat sie sich trotz körperlicher Beschwerden bewahrt. Sie liest jeden Tag die Zeitung und verfolgt das Weltgeschehen, wobei sie danach wirklich Bescheid weiß und gerne über manche Themen diskutiert. Bürgermeister Franz Stein gratulierte im Namen der Gemeinde Reichertsheim mit einem Blumenstrauß und einem Geschenkkorb für ihr persönliches Wohlbefinden.

Die Jubilarin kam in Westerndorf bei Rosenheim zur Welt, später zog die Familie nach Fürstätt, wo ihre beiden Schwestern zur Welt kamen.

Jetzt erst recht: Funkerin in jungen Jahren

Die Schule besuchte Anastasia in Rosenheim, danach arbeitete sie als „Lehrmädchen zur Verkäuferin“ in Rosenheim Stadt. Einerseits liebte sie die Berge, andererseits faszinierte sie auch das Rheinland. Beim Arbeitsdienst im Krieg half sie in Haushalten und hoffte dabei, auch ins Rheinland zu kommen. Das gelang leider nicht. Dafür schaffte sie es, eine gute Funkerin zu werden. Der vernichtende Kommentar eines Vorgesetzten hatte sie angestachelt. Jetzt erst recht, dachte sie und übte zu Hause fleißig mit ihren Schwestern das Morse-Alphabet.

Ihr erster Mann, Hans Zellner fiel im Krieg. Ihre älteste Tochter Christa entstammt dieser kurzen Ehe. Durch eine Tante kam sie 1948 nach Ramsau, um den Kramerladen mit ihrem Onkel zu führen. Damals fuhr sie mit dem Rad mit ihrer kleinen Tochter immer wieder von Ramsau bis nach Rosenheim zu ihrer Familie.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

1951 heiratete sie Hans Wimmer. Martha, Hans und Wolfgang gingen aus der Ehe hervor. Sehr viel Arbeit mit dem Laden, der Post, Landwirtschaft, Familie und Haushalt bestimmten ihr Leben. Aus dieser Zeit hat sie viele erstaunliche Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel besaß die Kramersfamilie den ersten Telefonapparat im Ort. Kam ein Telefonanruf an, musste jemand ins Dorf laufen und den Empfänger ans Telefon holen. Vor zwei Jahren interessierte sich der Bayerische Rundfunk für ihre Geschichte. In dieser Sendung hat sie ihr Lieblingsgedicht zitiert: „Alt ist nicht die Zahl der Jahre, alt ist nicht das Grau der Haare, alt ist, wer den Humor verliert und sich für nichts mehr interessiert!“ Diesen Vorwurf kann sich Ramsaus älteste Bürgerin jedenfalls nicht machen.

Viel zu früh verstarb ihr Mann 1989.

Neun Enkel und sieben Urenkel gratulieren

Auf neun Enkel und sieben Urenkel ist sie stolz. Im hohen Alter ist sie über viele Jahre hinweg immer wieder mit dem öffentlichen Bus, später von den Söhnen oder Enkel chauffiert für einige Wochen zu Tochter Christa nach Waging oder zu ihrem Sohn nach Haarbachloh gefahren. Die Sorge um ihre Tochter Martha hat ihr immer wieder Energie gegeben.

Lesen Sie auch: Pandemie-Lage macht`s möglich: Der Kulturladen Ramsau öffnet wieder

Um körperlich fitter zu bleiben hat sie noch heuer das Rasenstück vor dem Haus mit einem Handmäher geschnitten und mit dem Rollator längere Spaziergänge unternommen.

2016 hat sie ihr Haus an ihren Enkel Christian übergeben. Die Entwicklung des Ladens nahm sie immer interessiert zur Kenntnis. Enkel Christian betreut sie weiterhin mit seiner Frau Steffi und Schwiegertochter Rosi, wobei die Jubilarin nach wie vor soweit selbstständig neben ihrem ehemaligen Kramerladen wohnt und ihren Haushalt alleine schaffen möchte.

Kommentare