PV-Anlage auf der Eisstockhalle der Sportgemeinschaft

Mehr Erneuerbare Energien für Ramsau

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Ramsau - Jeder, der aufmerksam Presse und Nachrichten verfolgt, weiß mittlerweile, dass der Klimawandel wohl die größte Herausforderung der Menschheit seit Beginn der Industrialisierung darstellen wird.

Wenn wir die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkel auf unserem Planeten erhalten wollen, so werden wir viel an unserem Lebensstil ändern müssen. Einer der wichtigsten Punkte wird dabei der schnelle Umstieg auf Erneuerbare Energien sein. Ähnliche Gedanken hatten wohl auch die Mitglieder der Sportgemeinschaft Ramsau, als Sie überlegten, ob man das Dach der 2017 komplett in Eigenleistung errichteten Eisstockhalle nicht auch für eine PV-Anlage nutzen und so einen Beitrag zur Energiewende leisten könnte. Ein Betrieb durch den Verein selbst kam dabei allerdings nicht in Frage, denn der gewerbliche Betrieb einer PV-Anlage verträgt sich leider nicht mit dem gemeinnützigen Zweck eines Sportvereins. So versuchte man einen Pächter zu gewinnen, der die PV-Anlage errichten und dafür eine angemessene Dachmiete an den Verein überweisen würde. Die beiden Vorstände des Vereins koordinierten dieses Vorhaben und investierten manche Stunde ihrer Freizeit, um eine für alle akzeptable Lösung zu gestalten. Mit dem Ergebnis sind nun auch die Vereinsmitglieder zufrieden. War es doch so buchstäblich möglich, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, denn mit der PV-Anlage konnte man einerseits ein sichtbares Zeichen für die Zukunft der nächsten Generation setzen und mit der Pacht des Betreibers noch gleichzeitig die aktuelle Jugendarbeit des Vereins unterstützen. Allerdings musste man doch feststellen, dass mit den aktuell möglichen Pachten keine allzu großen Sprünge mehr zu machen sind. So erhält eine aktuelle PV-Anlage im Gegensatz zu den Anlagen aus den ersten Jahren nur mehr rund 10 cent Einspeisevergütung pro eingespeister Kilowattstunde. Das ist einerseits erfreulich, denn es zeigt, dass Solarstrom mittlerweile günstig und konkurrenzfähig zu fossilen Energien geworden ist. Andererseits sind eben leider attraktive Dachpachten wie in früheren Jahren aktuell nicht mehr zu erwirtschaften. Trotzdem konnte im vorliegenden Fall ein recht guter Kompromiss gefunden werden, so dass die Vereinsarbeit mit der jährlichen Dachpacht durchaus nennenswert unterstützt werden kann.

Die PV-Anlage am Sportplatz konnte in den letzten Tagen nun in Betrieb gehen und speist seitdem Strom ins Netz der örtlichen Haager Kraftwerke ein.Auf dem Dach von Eisstockhalle und Tennisheim wurden insgesamt 308 Module mit einer Modulfläche von insgesamt gut 500m2 montiert, das Montagesystem stammt von der ortsansässigen Schletter Solar GmbH, nach wie vor einer der Marktführer in diesem Bereich. Im Jahresschnitt werden voraussichtlich ca. 75.000kWh erneuerbarer Strom erzeugt, genug für die Versorgung von ca. 20 Einfamilienhaushalten. Man könnte auch z.B. E-Autos mit der Anlage betreiben, umgerechnet könnte man so pro Jahr mit der Energie der Anlage immerhin knapp 10 mal um die Erde fahren. Durchaus passable Werte also für eine Technik, die kein CO2, keine Schadstoffe und auch keinen Lärm erzeugt. Leider - so muss man es in diesem Falle wohl formulieren - muss die komplette Energie ins Netz eingespeist werden. Weit wirtschaftlicher wäre es mittlerweile bei den aktuellen Einspeisevergütungen, den Solarstrom selber zu verbrauchen. Das ist aber nach den geltenden Regelungen nur am Grundstück möglich, ein Sportplatz hat aber tagsüber kaum einen nennenswerten Stromverbrauch. So musste die Wirtschaftlichkeit dieser Anlage Fall komplett über die Einspeisevergütung gerechnet werden.

Weit attraktiver kann es mittlerweile für jeden Eigenheimbesitzer oder auch für Handwerks- und Gewerbebetriebe sein, PV-Anlagen zu errichten und zu betreiben. Die Preise für solche Anlagen betragen inzwischen nur mehr einen Bruchteil dessen, was man noch vor wenigen Jahren dafür ausgeben musste. Deswegen werden normalerweise auch alle neu errichteten Anlagen als Eigenverbrauchsanlagen angeschlossen. Das heißt, der selbst erzeugte Solarstrom kann auch im eigenen Haushalt oder Betrieb direkt verbraucht werden und nur Überschüsse werden ins Netz eingespeist. Gerade das ist es, was Anlagen heutzutage so wirtschaftlich macht. So kann man wirklich für die Umwelt sinnvolles tun und gleichzeitig noch Geld damit sparen. Wer sich dafür interessiert, sollte mit seinem Energieversorger oder einem örtlichen Installateur über die Möglichkeiten der Eigenerzeugung reden.

Für die Haager Kraftwerke als ländlicher Energieversorger und Netzbetreiber ist die Umstellung auf dezentrale Erneuerbare Energien sicher eine sehr große Herausforderung für die Zukunft, sowohl technisch als auch wirtschaftlich, denn der Solarstrom muss ja auch im Netz wieder sinnvoll verteilt werden. Jeder Kunde möchte natürlich auch dann eine sichere Versorgung, wenn gerade kein Solarstrom zu Verfügung steht und der eigene Speicher vielleicht auch schon leer ist. Aber bei den KWH will man diese Herausforderung ganz aktiv mitgestalten und bietet deshalb seit 2018 unter anderem auch die Installation von PV-Anlagen, Speichern und auch die Versorgung von E-Autos als Produkt nach dem Motto "alles aus einer Hand" mit an. Weitere Informationen dazu unter www.kraftwerke-haag.de/solarangebot.

Hans Urban

Quelle: innsalzach24.de

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