Pendler warteten Stunden am Ostbahnhof

Chaos wegen des Sturms? Das sagt die SOB

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Mühldorf/München - Stunden warteten die Pendler am Dienstag am Münchner Ostbahnhof, mussten dann zum Busverkehr nach Riem fahren. War das Krisenmanagement der SOB mangelhaft?

Am Dienstag kam bei der Südostbayernbahn vieles zusammen. Durch die Osterbaustalle am Mühldorfer Bahnhof gab es ohnehin schon einen Schienenersatzverkehr von Mühldorf bis Ampfing. Wegen des Sturms war dann auch noch die Strecke vom Münchner Ostbahnhof bis Markt Schwaben gesperrt. Erst seit heute morgen ist die Strecke wieder frei, zuvor mussten ersatzweise Busse eingesetzt werden.

Fahrgäste warteten stundenlang am Ostbahnhof

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Bei einigen Fahrgästen war der Ärger groß, manche wandten sich in kritischen E-Mails an unsere Redaktion. Das Krisenmanagement der Südostbayernbahn kommt darin nicht gut weg. Am Dienstagnachmittag warteten die Fahrgästen am Münchner Ostbahnhof teilweise über Stunden. Erst am Abend bekamen sie die Information, dass sie mit der U-Bahn nach Riem fahren sollen, wo sie ein Schienenersatzverkehr nach Markt Schwaben bringt. Von dort fuhren die Züge weiter nach Ampfing, ab da ging es weiter mit dem (baustellenbedingten) Schienenersatzverkehr. Hätte die SOB früher einen Schienenersatzverkehr ab Riem bereitstellen können und die Fahrgäste in München Ost schneller informieren müssen?

"Wo können wir eigentlich fahren?"

"Kein Busunternehmen hat Busse in der Hinterhand, die in einer Sekunde auf die andere angefordert werden können", erklärt eine Sprecherin der SOB gegenüber innsalzach24.de. Außerdem seien die Straßen rund um München wegen umgestürzter Bäume teilweise gesperrt gewesen. "Wir mussten erst schauen: Wo können wir denn eigentlich überhaupt fahren?", so die Sprecherin. Dann galt es, Busse zu organisieren. Jene Busse, die zwischen Mühldorf und Ampfing bereits unterwegs waren, hätte man nicht einfach so abziehen können. Wie die Sprecherin mit Verweis auf Angaben von SOB-Mitarbeitern vor Ort sagt, seien die Busse keinesfalls leer hin- und hergefahren. Ganz im Gegenteil sei sehr viel los gewesen.

"Die Krisenkommunikation war gestört"

Die Sprecherin räumt jedoch ein, dass die Informationen erst sehr spät in München Ost angekommen seien. "Hier war die Krisenkommunikation bei uns gestört, das muss ich offen und ehrlich zugeben." Zugleich betont die Sprecherin, dass aufgrund der Vielzahl von Eisenbahnverkehrsunternehmen in München Ost nicht alle Informationen eines jeden Unternehmens schnell verbreitet werden könnten. Hinzu kam, dass der Sprecherin zufolge auch die SOB-Mitarbeiter viel zu spät von dem Schienenersatzverkehr erfahren hätten.

Dann streikte auch noch die Technik

Ein weiteres Problem war die Technik. Eigentlich wollte die SOB den Hinweis zum Schienenersatzverkehr zwischen Messestadt Ost und Markt Schwaben in der Online-Auskunft bekanntgeben - nur war die SOB beileibe nicht das einzige Verkehrsunternehmen, das dies tun wollte. "In der Online-Auskunft waren die Server so überlastet, dass wir keine Hinweise mehr einspielen konnten", so die Sprecherin.

Für die Südostbayernbahn kam der Sturm offenbar zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. "Die Planer und Disponenten waren durch die Baustelle schon sehr beansprucht. Wir hatten ja schon aufgrund der Baustelle keinen planmäßigen Zugverkehr", sagt die Sprecherin. "Für uns war es wirklich eine schwere Situation in den letzten Tagen."

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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