Zwischenlagerung von Tierkadavern geplant

Afrikanische Schweinepest: Keine Sammelstelle in Sankt Wolfgang 

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Sankt Wolfgang - Die afrikanische Schweinepest ist eine Gefahr für ganz Bayern, auch wenn sie aktuell noch in anderen Ländern verbreitet ist. Die Gemeinde Sankt Wolfgang aber nimmt die Problematik des Erregers schon jetzt genau unter die Lupe.  

Erste Fälle von verseuchten Tieren gab es jüngst in osteuropäischen Ländern wie Tschechien und Polen oder im Baltikum. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass die afrikanische Schweinepest in naher Zukunft den Weg auch nach Bayern findet

Um sich gegen die Seuche vorsichtshalber jetzt schon zu rüsten, beschäftigt sich das Landratsamt Erding aktuell mit der Suche nach geeigneten Orten für Sammelstellen, an denen infizierte Tierkadaver zwischengelagert werden können, bevor sie in die Tierkörperverwertung gebracht werden. 

Eine solche Verwahrstelle im Seuchenfall soll aber nicht im Gemeindegebiet Sankt Wolfgang entstehen. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung Anfang September. Geschäftsführer Christian Miksch: "Die Räte sprachen sich einstimmig gegen die Errichtung einer Sammelstelle sowohl in Sankt Wolfgang als auch in den Nachbargemeinden aus."

Tierkadaver sollen sofort zur Verwertung gebracht werden  

Die Wahl des Landratsamts sei auf Sankt Wolfgang gefallen, da rund um die Gemeinde ein dichter Waldbestand vorhanden sei. "Da ist die Gefahr der Existenz von Wildschweinen freilich größer als in der Nähe des Erdinger Flughafens", betont Miksch. Nichtsdestotrotz seien die Räte dem Vorschlag skeptisch gegenübergestanden - und nannten dafür triftige Gründe.  

Als mögliche Sammelstelle sei nach Ansicht des Landratsamts die Kläranlage der Gemeinde vorgesehen gewesen. Hier befinde sich bereits ein abgesperrter Bereich, der relativ sicher sei und in dem man die Tierkadaver zwischenlagern könne, bis es in die endgültige Beseitigung gehe. 

Der Gemeinderat jedoch sei der Meinung gewesen, dass eine direkte Entsorgung der Tierkadaver die bessere Möglichkeit sei, den Erreger der Krankheit nicht noch weiter zu verbreiten. "Warum muss ein Tier, das gefunden wird, erst in einer Sammelstelle zwischengelagert werden?", fragten sich die Räte laut Miksch. "Sinnvoller wäre es doch, das infizierte Schwein sofort zur Tierverwertung zu bringen, um den Personenkreis, der mit den Kavadern in Berührung kommt, möglichst gering zu halten." 

Außerdem befinde sich in unmittelbarer Nähe zur Kläranlage ein Schweinebetrieb und rund um die Gemeinde würden mehrere Landwirte eine Schweinezucht betreiben. "Die haben natürlich Bedenken, dass der Erreger, der primär Wildschweine befällt, auch auf Hausschweine übergehen könnte", erläutert der Gemeinde-Geschäftsführer weiter. Zudem wisse man nicht, ob der Erreger wirklich nur für Tiere gefährlich sei, oder ob die afrikanische Schweinepest nicht auch Menschen schaden könnte. 

Einheitliche Lösung für den Landkreis? 

Die Entscheidung des Sankt Wolfganger Rats gegen die Einrichtung von Verwahrstellen im Gemeindegebiet und der Vorschlag, infizierte Tiere unverzüglich wegzufahren, steht und werde nun dem Landratsamt mitgeteilt. Wie die Verantwortlichen weiter entscheiden und welche Orte noch für Sammelstellen in Frage kommen, steht offen. 

Miksch aber gehe davon aus, dass sich zu dem Thema über kurz oder lang eine einheitliche Lösung im Landkreis abzeichnen werde. 

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mb

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © pixabay.com

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