Lange hinterher gehinkt

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1977 wurde in diesem Gebäude der Delta-Markt eröffnet, Haags erster Supermarkt. Foto Bauer

Haag - Vor 35 Jahren erhielt Haag seinen ersten Supermarkt, den Delta-Markt. Das Areal im Haager Einkaufspark ist heute eine selbstverständliche Adresse für den Einkauf und soll noch erweitert werden.

Haag - 1977 wurde in Haag der Delta-Markt eröffnet und in der Zeitung war zu lesen: "Nun hat auch Haag seinen Supermarkt". Hier habe es nämlich länger gedauert, die "in anderen Orten gleicher Größe längst zeitgemäße Verkaufseinrichtung" zu etablieren. Obwohl Haag als traditionelles Einkaufszentrum für ein weites Umland galt, hatte es keinen Supermarkt.

Die "veränderten Einkaufsgewohnheiten" machten, so die aktuelle Meldung vor 35 Jahren, aber vor den Toren Haags nicht Halt. Nach zwei Vorschlägen konnten sich der Bauunternehmer Gottfried Anderka aus Moosham und die Edeka-Zentrale Trostberg mit ihrer Tochtergesellschaft DeltaMarkt durchsetzen. Anderka gehörte das 5000 Quadratmeter große Grundstück, das sich an der Münchener Straße befand und im Gegensatz zu den damals schon auf die "grüne Wiese" gesetzten Märkte noch im weiteren Zentrum. Einst gehörte das Areal zum Bahnhofsgelände. 1977 lag es wie die nahe BayWa zudem im Gemeindebereich Kirchdorf, was als Kuriosum eingestuft und im Zuge der Gemeindegebietsreform 1978 geändert wurde. Der Haager Supermarkt befand sich nun auch auf Haager Gebiet.

Die Leitung der 20 Fachkräfte übernahm damals Wilhelm Distler, der im Wasserburger Supermarkt entsprechende Erfahrungen gesammelt hatte. Die Halle umfasste 1000 Quadratmeter, davon 700 Verkaufsfläche für 4000 Artikel. Davor lagen 150 Parkplätze. Schon zur Einweihungsfeier sprach der Vorstand der Edeka-Zentrale das heiße Eisen an, das auch in Haags Geschäftswelt diskutiert war: die Konkurrenz zu den kleinen Einzelhändlern. Das sollte nicht sein. Der Supermarkt wolle den örtlichen Einzelhandel nicht verdrängen, sondern dazu beitragen, dass Haags Wirtschaft insgesamt gestärkt wird.

"Das gesamte HEP ist schon eine Konkurrenz", stellt heute Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß fest. Es ziehe Kaufkraft vom Zentrum ab. Im Gegenzug aber brächten die günstigen Supermärkte mit Tankstelle im Westen auch Kaufinteressenten nach Haag. Wenn es künftig - wie im Städteplanungskonzept beabsichtigt - gelinge, den Ortskern attraktiv zu gestalten, dann schaffe man auch den Ausgleich.

Noch in Planung befindet sich der dritte Teilabschnitt, wo Richtung B15 ein neuer Kreisverkehr eingerichtet werden soll. Der Bauträger des letzten HEP-Abschnittes befindet sich in den letzten Absprachen mit den Behörden zum Kreisverkehr, der den Pkw-Zufluss aus dem Norden gleich von der B15 auf Höhe Tankstelle in das Einkaufszentrum umlenken soll. Für die neue Nutzung des Areals auf 13500 Quadratmetern laufen derzeit die Verhandlungen. Einzelheiten teilt der Bauträger noch nicht mit. Nur so viel wurde bisher verraten, dass sich wohl auch Haager Geschäftsleute in den einst kritisch gesehenen HEP auslagern wollen.

Für die Gemeinde wird dabei eine alte Forderung wichtig, unterstreicht Dr. Weiß: die öffentlichen Toiletten. Seit Jahren bemängeln die Kunden, dass man beim Einkaufen im HEP nicht aufs Klo gehen kann.

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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